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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-08-24 · Heft 35 (24.8.1846) · p. Seite 514

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 35 (24.8.1846)
Date
1846-08-24
Page
Seite 514 (sequence 14)
Language
German
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514 Herzoge Maximilian Ln Baiern, vor welchem er zu spielen die Ehre hatte, erhielt er als einen Beweis von Anerkennung einen herrlichen Pokal, und für eine Höchstdemselben zugeeignete Biolinkomposition als Zeichen wohlwollender Werthschätzung die goldene Medaille. Höchste Anerkennung hatte er sich auch von Seiten Ihrer königl. Hoheit der Frau Großherzogin Sophie von Baden zu erfreuen, welche ihm durch huldvolle Verleihung einer kostbaren Brillantnadcl bethätigt wurde. Literarische Nachrichten. Magdeburg, IC. August. Jahrbuch für Jsraeliten, auf das Jahr 5807. Mit Beiträgen von Frankl, Horwitz, Jost, Kohn, Kompert, Landau, Löw, Mannheimer, Mayer, Philippson, Sachs, Salomon, Stein, Steinschneider, Spanto, Zunz. Herausgegeben von Isidor Busch. Fünfter Jahrgang. Wien, 1846. Der vorliegende fünfte Jahrgang dieses „Jahrbuches für Israeliten" ist in der That sehr reich ausgefallen, und befriedigt den Leser ganz besonders. Rach jeder Richtung hin ist für belehrenden und unterhaltenden Inhalt gesorgt, und eine angenehme Mannigfaltigkeit herbeigebrachr. Den besten Beweis liefert eine Uebersicht des Inhalts. Ter Rückblick auf das verflossene Jahr (1845) ist abermals vom Redakteur d. Ztg. besorgt, und breitet sich ausführlich über die Vorkommnisse des inhaltreichen Jahres aus. Ihm schließt sich von der Geschichte der Juden in Ungarn von Leopold Löw der zweite Artikel von 1222—1791 an, welche einfach, ohne trocken zu sein, in ruhiger und historisch sicherer Färbung die eigenthümlichen Ereignisse in Ungarn, die sich vielfach von denen in den anderen europäischen Ländern abzeichnen, darsteüt. Höchst gelungen ist das darauf folgende Gemälde „das Ghetto in Rom" von Theodor Mannheimer, mit Wärme und Gesühlstiefe entworfen, ohne übertrieben und schwülstig zu sein. Hieran reiht sich „die Juden Italiens von Fr. Mannheimer," der uns hier einen allgemeinen Ueberblick darbietet und die Ausführung in's Detail verspricht. Die Form dieser Darstellung ist noch nicht reif, noch etwas wirre, und der Verf. versteht es noch nicht den rechten Mittelpunkt zu finden, von wo aus die Einsicht leicht und nach allen Seiten hin gefördert wird. Inhaltlich ist aber der Aufsatz von Wichtigkeit, da er uns genauere Kenntniß von den Zuständen von 40,000 Glaubensgenossen giebt, die sich vom allgemeinen Leben der Zeit etwas zu fern halten. Wir werden Einiges daraus in diesen Blättern mittheilen. Von Wichtigkeit ist die folgende erste Abtheilung der „Skizze einer Geschichte der Karaiten" von Jost, welche, wenn dieselbe fortgesetzt wird, dieses dunkle Gebiet, so weit wie es möglich, in ein klares Licht und zusammenhängende Uebersicht bringen wird. Nachdem Jost über die Schwierigkeiten und deren Ursachen gesprochen, sucht er zuerst den Begriff des Karäismus festzustellen, findet dann den Ursprung in der auch im Judenthume vor und viele Jahrhunderte nach der Zerstörung des Tempels stattfindenden, wenig bekannten Sektirerei, aus der der Rabbanismus siegreich hervorging, aber den Karäismus als Gegensatz hervorrief. Nachdem er sich hierauf den Gegenstand zurecht gelegt hat, bespricht er die erste Periode, die Gestaltung des Karäismus von 750 bis 900, wo die Bekämpfung durch Saadja ein neues Leben im Karäismus erweckte. — Ein eigentümliches Intermezzo bildet „ein aufgefundener Brief, mitgetheilt von vr. L. Zunz", worin über die Zeitgenossen gemurrt wird, weil sie die Heroen der hebräischen Literatur kennen zu lernen so wenig Lust zeigen — und doch ist es gerade unsre Zeit, welche aus den Schutthaufen der Zeit sie wieder heraufzugraben begonnen hat. Einen kleinen Beweis hierfür liefert der folgende Aufsatz: „Vorrede zu einem jüdisch-deutschen Andachtsbuche vom Jahre 1709, oder Meinungen eines Israeliten vor 140 Jahren über jüdischen Gottesdienst und Jugendunterricht" von L. Stein. Es ist dies die Vorrede zur „Liebliche Tefilla, oder kräftige Arznei für rziä und von Ahron ben Samuel aus Hergershausen, in welcher viele aufgeklärte Ansichten, für die das Buch in Cherem gelegt ward. — „Briefe aus Galizien," gut und einsichtsvoll geschrieben, und denen „Josef Perl, eine biographische Skizze, von Nathan Hörwitz, Med. Dr." ein interessantes Supplement ist, da sie faktisch zeigt, was und wie in Galizien zu wirken sei. Der treffliche Mann hat einen tüchtigen, seines Gegenstandes mächtigen Biographen gefunden. — Dies der belehrende Theil des Jahrbuches. Zu den unterhaltenden Stücken sind zunächst zwei Novellelten zu zählen, von denen das eine „Judenthum und Romantik" uns gänzlich verfehlt erscheint; das zweite hingegen, „das alt' Babele. Aus einem Ghetto. Von Leopold Kompert", ein gar köstliches Bild ist, zu dem Besten gehörend, was in diesem Genre geschrieben ist. Wir gestehen gern, daß wir uns außerordentlich daran ergötzt haben, und bitten den Verf., mehre solcher

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