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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-08-17 · Heft 34 (17.8.1846) · p. Seite 491

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 34 (17.8.1846)
Date
1846-08-17
Page
Seite 491 (sequence 7)
Language
German
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4SI abwirft, ferner die von den hebräischen Druckereien eingehende Pachtsumme. Von diesen Druckereien ist aber jetzt nur noch die in Wilna bestehende im Gange, welcher vorgeschrieben ist, binnen drei Jahren den begonnenen Abdruck ihrer Schriften zu beenden. Frankreich. Paris, 4. August. Unter den bereits bekannt gewordenen Wahlen zur Deputirtenkammer ist auch die des Obersten Cerfbeer und B. Foulds, israelitischen Glaubens. —. Bei dem, am 29. Juni durch die Oberbehörde der französischen Freimaurerei gegebenen Jahresmahl, wurde sehr warm belobend über den jüngsten Beschluß der großen englischen Loge in Bezug auf die preußischen gesprochen. Dem Grafen von Zeltner, Faudel, Dr. Wehrend und Allen, welche so erfolgreich die Sympathie der großen Loge für die jüdischen Freimaurer erweckt haben, wurde ein Toast ausgebracht, und mitgetheilt, daß der Herzog Decazes, Großmeister der französischen Freimaurer, eine Spezialmission erhalten, mit dem Prinzen von Preußen königl. Hoh. über die Zulassung regelmäßiger Freimaurer zu den preußischen Logen ohne Unterschied der Religion zu unterhandeln. —. (Arch. isr.) Da die diesjährigen Wahlen auf Tischea Beas fielen, so erließ der Großrabbine von Straßburg ein Zirkulär, worin er die zu seinem Sprengel Gehörenden aufmerksam machte, daß die Pflichten gegen das Vaterland von so hoher Wichtigkeit seien, daß die Wähler sich nicht abhalten lassen dürfen, sich an jenem Fasttage zur Wahl zu begeben. — Auch von den einzelnen Gerichtshöfen wird jetzt, nach dem Beispiel des Kassationshofes, der Eid moro juöitico verworfen, wie jüngst vom Gerichtshof zu Kolmar. — Das Zentral-Konsistorium hat an die Konsistorien von Kolmar und Metz ein Schreiben erlassen, worin es Aufklärung über den Hirtenbrief der beiden Großrabbinen (No. 20) verlangt. Holland. Zwolln, im Juli. Der einzige Rabbiner, der in Holland die Partei unter unseren Glaubensgenossen vertrat, welche eine Verbesserung des Kultus anstrebt, der Dberrabbine und Ritter des niederländischen Löwen Herz selb, ist mit Tode abgegangen. Der König hat seiner Wittwe einen ganzen Jahrgehalt, soweit ihn der Staat bezahlte, nämlich 500 Thaler geschenkt. Preußen. Krefeld, 28. Juli. (Köln. Ztg.) Von den toleranten Gesinnungen der hiesigen Bürger, welche sich bei Gelegenheit der Emanzipationsfrage der Israeliten schon so oft und so schön bewährten, hat die heute stattgefundene Stadtverordnetenwahl wieder einen neuen Beweis geliefert. Herr Ludwig Engersch, Mitglied des israelitischen Konsistoriums, wurde von der dritten Klasse der Wahlberechtigten mit absoluter Stimmenmehrheit zum Stadtverordneten erwählt. Magdeburg, 9. August. (Privatmitth.) In diesen Tagen wurde ein Israelit, Stadtverordneter Gustav Max, zum Stadtrath gewählt. Berlin, 7. August. In einem Schreiben an die Voss. Ztg. verneint Herr Altaras, daß er nach Rußland zu gehen beabsichtige, und daß er eine Mission für die Auswanderung nach Algerien habe. Magdeburg, 9. August. Am 21. Juli verlor die hiesige Gemeinde ihren Aeltesten, Herrn A. E. Mar, königl. Kommerzienrath, nachdem er 24 Jahre ununterbrochen das Vorsteheramt verwaltet hatte. Geboren 1777 in einer lothringischen Stadt, war er seit 1806 in hiesiger Stadt ansässig, und genoß die höchste und verdienteste Achtung, die er sowol durch Bildung und Feinheit der Sitte, als auch durch sein wohlthätigcs Wirken als Mitglied mehrer städtischen Institute und als Privatmann sich gewonnen hatte. Diese sprach sich auch in einem selten gesehenen Leichenzuge aus, dem zwei evangelische Geistliche, Uhlich und Sintcnis, beiwohnten, die ganze israelitische Gemeinde und eine außerordentliche Anzahl Bürger aus allen Ständen sich anschloß. An der Gruft sang die hiesige Liedertafel einige erhebende Gesänge, und, da der Rabbiner Philippson zur Zeit in Breslau war, sprach der Lehrer Beerensson eine Gedächtnißrede. Die Gemeinde hatte der Verewigte glücklich und wohl

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