Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 27 (29.6.1846)
- Date
- 1846-06-29
- Page
- Seite 396 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3224737-3225443-3225471--07841-3238623- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
396 worben, würdig an die Seite gesetzt zu werden allen rüstigen Kämpen für die Sache der Juden, genannt zu werden neben den anderen Vertheidigern, die der Jude mit Achtung und Dankbarkeit nennt. Wir halten es demnach für Pflicht, diesen unfern Dank, diese unsre Anerkennung hiermit auszusprechen und länger Zaudern wäre ein Zeichen der Theilnahmlosigkeit an der geheiligten Sache Israels, wäre Zeugniß einer strafbaren Gleichgültigkeit gegen seine Interessen. Wir vermögen wohl das Schwierige Ihrer Lage zu ermessen, wir kennen die Hindernisse, die sich Ihnen entgegenstellen mußten, und wir verehren den Freimuth hoch, verehren hoch die Offenheit und Kraft, mit der Sie vereinzelt, allein, ohne andre Hülfe erwarten zu können als die, so Ihre Talente Ihnen bieten, den Kampf begonnen und glänzend durchgeführt. Mögen Ihnen diese tiefgefühlten Worte des Dankes genehm sein, und empfangen Sie die Versicherung der unbegrenzten Hochachtung von den Ew. Wohlgeboren ergebenen Lehrern sämmtlicher öffentlicher israelitischer Lehranstalten zu Preßburg. (Folgen, die Unterschriften.) Preßburg, den 3. Mai 1846. Wir wünschen und hegen die Hoffnung, daß Herr Neustadt, der auch gegen Professor Rosas den ersten und heftigsten Schlag in seinem Blatte geführt, nochloft fortfahren möge, mit seiner gewandten und kräftigen,Feder die Sache der Juden in Ungarn gegen die Feinde des Lichts und des Rechts in Schutz zu nehmen. B. Korrespondenz. Berlin, im Mai. Dr. Sachs'fche Vorlesungen. (Schluß.) X. XI. XII. Die Sächsischen Vorlesungen find nun seit längerer Zeit beendet. Ich habe noch über die drei letzten zu referiren. Obschon die vorhergegangenen Berichte mir nicht die angenehmste Beschäftigung waren, weil ich nur zu sehr fühlte, wie wenig das Gegebene, ein so warmes Interesse, mit dem das Publikum den Sach'schen Borlesungen entgegenkam, und das meine Leser gewiß auch mit mir rheilten, befriedigen konnte, so habe ich meine Mittheilungen dennoch bis hierher fortgesetzt, in der Hoffnung, Herr Dr. Sachs werde mir am Schlüsse noch Gelegenheit geben, etwas zu berichten, das meine Leser nicht in irgend einer Geschichte der Israeliten finden dürsten: denn damit diese Spalten zu füllen oder ein erwartungsvoll versammeltes Publikum zu unterhalten, schien mir ein gleich großer Mißbrauch. Diese Hoffnung liegt nunmehr getauscht hinter uns, und ich appelire nur an sie, mir zur Genugthuung und vor meinen Lesern zur Entschuldigung, wenn ich nicht kurzweilig genug gewesen. Ich habe redlich danach gestrebt, manchen Gedanken, die aus meinem Munde und in meine Sprache übersetzt, schlicht oder flach, sicher die Aufmerksamkeit nicht rege gehalten hätten, den Putz und Schmuck unbenommen zu lassen, mit dem sie der Redner so meisterhaft herauszuschmücken verstand, und vielleicht gelang es mir dadurch, manche winzige Idee vor dem Zerfallen in ihr Nichts wenigstens bis zur Weiterbeförderung aus meiner Hand dem flittersüchtigen Blicke zu retten. Jedenfalls habe ich die Beruhigung, nicht ungerechter Weise einen subjektiv oder falsch aufgefaßten dürftigen Inhalt prächtiger Wortgebäude gegeben zu haben. — Gegenwärtigen Rest der Referate würde ich mir sicher erspart haben, wenn ich nicht dadurch einer Schuldigkeit zu genügen glaubte. Hat mich, wie ich bemerkte, der erwartete Schluß zu nächst vorhergehenden Berichten bestimmt, so bestimmen jetzt die vorhergehenden zum Berichte des Schluffes, den ich aber so kurz als möglich geben werde. In der zehnten Vorles. verbreitete sich der Redner über die Heroen der jüdischen Literatur aus der arabisch-spanischen Epoche Abraham ben Meir, Ebn Esra und Maimonides. Ersterer (geb. 1119 zu Toledo), hieß es, hat sich durch seinen vielseitigen Scharfblick, seinen Witz und seine außerordentliche Gelehrsamkeit eine Stelle errungen, die selbst, wenn der Stoff verschollen ist, den er meisterte, ihm wegen der unberechenbaren Einwirkung auf die Entwickelung der jüdischen Kultur die Unsterblichkeit in der dankbaren Erinnerung der Bekenner des Judenthums sichert. — Bei einem vielbewegten Wanderleben hatte er mit der drückendsten Armuth zu kämpfen, und ein späterer Schriftsteller erzählt, daß er nie habe über eine Münze verfügen können. Dennoch wurde er auf seinen Reisen durch mehrere Länder Europas, zuletzt nach Palästina, überall ehrenvoll begrüßt, und mit der größten