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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-07-06 · Heft 28 (6.7.1846) · p. Seite 412

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 28 (6.7.1846)
Date
1846-07-06
Page
Seite 412 (sequence 12)
Language
German
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412 R. Wolfsdorf aus Neuß und A. Herrmanns aus Rees. Die Sitzung wurde eröffnet Vormittags 10 Uhr durch eine Rede des Herrn Oberrabbiners Bodenheimer, worin derselbe die Anwesenden mit Ps. 118, 26 feierlich begrüßte und dann auf eine klare und eindringliche Weise über Nutzen und Zweck der Zusammenkunft sprach, als welchen er besonders hervorhob: Beseitigung der auch im krefelder Konsistorial-Sprengel noch vielfach vorhandenen Mängel des jüdischen Schulwesens, Hebung des Religionsunterrichts, besonders bei den gegenwärtig auf dem religiösen Gebiete des Judenthums obschwebrnden Wirren, Einführung der geeignetsten Schulbücher und Erzielung einer feflern und bessern Stellung der jüdischen Lehrer. — Hierauf wurde zur Wahl eines Präses und Sekretärs geschritten. Erstere Wahl fiel einstimmig auf Herrn Bodenheimer, letztere auf Herrmanns. Es wurden odann Statuten berathen und entworfen (s. Anlage 1). Als Kassirer der „Konferenz-Kasse" und Bibliothekar des zu bildenden Lesevereins wurde Nathan gewählt. Mit dem Unterschreiben der Statuten endigte die Vormittagssitzung. Zweite Sitzung. Anwesend: Sämmtliche Eingangs genannten Herren. Die Frage wurde gestellt: Welche Lehrgegenstäude gehören in eine jüdische Volksschule? Dieser Gegenstand wurde in einer mehrstündigen Diskussion allseitig erörtert. Nachdem die Antwort festgestellt, wurde ein „Stundenplan für jüdische Volksschulen" angefertigt. Die Sitzung wurde demnach vom Präses mit dem Bemerken geschlossen, daß alle Mitglieder sich am folgenden Morgen 0 Uhr zur Fortsetzung der Verhandlungen wieder einfinden möchten. Krefeld, den 4. Mai 1846. unterz. Oberrabbiner Bodenheimer. Herrmau ns. Dritte Sitzung. Am 5. Mai, Vormittags 9 Uhr. Es erschienen: die Herren Präs. Bodenheimer, Friedländer, Cohn, Liffgens, Nathan, Adam, Anschel, Lebach, Wolfsdorf und Herrmanns. Friedläuder fragt: Auf welche Weise künftig die Anträge an die Konferenz gestellt werden sollten. Präses rrwiedcrt: Durch schriftliches Einkommen beim Präsidium, und würden sie alsdann nach Inhalt zum Vortrage kommen. Seien es aber Anträge, die während der Sitzungen nicht erledigt werden könnten, so sollten sie Kommissionen überwiesen werden. Es folgte jetzt Berathung über die einzuführenden besten Schulbücher für die verschiedenen Unterrichtszweige. (Für den Religionsunterricht war schon früher mittels Zirkulär des hochw. Konsistoriums Büdinger's rmnb oder „Leitfaden rc. bestimmt.) Biblische Geschichte. Liffgens schlägt die biblische Geschichte von Büdinger vor und sagt, das Buch sei ziemlich vollständig, enthalte das Wiffenswürdigste und die Sprache sei ganz biblisch; zudem sei es auch schon in vielen Schulen eingeführt. Es wird abgestimmt; Alle für Büdinger. Cohn bemerkt, das Buch sei als Schulbuch zu theuer und möchte er aus diesem Grunde Vorschlägen „Erzählungen der heil. Schrift von Cohn und Dinkelspiel." Bibel übersetzen. Von Mehreren wird als Handbuch die deutsche Bibelübersetzung von Dr. Zunz vorgeschlagen. Präs, verlangt eine Bibelübersetzung. dieSchul- und Volksbibel zugleich sei, eingeführt und spricht sich hierüber folgendermaßen aus: In den früheren Zeiten hatte man die sogenannten um dem Volke den Sinn des Pentateuchs verständlich zu machen. Die Prophetenflücke (r-n822^) wurden eingeführt nach einer Ansicht, weil in den Zeiten der Makkabäer das Lesen des Pentateuchs verboten war; nach einer andern Ansicht, um das Volk dadurch mit den Propheten bekannt zu machen und daran zugleich einen Vortrag zu knüpfen. Die Vorträge hörten auf, die Prophetenstücke blieben. Nach Ansicht des Herrn Redners seien aber die rrnasin eingeführt worden, um das Volk mit der ganzen Bibel bekannt zu machen. Aus diesem Grunde wären auch Sabbat-Nachmittags die Hagiographen gelesen worden. Um nun das Volk in gegenwärtiger Zeit auch mit der ganzen Bibel bekannt zu machen, müsse eine deutsche Volks und Schulbibel in Haus und Schule eingeführt werden und als solche sei die Salomon'sche die geeignetste. Cohn erklärt sich für Zunz, insofern die Bibel als Handbuch beim Uebersetzen in der Schule dienen soll, da sie durchaus wortgetreu sei. Als VolkSbibet, deren nochwendige Einführung Sprecher anerkennt, könne er sie allerdings nicht empfehlen. Friedläuder: Zunz' Bibel möge der Lehrer für sich benutzen, um sich auf den Unterricht vorzubereiten. Es müsse aber auch eine Bibel

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