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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-07-06 · Heft 28 (6.7.1846) · p. Seite 406

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 28 (6.7.1846)
Date
1846-07-06
Page
Seite 406 (sequence 6)
Language
German
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406 worden. Es sind dies der vr. M. Veit, ein Aeltester der jüdischen Gemeinde, und der geheime Kommerzicnrath Joel Wolf Meyer, der geachtete und auch um seinen Geschäftszweig vielverdiente Chef einer großen Seidenfabrik und Handlung. Berlin, 24. Juni. Es ist bekannt, daß unser musikalischer Landmann Herr Julius Stern, der sich jetzt hier befindet, bei seinem dreijährigen Aufenthalte in Paris einen deutschen Gesangsverein gegründet, und mit demselben die Ehre der deutschen Kunst sehr fördernd vertreten hat. Es ist ihm in diesen Tagen eine ehrende Anerkennung seiner Verdienste durch den Verein selbst geworden, indem dieser ihm durch unfern Gesandten Herrn Baron v. Arnim in Paris einen schönen silbernen Pokal übersandt hat, auf welchem die Namen der Direktions-Mitglieder eingegraben sind. Berlin, 25. Juni. (Privatmitth.) Die preußischen Freimaurerlogen haben ein außerordentliches Dementi erlitten, und kann nunmehr diese Frage als entschieden betrachtet werden. Die berliner Logen sind Filiale der englischen, wie schon der Name Noyal- Uork anzeigt. Demungeachtct haben die englischen Logen feierlich jede Verbindung mit den preußischen abgebrochen, haben ihren Repräsentanten abberufen und dem Repräsentanten der preußischen Logen, Ritter Konsul Hebeler, angezeigt, daß er in seiner bisherigen Stellung seinen Platz nicht ferner einnehmen könne, und alles dies, weil die preußischen Logen jüdischen Freimaurern den Zutritt versagen. Bekanntlich haben auch die nordamerikanischen Logen vor einiger Zeit ein donnerndes Manifest dagegen erlassen, haben die französischen dies Verfahren als völlig unmaurerisch verurtheilt; in Holland wird ein gleicher Schritt beabsichtigt. Somit steht die preußische Loge ganz isolirt, und, von allen anderen Logen der Welt verleugnet, wird sie wol schwerlich jene Ausschließung der Israeliten als freimaurerisch behaupten können. Sie wird entweder nachgebcn, oder sich auflösen und neu konstituiren müssen, oder ein kümmerliches Dasein, das nichts mehr als die Existenz eines KlubbS beanspruchen kann, fortführen. Denn da das Wesen der Freimaurerei die legale Verbindung der gleichgesinnten Menschen aller Länder ist: zerfällt es in nichts, wenn diese auf die engen Grenzen eines Staates beschränkt ist. Ehre aber insbesondre jenen jüdischen Freimaurern in Berlin, welche mit Kraft und Ausdauer, ohne Ansehen der Person, ihr gutes Recht verfochten haben. Die englischen, französischen und nordamerikanischen Logen haben nur der Wahrheit gehuldigt — diese Männer aber haben sie mit Opfern vertheidigt, und — gesiegt! Aus dem Großherzogthum Posen, im Juni. (Privatmitth.) Sir Moses ist von seiner Reise zurückgekehrt, ist glücklich nach London gelangt. Ihn empfing aller Orten der Zuruf seiner Glaubensbrüder, der Zuruf jedes Menschenfreundes — denn es ist ein seltner Mann voll Liebe und Aufopferung. Bescheiden und würdevoll hat er alles Gepränge, alles Aussehen vermieden, jedes Hinaustreten in die Oeffentlichkeit, um den so wohl verdienten Lobspruch einzuernten, wurde sorgfältig von ihm beseitigt. Man muß gestehen, es macht ihm dies eben so viel Ehre, wie es politisch klug ist. Wirklich, Sir Moses ist ein herrlicher Mann, und wir legen ihm freudig unsre Huldigung dar. Wie aber steht es um die Erfolge dieser Reise? Wer nur irgend in die Sachlage Einsicht hatte, konnte solche kaum erwarten. Wie wäre es möglich, daß ein festes, vollendetes System, welches seines Zieles sich klar bewußt, nicht bloß die Juden, sondern auch alle Nichtangehörige zum Gegenstände seiner Operation hat, welches auf gewissen Ansichten von den Juden beruht, und bereits ein Heer von Unterstützern hat, die ihre Existenz in der Ausführung haben, durch die Stimme eines einzelnen Ausländers, dem man stets erwiedern konnte: „Du kennst die nicht, welche Du vertheidigst" — eine Antwort, die sicherlich gegeben worden, wie man leicht aus der Intention, die bedeutendsten Gemeinden zu bereisen, herauslesen kann — verändert, gänzlich umgestülpt werden sollte?! Nein, das lag so fern, daß es höchst naiv war, diese Reise mit der zum Pascha von Aegypten zu vergleichen, wo es nur einen verleumderischen Rechtshandel galt, und es zu einem Manne — Mehemed Ali — ging, in dessen Interesse es lag, sich der Welt gerecht zu zeigen, und er konnte, ohne daß es ihm einen Stüber kostete. Aber einen Erfolg mußte die Reise haben, der sehr zu bedauern. Man weiß, daß eben begonnen hatte, in den europäischen und amerikanischen Juden

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