Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 27 (29.6.1846)
- Date
- 1846-06-29
- Page
- Seite 400 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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400 sitzt — und woselbst Unterricht in den mannigfachsten Fächern ertheilt und französisch konversirt wird — in Wohnung und Kost und zur Beaufsichtigung ihrer Studien ausgenommen werden. Nähere Auskunft ertheilt gefälligst die Verlagsbuchhandlung von Schmid & Busch in Wien, in welche man sich in portofreien Briefen mit Beifügung der Chiffre M. 8. baldigst zu adressiren beliebe. Jüdische Pensionsanstalt in Berlin. Eltern, denen sowol an einer gründlichen, besonders die Vorbereitung zum kaufmännischen Stand berücksichtigenden Ausbildung, als auch an einer jüdisch-religiösen Erziehung ihrer Kinder gelegen ist, empfiehlt sich eine in beiden Beziehungen jedem Anspruch genügende Pcnsionsanstalt in Berlin. Nähere Auskunft ertheilt Herr vr. Sachs, Rabbinatsassessor in Berlin, Klosterstraße 21. Danksagung. Mit Bezugnahme auf die Pcivatmittheilung aus Berlin vom 9. Mai a. c. durch die A. Z. d. I., das gymnastisch-orthopädische Institut des Arztes und Operateurs Herrn Lr. H. W. Beren d zu Berlin betreffend, fühlt der Unterzeichnete sich dringend veranlaßt, zur höheren Würdigung der edlen Gesinnung dieses menschenfreundlichen Arztes auch Folgendes zu veröffentlichen. Es sind nämlich zwei meiner Kinder an den Untcrextremitäten dermaßen gelahmt, daß sie, ungeachtet der sorgfältigsten Behandlung von anerkannt tüchtigen Aerzten (Schönebecks, Magdeburgs und Leipzigs), bis jetzt unfähig zum Gehen geblieben sind und daher stets einer mühevollen Abwarlung bedürfen. (S. die Abbild, des zweiten Berichts des Herrn vr. Berend gymnastisch-orthopädischen Instituts. Berlin 1845.) Auf den Rath mitfühlender Männer und in gehegter Hoffnung auf mögliche Hülfe, vermittelte ich die Aufnahme eines meiner unglücklichen Kinder in obgedachtes Institut; zugleich aber auch einige Zusicherung temporärer Unterstützung in Berlin, der ich bei meiner gedrückten Lage so sehr bedurfte. Doch diese Unterstützung war nicht von langer Dauer, und allein außer Stande, die Kosten für den Aufenthalt meines Kindes im gedachten Institute zu bestreiten, mußte ich gefaßt sein, so schmerzlich es mir auch gewesen wäre, mein unglückliches Kind dem Zufall« zu überlassen und aus dem Institute nehmen zu müssen. Dieses schmerzliche Gefühl, diese peinliche Verlegenheit entging diesem menschenfreundlichen Manne nicht. — Was that nun dieser würdige Mann? — Mein Herz ist zu voll der innigsten Dankgefühle, ich muß cs öffentlich bekennen: nicht Gold, nicht Silber sind die Beweggründe zu seinem edlen Bestreben, die Leiden seiner Mitmenschen zu lindern. — Nein, aus reinster Menschenliebe und ohne alle Aussicht auf Bezahlung spricht er freundlich: „Ihr Kind bleibt bei mir." Seine eben so gefühlvolle als würdige Gehilsin Vorsteherin, Fräulein Weichenthal, unterzieht sich liebevoll und unermüdet der sorgsamsten Wartung und Pflege meines unglücklichen Kindes selbst, sie hebt und pflegt es wie eine treue Mutter, und dieses aus uneigennütziger reiner Menschenliebe. Möge dieses Institut fort und fort blühen, zum Heil der Menschheit! Schönebeck im Juni 1846. Der Lehrer und Kantor hiesiger jüd. Gemeinde, W. Elkrnanu. Literarische Anzeigen. In meinem Verlage ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Fünf Sendschreiben der großen Mehrzahl der Mitglieder der breslauer Israeliten-Vemeinde an Herrn Rabbiner Vr. Geiger und an Sich selbst, gr. 8. Preis geheftet 5 Sgr. Diese Sendschreiben, welche die Stellung eines bekannten jüdischen Theologen zum positiven Judenthum einer schärften Kritik unterwerfen, dürften auch in weitern Kreisen dasselbe Interesse erregen, das sie bei ihrem Erscheinen in der Nähe des Beurtheilten erregt haben. Breslau, im Juni 1846. g*. A^hoh. Zm Verlage der Schulischen Buchhandlung in Oldenburg ist erschienen und kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden: Zudenlie-er von August Jausten. 136 S. in 8. In Umschlag geh. 29 Ngr. (16 gGr.) Druck von 3. B. Hirschfeld. (Hierzu eine Beilage.)