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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-08-17 · Heft 34 (17.8.1846) · p. Seite 495

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 34 (17.8.1846)
Date
1846-08-17
Page
Seite 495 (sequence 11)
Language
German
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Einzelheiten giebt der Berfaffer das Beispiel der Thätigkeit einer solchen Gesellschaft, wie sie Ln feiner Vaterstadt Hamburg zu wirken hätte, zunächst dahin an, daß auf dem Gebiete des Verkehrs eine Ausgleichung stattfinde, indem man Liebe und Gelegenheit zur Arbeit für unsere niederen Klaffen zu schaffen suchte. Das nächste Gebiet der Thätigkeit wäre dann die Jugendbildung, in welcher Beziehung dem Verfasser die Einrichtung von Simultanschulen am Wünschenswerthesten erscheint, bei der gegenwärtigen Unausführbarkeit derselben aber zunächst der gemeinschaftliche Besuch der Warteschulen, eine nationale Richtung der speziell jüdischen Schulen, die Einrichtung von Sonnabends- oder Sonntagsschulen für die vernachlässigt herangewachsene Jugend und gemeinschaftliche Turnübungen empfohlen werden. Die dritte Klaffe der Bestrebungen bilden dann die Kommunalangelegenheiten, die in ihrer gegenwärtigen Gestaltung eben so hemmend auf die betreffenden Interessen einwirken, wie sie bei angemessener Organisation dieselben fördern könnten. Neben diesen allgemeinen Klaffen fehlt es aber nach den vorliegenden gegebenen Verhältnissen nicht an einzelnen Gegenständen für die Bereinsthätigkeit. Der Verfasser nennt: jüdische Namen, jüdisches Gesinde, das spezielle Erbrecht, die jüdischen Besonderheiten in Bezug auf den Wechselverkehr, Zentralisirung der Wohlthätigkeitsvereine u. s. w. Der Schluß der Broschüre beschäftigt sich mit der zweckmäßigsten Organisation solcher Vereine, die der Berfaffer sich aus deliberirenden und ordentlichen Mitgliedern zusammengesetzt denkt, jene zur Leitung der Gesellschaftsthätigkcit, diese vorzugsweise zur Ausführung. Anregungen und Berichte müßten in gemeinschaftlichen Generalversammlungen gegeben werden, permanente Thäiigteiren aber an spezielle, zu diesem Zwecke eingerichtete Sektionen verwiesen werden. Der erste Versuch zur Organisirung einer Gesellschaft in dem erläuterten Sinne ist bereits vor Erscheinung jener Broschüre in Hamburg gemacht, und die ersten Versuchsweise geschehenen Schritte sind zum Theil nicht ohne erfreuliche Folgen geblieben, wenn es auch jetzt schon nicht an fehlgeschlagenen Hoffnungen fehlt, bei denen die Ausdauer der Betheiligteu Gelegenheit haben wird, sich zu erproben. Wenn unter unseren deutschen Glaubensgenossen für ein echt nationales Leben Begeisterung vorhanden ist, wofür es freilich an zahlreichen Beweisen in den letzten Dezennien nicht gefehlt hat, wenn man einer prinzipiellen und allgemeinen Auffassung, einer Konzentrirung derjenigen Bestrebungen gewachsen ist, für die im Einzelnen und minder bewußt unsere besten Kräfte oft genug thätig waren, so wird das gegebene Beispiel nicht ohne Nachahmung bleiben. Wenn wir uns in vaterländischer Bildung unseren, einem andern Glauben angchörenden Landsleuten eng anzuschließen haben, so fehlt es auch uns vielleicht nicht an werthvollen Gegengeschenken, die wir bei einem Aufgehen in die Allgemeinheit zu bieten halten und zu bieten haben. Weder die Menschheit noch die einzelne Nation soll das Bild einer tabula rasa geben, in der vor einer tödtlich langweiligen Gleichheit jede Individualität verschwinden muß. Aber wir stellen die gerechte Forderung an jede Besonderheit, daß sie sich der Allgemeinheit gegenüber nicht Hemmend erweise, daß sie vielmehr nur das eigenthümliche Organ zur Aufnahme des Allgemeinen sei, wir stellen diese Forderung auch an die Besonderheiten, die die traurige Geschichte unsrer GlaubenSgenossenschaft uns vielleicht als bisher unvermeidliches Merkmal aufgedrückt hat. Das und nichts Anderes bedarf es, um zu der erstrebten sozialen Ausgleichung den Weg anzubahnen, und wir können dem Verfasser nicht widersprechen, wenn er auf diesem Wege die Gewißheit auch einer politischen Gleichstellung prophezeiet, deren Rechtmäßigkeit zu behaupten wir freilich in keiner Weise und zu keiner Zeit aufhören dürfen und können. Auszüge. Pie Heide,imüthige Jüdin, oder: Das Märtyrthum der jungen Hachnel. Eine wahre Begebenheit. Frei nach dem Spanischen von (Fortsetzung.) Der Gouverneur, diese Aeußerungen des so sanften und doch so entschlossenen Mädchens bewundernd, fuhr fort in sie zu dringen, und durch die reichsten Versprechungen sie zum Uebertritte zu bewegen, da er aber alle seine Bemühungen scheitern sah, ließ er die Maurin Tahra herbeirufen, damit sie in seiner Gegenwart noch einmal ihre Aussagen wiederhole. Die falsche Türkin zögerte nicht herbeizueilen, und aus ihren Angen glänzten der Verrath und die Falschheit hervor. „Komm näher," sprach Esido, „und sprich hier in Gegenwart dieser Unglücklichen noch

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