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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-07-06 · Heft 28 (6.7.1846) · p. Seite 403

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 28 (6.7.1846)
Date
1846-07-06
Page
Seite 403 (sequence 3)
Language
German
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403 1. Mai wurde Herr Michel Lövy, Oberarzt des Militärhospitals daselbst, mit dem Orden der Ehrenlegion dekorirt. —. Am 16. Juni versammelten sich das Zentralkonsistorium und die Abgeordneten auf dem Stadthause, um zur Wahl des Großrabbinen des Zentralkonsistoriums zu schreiten. Die Herren Anspach und Halevy waren abwesend; vr. Cahen Abgeordneter des Sprengels von Paris, legte eine Protestation gegen die Operation des Kollegiums ein und enthielt sich der Abstimmung. Zahl der Stimmenden 18. Der Großrabbine des Konsistoriums von Paris, Herr Ennöry, erhielt 17 Stimmen. Ein Stimmzettel enthielt gar keinen Namen. Paris, 21. Juni. (Privatmitth.) Sie haben mich ersucht, Ihnen über die Wahl des Großrabbinen des Zentralkonsistoriums zu schreiben, und was wol aus derselben für die religiösen Zustände der französischen Israeliten resultire. Es ist nicht viel darüber zu sagen. Aus den Blättern werden Sie erfahren haben, daß einstimmig (mit 17 unter 18 Stimmen) Herr Ennery, der bisherige Großrabbine des pariser Distriktskonsistoriums, gewählt worden. Nun wissen Sie, daß eine solche Einstimmigkeit durch Nichts vorausangedeutet war, und selbst die kleine Partei der sich als Ultras Geberdenden, und die die Wahl des, die Ruhe und Unthätigkeit liebenden Herrn Ennery als sehr günstig ansehen muß, wußte nichts davon: sie ist damit auf überraschende Weise beschenkt worden. Man kann daher nur das Eine daraus entnehmen: daß bei den französischen Juden auch nicht die entfernteste Spur eines religiösen Eifers, und darum eines religiösen Kampfes vorhanden ist. Die Apathie, die schrecklichste Apathie ist vorherrschend. Wie sich auch gewisse Blätter geberden, es ist kein Zelotismus, es ist aber auch nicht der geringste Eifer vorhanden. Wie ängstlich haben die Journale gerufen, daß die 2V zur Wahl Delegirten nur ja bei der Wahl erscheinen möchten. Na, sie sind gekommen, um sich nur ihres, einmal ihnen auferlegten Amtes zu entledigen. (Hatte man doch schon vorher einen neuen Termin festgestellt, wenn die vom Gesetze geforderte Zahl Delegirter nicht erscheinen sollte!) Und sie haben Herrn Ennery gewählt, gegen dessen Wahl Niemand ebensowenig einzuwenden hat, wie er Etwas — dafür hat. Es ist Schicklichkeit, den pariser, bejahrten Mann, der Niemandem was zu Leide gethan, zu wählen. Hätten sie einen Andern gewählt, so hätte man entweder Orthodoxie oder Reform gewittert. Bei Herrn Ennöry wittert man Beides nicht, denn er ist ein ruhiger, bejahrter Mann. Daher Einstimmigkeit. Man ist fertig. So ist es hier beschaffen; und vergebens jagen sich einige Leute ab, einen Kampf zwischen Reform und Orthodoxie hervorzurufen, diese oder jene zu repräsentiren, Parteien um sich zu scharen, Losungsworte zu geben, die Feldherren zu spielen — es ist und wird nichts damit. Die Einen sind mit dem statu quo zufrieden: die Anderen sind über die Religion längst — hinaus! Großbritanieu. London, 15. Juni. (Jew. Chron.) Am Mittwoch, den 3. d., fand die vierteljährliche Versammlung der Freimaurer in der Loge in Great- Queen-Street, Lincolns Inn Fields statt. Der ehrenwerthe rc. Gras von Zetland, Großmeister von England, Sprecher, der Lord Wriotesley, Vizc-Großmeister, und viele andere hohe Beamte waren gegenwärtig. Nach Beseitigung der lausenden Geschäfte bat der Graf von Zetland die große Loge um die strengste Aufmerksamkeit, da es sich um einen wichtigen Gegenstand handele, nämlich um das Resultat der Korrespondenz, welche zwischen den beiden großen Logen von England und Preußen über die Weigerung der Letztem, jüdische Freimaurer zu ihren Versammlungen zuzulassen, geführt wurde. Der erste Sekretär las darauf den Briefwechsel vor. In Antwort auf die Frage der großen Loge von England, ob eine Person, welche sich zur jüdischen Religion bekennt und im Besitz eines Diploms der großen Loge zu England ist, zu ihren Versammlungen in Preußen während ihrer Arbeiten zugelassen werden könne, antwortet die große königliche Loge Port zur Freundschaft in Berlin, daß ein Bruder, der sich zum jüdischen oder mohamedanischen Glauben bekennt, nach der Verfassung (?) (canslitutiou) ihres Landes, zu ihren Arbeiten und Versammlungen nicht zugelaffen werden könne, auch nicht zu denen geringern Grades, da sie durch ihre Gehorsampflicht gegen ihre maurischen Vorgesetzten zur strengen Handhabung solcher Ausschließung gezwungen seien. Und, wird hinzugefügt, sollte der

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