Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 32 (3.8.1846)
- Date
- 1846-08-03
- Page
- Seite 471 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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471 Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Vi Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus PetiL-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Derlagshandlung. Obrigkeitliche Bekanntmachung. Der auf den 11. und 12. Oktober fallende Meh- und Pferdemarkt zu Scharmbeck ist auf den 7. und 8. desselben Monats verlegt worden. Osterholz, den 14. April 1846. Königlich hannoversches Amt. O. W. Goeben. Fischer. Gesuche. Ein unverheiratheter Religionslehrer, Vorbeter und tinvü sucht sogleich oder zum pt eine Stelle. Hierauf Reflektirende wollen sich in frankirten Briefen an Herrn Held in Berlin, an der Schleuse No. 2 wenden. Zum nächsten ‘pat ist bei der jüdischen Gemeinde zu Drossen die Stelle eines Lehrers, Vorsängers und Schächters zu besetzen. Das Nähere ist auf portofreie Anfragen .zu erfahren beim Vorsteher Blumenthal. Inr Beachtung für jüdische Lehrer. Mehrere recht vortheilhafte Stetten für jüdische Lehrer sind sogleich und zum nächsten Sman zu besetzen durch Theodor Heidts, Versorgungs-Bureau in Berlin, an der Schleuse No. 2. Vakanzen. Zu ynafi riH ist bk Stelle eines Elementarlehrers, Vorbeters und Schächters bei der hiesigen Gemeinde zu besetzen; dieselbe bringt bei freier Wohnung und Heizung ein jährliches Gehalt von 150Thlr. Kour. und ben Grrtrag der Unverheirathete, hierauf reflektirende Individuen wollen sich möglichst bald mit portofreier Einsendung ihrer Zeugnisse wenden an die Aeltesten und Vorsteher der jud. Gemeinde zu Fürstenberg in Mecklenburg. Ein unverheiratheter Religionslehrer, der hauptsächlich in den deutschen Elementarkenntnissen und im Schönschreiben gründlichen Unterrichtzu ertheilenfähig ist, kann sogleich bei mir angestellt werden. An jährlichem Gehalt wird außer freier Kost und Logis vorläufig 400 Frcs. bewilligt, wobei dem Lehrer noch der Vortheil bleibt, sich in meinem Institute in der englischen und französischen Sprache auszubilden. Kandidaten mögen ihre Moralitats- und Qualisikationszeugnisse sogleich portofrei an mich einsenden. I^ewis Jackson, Directeur du Pensionat Anglais Etterbeck4ez-Bruxeües. Es ist das größte Verdienst der A. Z. d. I., daß sie Alles, was für religiöse Bildung geschieht, in ihren Spalten dem großen Publikum vorführt. Hierdurch fand schon manche löbliche Kultus-Einrichtung Anerkennung und Nachahmung, besonders wenn solche von Männern getroffen werden, die, obgleich von streng orthodoxer Frömmigkeit, dennoch die Richtung der Gegenwart wohl erkennend und in's Auge fassend, jeder Neuerung, wenn sie gut und zweckmäßig ist, nicht nur nicht feindlich und hemmend in den Weg treten, sondern selbst Hand an's Werk legen, solche einzuführen, und so glauben wir hoffen zu dürfen, daß Sie, Herr Direktor, den folgenden Bericht Ihrem werthgeschatzten Blatte gern einverleiben werden. Das große Bedürfniß bei den öffentlichen Gottes- Verehrungen an Sabbat- und Festtagen das Wort des Herrn in der Landessprache zu vernehmen, wurde auch bei uns schon längst herzlich gefühlt, indem uns die Wahrheit, daß nur eine in den Weihestunden der Andacht gesprochene Rede das beste Mittel sei, die Gemüther für das Erhabene und Göttliche zu stimmen, lebhaft vorschwebt, hatten wir auch die Befriedigung, in der Person des seit einigen Jahren hier fungirenden Rabbiner, Herrn Joseph Labarmski aus Gnescn, einen Mann gefunden, der unseren Erwartungen vollkommen entspricht. Unser Rabbiner ist nicht nur ein gelehrter Forscher und Kenner des Talmuds, der in Folge seines ausgebreiteten Wissens in diesem Fache sich der Autorität durch ein Zeugniß seines hochberühmten Lehrers, des seligen Rabbiners Akiba Eger, vorigen Rabbiners zu Posen, erfreut; sondern auch ein Mann, der die Zeit mit ihren Forderungen wohl kennend, sich in allen dem Fache eines Rabbiners jetziger Zeit unentbehrlichen Wissenschaften vervollkommnet hat und unermüdlich thatig in seinem Amte ist. Der würdige Rabbiner erfreut uns nicht nur regelmäßig mit jedem Sabbat, an welchem man den Neumond einsegnet, mit einer erbaulichen und kräftigen Rede, und gewahrt uns auch an den Sommersabbaten durch seine moralischen Vortrage über mrttf einen wahren Sabbat-Genuß; sondern auch bei jeder Trauung, die feit seinem Antritte des Amtes, zu unsrer größten Freude, in der Synagoge stattsindel, halt derselbe eine dem heiligen Akt angemessene Rede, die jedesmal geeignet ist, die Herzen zu rühren und zu erbauen. Was besonders hervorgehoben zu werden verdient, ist, daß sich derselbe das Wohl der Jugend mit vollem Eifer annimmt; aber leider ohne Erfolg. Auch mit unverdrossener Thatigkeit arbeitet unser würdiger Rabbiner dahin, den gesunkenen Gottesdienst in unsrer Gemeinde zu heben und alles