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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-08-24 · Heft 35 (24.8.1846) · p. Seite 503

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 35 (24.8.1846)
Date
1846-08-24
Page
Seite 503 (sequence 3)
Language
German
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503 tau nehmen? Ferner: kann Ln dieser geheiligten Institution das Judenthum seine ganze Geschichte so verleugnen um weltlicherDinge willen, daß es den Ruhetag aufgiebt, den die Schrift, die Tradition und selbst die Geschichte der Völker als den einzuhaltenden bezeichnet, den siebenten? Tie Versammlung konnte demnach den ersten Weg gar nicht betreten, sie mußte die Verlegung des Sabbats auf den Sonntag gar nicht alfo als Frage aufstellen, also gar nicht in Betracht ziehen. Welchen Weg schlug demnach die Versammlung ein? Die Antwort lautet: keinen von den dreien, sondern alle drei — und dies ist es, womit wir nicht übereinstimmen können, worin wir in der Opposition verharren müssen, die wir in der Versammlung selbst bethätigt haben. Sie schlug den dritten Weg ein, indem sie positiv und prinzipiell die Feier des Sabbats als eines Tages der Ruhe und Heiligung festflellte und das Anstreben ihrer Wiederherstellung zur allgemeinen Aufgabe machte. Sie verließ diesen dritten Weg, und schlug den zweiten ein, indem sie sich in das Gebiet der Kasuistik versenkte, und die einzelnen, das Individuum wie die Allgemeinheit betreffenden Fälle in Betracht zog. Sie hat dies aber, wie es nicht anders sein konnte, nur sehr unvollständig gethan, indem selbst die Beschlüsse Ausdrücke enthalten, welche einer ausführlichen Erklärung bedürften, z. B. ,,die zu weit getriebenen Umzäunungen^, ein Ausdruck, welcher eine Fluth von Fragen herbeiführt. Sie schlug endlich dennoch auch den ersten Weg ein, indem sie einer Menge von Individuen den Sabbat faktisch aufzuheben, also auf den Sonntag zu verlegen, gestattete. Denn wenn alle geistigen Tätigkeiten den Sabbat nicht verletzen, und wenn die Fortführung der Geschäfte durch Nichtisraeliten gestattet ist, so involvirt dies mehr oder minder eine Menge Fälle, wo der Sabbat dem Berufe weichen wird, also für diese Individuen kein Sabbat ist. Die Folge dessen mußte sein: daß zwar für einzelne Fälle, wie für Beamten und Soldaten eine Beantwortung der Frage gegeben, Ln allem Andern aber das Schwankende und Unsichre geblieben, und die ganze Angelegenheit der Lösung um keinen Schritt näher geführt ist. Was ist hieraus der Versammlung für ein Vorwurf zu machen? Im Ganzen wenig. Denn es stellt sich hier nur heraus, daß die gegen einander fluktuirenden Verhältnisse so schwierig, und in der Gegenwart zu einer bestimmten Lösung noch so wenig reif geworden sind, daß die Versammlung die entgegenstehenden Schwierigkeiten noch nicht zu überwinden vermochte — ein Umstand, der größeren Versammlungen auf anderen Gebieten auch schon oft genug begegnet ist. Jndeß läßt es sich ersehen, daß die Versammlung wenigstens einen sicherem Standpunkt gewonnen hätte, wenn sie den dritten Weg allein eingeschlagen, und, statt in die verlockenden Pfade der Kasuistik sich zu versenken, einfache Prinzipien aufgestellt hätte: womit sie geradeaus erklärt hätte: die Kollision zu lösen sind wir nicht im Stande, da die Bedeutung der gegenüberflehenden Momente zu groß ist, aber wir stellen uns auf ein bestimmtes Prinzip, durch das die Lösung im Allgemeinen gegeben, im Einzelnen dem Gewissen übergeben ist. Die Aussprache, daß 1) der Sabbat als ein Tag der Ruhe und Heiligung zu feiern ist, 2) daß die den Sabbat verletzende Arbeit in jeder anstrengenden Thätigkeit besteht, 3) daß die Anwendung dieser Definitionen in jedem Einzelfalle Sache des Gewissens ist, 4) daß aber der Allgemeinheit des Staats- und Gemeinwohls der Sabbat des Individuums weicht — hätte ein prinzipielles, einfaches Ganzes gewährt, welches die Frage, so weit es in unsrer Hand liegt, beantwortet. Zeitungsnachrichten. Nordamerika. New-Nork, im Juli. (Privatmitth.) tBemerkung der Red. Wir haben erst in vor. No. einen Artikel vom „Kap der guten Hoffnung" mitgetheilt, der uns von der Bethätigung des Patriotismus mit dem eignen Blute von Seiten unsrer Glaubensgenossen berichtete, und freuen uns, abermals einen Beweis liefern zu können.) Der amerikanische Kongreß hat die Zusammenziehung von 50,000 Freiwilligen zum Kampfe gegen Mexiko angeordnet. Es wird nun aus Baltimore, vom 3. Juli berichtet, daß sich ganz besonders die Juden hierbei ausgezeichnet haben, und der Harald vom 15. Juli berichtet hierüber wörtlich: „Unter den Korps, die sich hier gebildet haben, zeichnet sich besonders ein Korps Freiwilliger israelitischen Glaubens aus. Obgleich grvßtentheils aus Eingcwanderten bestehend, haben sie durch die Bildung dieses Militärkorps, um in Vereinigung mit der cingebornen Miliz für die Verthcidigung unserer Institutionen zu fechten, einen glänzenden Beweis ihrer Liebe und Hingebung für

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