Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 32 (3.8.1846)
- Date
- 1846-08-03
- Page
- Seite 464 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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464 schuften hiesiger Gemeinderrritglieder folgende Adresse an die Versammlung gerichtet sei: „Mit Spannung begrüßten wir Sie, hochwürdige Herren, bei Ihrem Eintritte Ln unsre Stadt und unsre Gemeinde; wir sahen theils freudig, theils ängstlich Ihren Berathungen entgegen; wir hatten bisher nur von Beschlüssen erfahren, den Geist aber, welcher die Versammlung belebt, hatten wir nicht gekannt. Wir sind nun mit voller Aufmerksamkeit Ihren Berathungen gefolgt, und wir haben in ihnen einen religiösen Ernst, einen Eifer für die Wiederbelebung unsres Glaubens, für die Veredlung der religiösen Formen wahrgenommen, daß wir in unseren Ueberzeugungen gekräftigt, in unsrer frohen Zuversicht auf die Ewigkeit unsres uralten, aber doch immer jugendlich frischen Glaubens und Ln unserem Vertrauen zu Ihnen, hochwürdige Herren, befestigt werden. Nehmen Sie dafür unfern innigsten, tiefgefühltesten Dank an! Was im Reiche des Geistes erbaut wird, ist mit vielen Schwierigkeiten verknüpft, aber das wird, das darf Sie nicht irre machen; wo man Ihre Verhandlungen hört, werden die Geister geweckt werden, und die heilsamen Folgen werden nicht ausbleiben. Das Wort, das wir Ihnen aussprechen, ist kurz, aber der Gruß ist herzlich und warm! Wie wir Ihrer mit Hochachtung stets gedenken werden, so wollen Sie auch uns ein freundliches Andenken bewahren. Der Segen Gottes sei mit Ihnen!" Im Namen der Fakultätskommission wurde erklärt, daß in demKommerzienrath Fränkel'schen Testament bestimmt worden, ein „Rabbiner-Seminar" nach 5 Zähren zu errichten; daß die Kommission schriftlich und persönlich Verhandlungen mit den Herren Testamentsexekutoren gepflogen habe, die zu sehr befriedigenden Resultaten führen werden. Dann wurde ein Bericht über Chalizah verlesen; die Frage über yo» der liturgischen Kommission zur Berichterstattung übergeben; eine Kommission zum Bericht über die S p e ise g ese tz e für die nächsteRabb. Vers, gewählt; M a n nheim zum Orte der nächsten Rabb. Vers, bezeichnet; die offiziellen Dankreden an Präses und Sekretariat gehalten, und die dritte Versammlung deutscher Rabbinen geschloffen. Zeitungsnachrichten. Moldau und Wallachei. Aus den Donaufürstenthümern, 20. Juni. Vor ein Paar Jahren war ein Judenkind hiervon orientalischen Geistlichen geraubt und getauft worden, der damalige preußische Generalkonsul hatte es schon so weit gebracht, die Herausgabe dieses in ein Nonnenkloster gesteckten Mädchens zu bewirken, und dem Kinde einen Kurator bestellt, so daß die Frage, ob die Tauf« beizubehalten, nicht berührt ward. Später mußte er diese Sache fallen lassen. Jetzt haben sich die Eltern dieses Kindes an den König von Preußen um Schutz gewendet, und es ist jetzt dem Konsulat befohlen worden, auf der Herausgabe dieses Kindes zu bestehen. Doch die Antwort des Staatssekretärs ist gewesen, daß man nicht wisse, wo es hingekommen. Man sieht, die Moldauer sind recht gute Diplomaten: sie verweigern nicht die Herausgabe, lassen auch die Frage wegen der Taufe unangefochten, aber sie überlassen es dem fremden Konsulate, zu ermitteln, wo sich das Kind befindet. Großbritanieu. London, 1. Juli. Die Königin hat Sir Moses Montefiore mit der Würde eines Baronets bekleidet. Londön, 6. Juli. (Privatmitth.) Die Judenbekehrungsgesellschaft hat ihren 38sten Jahresbericht ausgegeben. Ihr Budget beträgt 25,581 8. St. (179,067 Thlr.) Eine große Masse Bibeln, Neue Testamente, Traktate sind von ihr ausgegeben worden. Für jene große Summe hat sie nur wenige Proselyten erlangt. Sie hat dreißig Stationen, zu London 17 Erwachsene und 20 Kinder; zu Bristol und Bath keine; Liverpool keine; Jerusalem2Erwachsene; Beyrut keine; Safet keine; Aleppo keine; Persien keine; Smyrna keine; Nordafrika keine; Warschau 30; Krakau 3; Posen keine; Frankfurt a. O. keine; Berlin 8; Königsberg 3; in der Provinz Preußen 17; Danzig keine; Frankfurt a. M. 2; Kreuznach keine; Breslau keine; in ganz Schlesien 23; Schweden und Dänemark keine; Amsterdam 9; Rotterdam 1; Bucharest keine; Baiern keine; Frankreich keine. Wer diese Zahl Proselyten mit den auf sie verwendeten Summen vergleicht, sieht, in welchem hohen Preise die Seele eines verlorenen Juden steht, über — 1200 Thlr. London, 9. Juli. Als Lord Rüssel, der neue Premierminister, in diesen Tagen in der City zum