Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 36 (31.8.1846)
- Date
- 1846-08-31
- Page
- Seite 523 (sequence 7)
- Language
- German
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523 der allerhöchsten Ordre des Königs um die Urberweisung von Krondomänen ein. Es folgte darauf der Bescheid, daß zuvor die Statuten Behufs Bestätigung eingeschickt werden müssen. Diese wurden auch ungesäumt eingeschickt, aber erst nach zwei Monaten folgten sie mit geringen Veränderungen mit dem Bemerken zurück, daß der Verein zuvor vom Könige Korporationsrechte erwerben müsse, ehe er Land in Erbpacht empfangen könne. Da fand nun der Vereinsvorstand für gerathen, da ohnehin bis zur Erlangung dieser Rechte eine geraume Zeit verstreichen würde, vor der nochmaligen Einsendung der Statuten eine Generalversammlung, die auf den 1. September d. I. anberaumt wurde, sämmtlicher sich bis jetzt zur Theilnahme angemeldeten Gemeinden, wie der gebildeten Filialvereine und einzelner wohlthätigen Theilnehmer auszuschreiben, in der die Angelegenheiten des Vereins reiflich besprochen werden sollen. Es haben sich bisher 47 Korporationen zur Betheiligung und Unterstützung aus hiesiger Provinz angcschlossen und 10 Filialvereine sich konslituirt. Aus der Altmark, 21. August. (Privatmitth.) Im Namen sehr Vieler, die ich auf meinen Reisen zu sprechen Gelegenheit habe, kann ich es aussprechen, daß die Berathungen der diesjährigen Rabbinerversammlung einen ganz besonders günstigen Eindruck gemacht haben. Allerdings werden weder die ganz Orthodoxen, die keiner, auch der begründetsten und notwendigsten Umgestaltung Raum geben wollen, noch die Radikalen, welche alle religiöse Form zerbrechen wollen und der positiven Religion den Krieg erklärt haben, damit zufrieden sein — für beide aber wollte schwerlich die Rabb. Vers, arbeiten — aber die große Masse derer, welche der bestehenden Gestalt der Religion treu bleiben wollen, aber die Notwendigkeit und das Bedürfniß zeit- und geistgemäßer Umgestaltung erkennen, stehen ganz auf Seiten der Rabb. Vers. Diese hatte aber in Braunschweig und Frankfurt mehr auf dem Gebiete des Begriffs gestanden, und erst die diesjährige hat sich mit praktischen Dingen beschäftigt, die unmittelbar in's Leben übergehen können; die Menge hat hier etwas Faßliches und kann sich damit beschäftigen. Mit Fragen über den Messias, über die Wiederherstellung der Opfer rc. weiß, so wichtig sie in der Theorie sein mögen, das Volk nichts anzufangen. Aber die zweiten Feste, die Trauer, die Beschneidimg rc. kommen alle Tage vor. Mag nun aber auch die Verwirklichung noch heute oder morgen nicht geschehen; unaufhaltsam wird Einer und der Andre sich dazu bekennen, immer Mehre folgen, bis es als Allgemeines sich herausgearbeitet hat. Sobald es aber einmal festen Fuß gefaßt hat, wird es desto fester und sichrer begründet sein. Jedenfalls wird das Interesse der wahrhaft im Geiste der Religion aufgeklärten Israeliten für das Institut der Rabb. Vers, nunmehr geweckt sein, und ihr dadurch eine Theilnahme Zuwachsen, welche die Achtserklärung der Radikalen ihr überaus ersetzt, und einen wahrhaften Boden giebt. Oesterreich. Nikolsburg, 20. August. (Privatmitth.) Durch Mannheimer's wirksame Verwendung sind nun alle Hindernisse beseitigt worden, welche der Hierherberufung des Landrabbinen Hirsch aus Emden im Wege standen. Allerdings zuvörderst zum Kreisrabbinen, da gesetzlich der Landrabbiner erst von den Kreisrabbinen aus ihrer Mitte gewählt werden muß, welche Wahl ihm übrigens verbürgt ist. Jndeß werden nun von Seiten des Herrn Hirsch Bedingungen gestellt, wie Erhöhung des Gehaltes (800 Thlr.), und bestimmte Berufung als Landesrabbiner, was jedoch bald ausgeglichen sein wird. Deutschland. Hannover, 20. August. (Privatmitth.) Durch den Beitrag der hohen Staatsregierung so wie durch jüngste Privatbeiträge ist die Angelegenheit des israelitischen Seminars so weit gediehen, daß man an die Ausführung zu gehen sich hinlänglich gekräftigt fühlt, in der Ueberzeugung, daß hierdurch am Ehesten das Publikum zu Opfern geneigt gemacht werde. Vorläufig soll daher der Unterricht beginnen, und ist bereits ein Inspektor in der Person eines talentvollen Mannes, Herrn Haase, gewählt worden. Dresden, 20. August. (Privatmitth.) Die Frankel'sche Theologenversammlung soll den 24. Oktober allhier veranstaltet werden. Neuerdings haben bedeutende Namen derselben abgesagt, und Mannheimer, Rappoport, Sachs u. M. werden nicht kommen.