Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-07-06 · Heft 28 (6.7.1846) · p. Seite 411

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 28 (6.7.1846)
Date
1846-07-06
Page
Seite 411 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3225443-3225472--07859-3238642
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

411 der Gegenwart ab, die Schranke und die Scheidewand der Absonderung zu überwinden, zur Befähigung des vollen Mitgenuffes einer, der menschlichen Natur angemessenen Bildung den ersten Grund in der Kindheit zu legen, selbst unter Umständen, die von diesem Streben abschrccken und den Muth der Ausführung lähmen könnten. Ein solcher Umstand ist besonders die Schwierigkeit der Besetzung der Lehrerflelleu und der häufige Wechsel der Lehrer. Dieselben müssen, in Ermangelung inländischer Kandidaten, vom Auslände, oft aus weiter Ferne herbeigezogen werden, haben dann hier im Laude weder eine Heimath, noch können fie durch die Anstellung sogleich eine Heimath gewinnen. Da aber die Fähigkeit und bewährte Tüchtigkeit im Lehrfache nicht erst weit nach Brod zu suchen braucht, so entschließt fich selten ein tüchtiger jüdischer Lehrer, dem Rufe zu folgen. Die Konkurrenz ist daher nie groß und die Gemeinden find oft froh, wenn sie nur irgend Gelegenheit finden, die Stellen wieder zu besetzen, und es kömmt auch wol zuweilen vor, daß ein völlig Unberufener sich plötzlich in die Pädagogenjacke steckt und bei uns sein erstes Experiment machen will, oder daß so ein übrig gebliebenes Kind der lieben, alten Zeit, das in anderen deutschen Ländern seine pädagogischen Flügel verbrannt hat an der Sonne der dortigen Bildung, glaubt, im unbekannten, stillen oldenburger Lande sei noch ein Asyl für sein Talent." Dogmatisch-historische Beleuchtung des alten Judenthums. Von Aron Günzburg, Rabb. und Pred. zu Libochowitz in Böhmen. Prag, 1846. Das Judenthum von allen den ihm oft von seinen Hassern gemachten Vorwürfen zu reinigen, ist der löbliche Zweck des Verf., und wenn auch hier nicht viel Neues zu sagen ist, so kann es doch darum nicht oft genug wiederholt werden, weil die Gegner nicht ermüden, ihre Vorwürfe zu wiederholen. Zu zeigen, daß das Judenthum, indem es den jüdischen Stamm als ein „priesterliches" Reich anspricht, nicht eine Ausschließung der übrigen Völker, sondern nur die besondere Aufgabe des jüdischen Volkes, der Lehre des einigen Gottes mit all ihren Konsequenzen sich ganz zu widmen, im Auge hat, und daß das Judenthum alle Tugendhaften auch anderer Religionen selig spricht, ist der Inhalt des ersten Kapitels. Daß sowol Bibel als Talmud die unbedingteste Rechtlichkeit gegen alle Menschen zur Pflicht machen, bespricht das zweite, und das dritte Kap. die Vorschriften gegen den Wucher und die historische Neigung der Israeliten zum Landbau. Daß das Judenthum die Religion der Liebe ist, wobei der Verf. die Ethik des Judenthums skizzirt, weiset das vierte Kap. nach. In einem Anhänge schließt der Verf. „von den Pflichten des Israeliten gegen den Staat." Des Verf. redliches Streben unterstützt umfassende Bibel- und Talmudkenntniß, und so wird sein Buch in den Händen des aufgeklärten Nichtjuden eine Befestigung seiner Ansichten, in den Händen des gewissenhaften Gegners ein weisliches Bedenken seiner Opposition bewirken. 2. Juni. Blüthen rabbinischer Weisheit, gesammelt von Dr. H. Jolowic;, Rabb. in Köslin. Zweites Bändchen. Thorn, 1846. Wir verweisen auf die Selbständige des Verf. über das erste Bändchen No. 25 vor.. I. Der Verf., ein fleißiger Sammler und geschickter Ordner, hat auch in diesem Bändchen die Bearbeitungen von Midraschim und Talmuden aus der neuesten Zeit paffend zusammenzustcllen gewußt. Die meisten Piecen sind von Tendlau und Krafft, einige vom Herausgeber selbst. Das Gedicht „der Stab ans dem Paradiese" (S. 26), das der Verf. S. 32 einem Anonymus zuschreibt, ist vom Schreiber dieses, und findet sich vollendet im zweiten Theil unsres „Saron" S. 54—64, wo noch zwei neue Nummern das Ganze beschließen. Uebrigens hat der Herausgeber auch die Reflexionen zu jeder Nummer weggelaffen. Außer einigen kleinen Druckfehlern ist zu bemerken, daß die beiden letzten Zeilen der ersten Fabel zur zweiten gehören. Korrespondenz. Krefeld, 18. Juni. Protokolle der Lehrerversammlung zu Krefeld am 4. und 5. Mai 1846. Erste Sitzung. Anwesend waren: der Herr Oberrabbiner Boden- Heim er und die Lehrer PH. Anschel aus Viersen, I. Liffgens ans Corschenbroich, H. Frredländer aus Oberaußem, I. Nathan und S. Adam aus Krefeld, M. H. Cohn aus Grevenbroich, N. Frank aus Düsseldorf, S. Lebach aus Wevelinghoven, M. Rosenberg aus Bergheim, A. de Groote aus Frechen, R. Nordwald aus Blatzheim, E. Gumpricht aus Kerpen,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.