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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-08-31 · Heft 36 (31.8.1846) · p. Seite 521

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 36 (31.8.1846)
Date
1846-08-31
Page
Seite 521 (sequence 5)
Language
German
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521 agoge immer in gutem Zustande erhalten, ihren Lehrer mit 150 Thlr. besolden und einige Almosen an Fremde und Hiesige vertheilen kann. Dies ist für die wenigen bemittelten Familien schon eine große Last, und mehr kann nicht aufgebracht werden. Was also zu thun? Ew. rc. haben sich zu aller Zeit von ganz besonders praktischer Einsicht gezeigt; und so stehe ich nicht an, Sie um Belehrung anzugehen, die Sie uns sicherlich nicht versagen werden. Daß eine billige Rücksicht auf den bestehenden Gottesdienst, den wir von Jugend an vollzogen, und dem einige ältere Mitglieder in seiner bisherigen Gestalt nur mit Selbstaufopferung entsagen, genommen werden muß, versteht sich allerdings. Ew. rc. N. N. Vorsteher zu N. Antwort. Geehrter Herr! Ohne Umschweife und in einfacher Weise, verständlich für Jedermann Ihrer Gemeinde, gehe ich auf die Beantwortung Ihres Schreibens ein, die Sachlage ganz so voraussetzeud, wie Sie dieselbe beschrieben. Ich werde hier vorläufig den Sabbat-Morgen- Gottesdienst im Auge haben, gern bereit, wenn Sie diesen so gestaltet haben, auch für die Feste meinen Rath freundlich zu ertheilen. Meine Gesichtspunkte sind: 1) Verkürzung des Gottesdienstes, um ihn desto würdevoller und innerlicher zu machen; 2) Reinigung von Elementen die einer reinern Auffassung unsrer Religion fremdartig sind; 3) Einführung der deutschen Sprache; und dies bei 4) Erhaltung des bisherigen Gottesdienstes in seiner allgemeinen Gestalt. Daher A. Inhalt des Gottesdienstes. Sie beginnen denselben mit und überlassen alles Vorhergehende der Privatandacht. Dem öffentlichen Gottesdienste strikte gehörte dieses niemals an, da erst bei ftaniö*» Minjan erfordert wurde. Sie beginnen also mitrinw), und zwar in deutscher Sprache vorgetragen bis mnU5\ Von diesem Stücke bis zu Ende der U5"n (gewöhnlich vom Wochentage her Schemone Esre genannt) in hebräischer Sprache; und zwar die Sätze ‘■pi-p teil, nsrnö\ von diesem Stücke wird sofort zu rrww ‘jrni btfb übergegangen, mit Auslassung der Zwischenstücke, da die erhabenen, aber geheimnißvollen Visionen Ezechiels und Jesaias — selbst nach dem Sinne der Talmudisten — schwerlich im Gebete der Masse figuriren sollen. Also ferner: ‘pis bab, nui s-dsw, ©p, zwi n»«, nw, i-DittD ->n, bfinup -NL. Die Schemone Esre wird nicht wiederholt, der Vorbeter trägt bis irriE üvrart vor, worauf fcie nwi-rp folgt, aber bloß in den drei Hauptsätzen (wie an den Wochentagen), die anderen Stücke Ln stiller Andacht bis NL1, von wo bis vibrv der Vorbeter wieder laut vorträgt. Nach diesem hebräischen Gebettheil lassen Sie zu neuer Erweckung der Andacht einen Psalm in d eu tsch er Sprache vortragen; vor dem Ausheben der Thora wird statt der hebräischen Stücke gesprochen: nach dem Oeffnen der Lade: „Die Lehre hat uns Mose gegeben, ein ewiges Erbtheil der Gemeinde Jakob." nach dem Herausheben der Thora: „Dies ist die heilige Schrift, die Mose gegeben hat auf Gottes Geheiß vor ganz Israel." beim Hineinheben der Thora die Psalmverse: „Gottes Lehre ist ohne Fehl und erhebt das Gemüth, Gottes Zeugniß ist Wahrheit, wandelt albern in weise, Gottes Befehle sind weise, erfreuen das Herz, Gottes Lehren find lauter und erleuchten das Auge." Was nun das Thoralesen betrifft, so führen Sie den dreijährigen Zyklus ein. Sie finden die Abtheilung im Hamburger Tempelgebetbuch; sonst theile ich sie Ihnen auch gern schriftlich mit. Jedem der Aufgerufenen werden je nach der Länge des Stückes 4, 5 oder 6 Verse (hebräisch) vorgelesen, dem TttöTa wird nicht wiederholt; die Mischeberach's fallen sämmtlich weg. Die Haphtora wird nur deutsch verlesen; eignet sie sich hierzu nicht, so lassen Sie ein andres Prophetenstück, oder aus Hiob, oder einen Psalm nehmen. Nach der Haphthora wird (mit Weglassung der Ip-na üijr) ein deutsches Gebet für den König, die Königin, die königliche Familie, die Gemeinde, die zur Thora Aufgerufenen, die Kranken, Wöchnerinnen rc. gesprochen, wozu ich Ihnen Formeln gern mittheile. Dann liest der Lehrer eine Predigt oder ein angemessenes Stück einer Predigt vor-—wozu ich Ihnen das Israel. Predigt- und Schul-Magazin 3 Bände, Siloah 2 Bände, die Predigten von Herxheim er, Formstecher, Salomon, als die populärsten, empfehle. Hierauf die Muffaphschemone-Esre, wie zu Schachrit, nämlich in stiller Andacht von der Keduscha bis irb* in deutscher Sprache, w'NP. — B. Vortragsweise. Diese betrifft zwei Punkte, den Vortrag des Vorbeters und die Thcilnahme der Gemeinde. Was den erstern betrifft, so ist es zu wünschen, daß,

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