Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 35 (24.8.1846)
- Date
- 1846-08-24
- Page
- Seite 513 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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513 Zeitung" und „Panama" begnügen sich vielmehr mit der sekundären Rolle, die Schleppträger und Nachtreter der ungarischen Journale zu sein und setzen ihren Ruhm darein, die Vermittler des ungarischen und deutschen Elements zu machen, und ist daher bei keinem derselben von selbstständiger Stellung und Richtung auch nur eine Spur. Der „Ungar" zeigt sich fleißig und offen als Judenfreund, da aber das Blatt bloß aus Belletristik beschränkt ist und auch da fast nie einen selbstständigen Artikel bringt, sondern stets den Raum nur mit (meistens Lokal-) Notizen füllt, so läßt sich natürlich von der Vertheidigung einer Sache, von konsequenter Verfolgung einer Richtung nicht sprechen.... Der „Spiegel" ebenfalls nur von Notizen sich nährend, dabei aber geistlos und schrecklich fade, vermeidet gern bei dem aristokratischen Anstrich, den er sich zu geben sucht, alle Berührung mit dem Juden und hat überhaupt als größtentheils für Damen berechnet und darum mehr Modeblatt, seltner als der demokratische Ungar dazu Gelegenheit.... Die „Panonia", unstreitig das geistreichst und taktvollst redigirte belletristische Blatt der deutschungarischen Presse, kommt auf die Judenfrage wie überhaupt auf solche mehr in die Politik einschlagende Gegenstände selten zu sprechen, diese Gegenstände seinem Hauptblatte, der „Preßburger Zeitung", überlassend, ergreift aber doch mit Vergnügen die Gelegenheit sich für dieselbe auszusprechen.... Die „Preßburger Zeitung", ungeachtet schon seit Jahren von Juden redigirt (nächst dem Redakteur en-rbet Herrn A. Neustadt früher von dem tüchtigen Herrn Jakob Steinhard*), und seit seiner Entfernung von Preßburg zur Uebcrnahme des arader Rabbinats, von Herrn Dux), kommt höchst selten und auch dann nur vorübergehend auf die Judensache, und wie der Herr Red. sich letzthin in der bekannten Polemik äußerte, eben weil er Jude und darum gleich der Parteilichkeit beschuldigt würde, wie auch wirklich die Pesther *) A propos! Was machen Sie denn, barütam? Haben Sie die Feder an den Nagel gehängt, da man nichts von Ihnen hört?! ... Wären Sie doch vor allen Anderen befähigt unsre Sache in der ungarischen Journalistik zu führen! Oder hat Sie das in den „Bücherverschleißladen" gcgebenwerdensollende Sendschreiben des Lr. G. so eingeschüchtert, daß Sie seitdem kein Wort in unsrer Sache vernehmen lassen?! ... Was machen Ihre ebläischiingarisch'philvlogischkn Arbeiten?? ... E. ihn in der erwähnten Polemik stets mit „Ihr Juden" und „Euch Juden" rc. anredete. ... Bedenkt man, daß das Publikum der Pr. Zeitung größtentheils aus den judenfeindlichen Bürgern der Städte besteht, so begreift man, daß ein solches Organ nicht zu Gunsten der Juden sprechen kann, wenn es nicht seinen Leserkreis verlieren will. ... Doch ist das völlige Schweigen hiemit keineswegs entschuldigt. Ueber die Polemik derselben mit der Pesther Zeitung kann ich um so eher hinweggehen, da ich mich schon früher (No. 26) belobend über selbe aussprach und Sie auch später (No. 27) ein Ausführlicheres aus Preßburg darüber brachten. ... Von dem in Raab erscheinenden belletristisch-kommerziellen „Vaterland" läßt sich hier sehr wenig oder nichts sagen.... Es anerkennt und erwähnt hie und da lobend die Fortschritte der Juden, läßt sich aber auch einen guten Witz, eine schöne Anekdote — wenn auch auf unsere Kosten — nicht gerne entgehen. ... Die judenfeindliche Tendenz der Pesther Zeitung ist Ihnen im Allgemeinen zur Genüge bekannt und auch schon oft in diesen Blättern besprochen worden; ein Näheres darüber soll Gegenstand meines nächsten Briefes sein. J. Ehn. Personal - und Lokalnachrichten. Hechingen, 10. Aug. (Privatwitth.) In No. 28 d. Z. wurde des Herrn Julius Stern, Komponisten in Berlin, ehrenvoll erwähnt. Es ist mir angenehm, Ihnen ebenfalls eine ehrenvolle Mitthcilung von einem Glaubensgenossen gleichen Namens machen zu können. Herr Julius Stern, Kammermusiker unsres durchlauchtigsten Fürsten, ist als vorzüglicher Violinvirtuose rühmlichst bekannt. Mit dem lebhaftesten Beifalle und der größten Auszeichnung spielte er auf seinen Kunstreisen in Stuttgart, Darmstadt, Würzburg, München, Wien und in anderen Städten. Die öffentlichen Blätter übersprudeln von Lobeserhebungen über seine meisterhafte Fertigkeit und seine» seelenvollen Vortrag. Selbst Berlioz, der strenge Kunsirichter in Paris, sagte von ihm in dem Journal des Debats vom 20. August 1843 aus Anlaß der Beschreibung des von ihm dahier dirigirten Hofkonzertes: „Le premier violon, nomme Stern, est un virtuose d’un vrai talent.“ Von Sr. königl. Hoheit dem