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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-06-29 · Heft 27 (29.6.1846) · p. Seite 391

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 27 (29.6.1846)
Date
1846-06-29
Page
Seite 391 (sequence 3)
Language
German
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891 men werden. Nach der Grundsteinlegung fand ein Diner in der London Tavern stall, wo Lord Brougham den Vorsitz führte, und Dwarkanauth Lagorn, Christie Esq., Sir Edw. Ryan, der Herzog von Sommerset, Sir Jsak L. Goldsmid, der Prediger der West- London-Synagoge Marks u. A. Theil nahmen. Lord Brougham brachte dem Sir Jsak L. Goldsmid ein Hoch aus, „dessen Munisizenz, verbunden mit der anderer achtbaren Männer israelitischen Glaubens das Institut hauptsächlich seinen Ursprung und Fortgang zu verdanken habe". Dann sprach der Lord darüber, wie sich mehre israelitische Studenten auf der Universität ausgezeichnet haben, und nannte namentlich seinen Freund, Herrn Jakob Waley, den er für einen der besten Mathematiker des Landes betrachte. Deutschland. Dresden, 18. Juni. (Privatmitth.) Da in dem sächsischen Landtagsabschiede der israelitischen Angelegenheiten keine Erwähnung geschieht, so möge den Lesern der A. Z. d. I. folgende nähere Mittheilung deshalb zukommen. Die von der israelitischen Gemeinde zu Dresden im Januar d. I. an die H. Kammer eingereichte Petition um Aufhebung der in der gegenwärtigen Gesetzgebung hinsichtlich der sächsischen Israeliten noch bestehenden Beschränkungen, so wie eine Petition ähnlichen Inhalts der israelitischen Gemeinde zu Leipzig, wurden von der II. Kammer an die dritte, zu Begutachtung ständischer Anträge bestimmte Deputation überwiesen. Im Schovse dieser Deputation war auch bereits ziemliches Einverständniß zu Gunsten mehrerer den Israeliten zu gewährenden Rechtserweiterungen vorhanden und ein diesfallsiger Bericht an die Kammer wurde vorbereitet. Allein inzwischen war auch eine Petition des vermittelst königlicher Dispensation zur Advokatur zugclassenen Rechtskandidaten Isidor Kaim (worin mit vielem Scharfsinne nachgewiesen wird, daß Juden in Sachsen zum Notariat und zu Staatsämtern de jure zuzulassen seien) an letztgedachte Deputation überwiesen worden, ebenso eine Petition wegen Aufenthaltsverweigerung eines jüdischenBürgers zu Meerane; der Bericht über die Hauptsache konnte nun nicht eher zum Abschlüsse gelangen, bis über letztere Petitionen in der Deputation entschieden war. Hiezu bedurfte es aber mancher juristischer Erörterungen und Verhandlungen mit Regierungs-Kommiffarien aus mehreren Ministerien; bei dem Drange der Geschäfte des mit Arbeiten überhäuften Landtags verstrich darüber eine so lange Zeit, daß der Bericht nicht mehr in der Kammer berathen werden konnte. Dies ist die formelle Ursache, warum unsere Angelegenheiten diesmal nicht zur Verhandlung gelangten. Materiell ist dadurch nichts verloren, da bei der mehrfachen Aufregung und den sich schroff entgegenstehenden Ansichten in den Kammern schwerlich ein günstiges Resultat zu erwarten war. — Uebrigens find auch viele andere sehr wichtige Landesangelegenheiten, sowol Regierungsvorlagen als Petitionen, bei diesem Landtage nicht zur Verhandlung gekommen; die Nichterledigung der israelitischen Angelegenheit darf also nicht auffallen. Jedenfalls sind unsere Rechtsansprüche, durch Einreichung der Petitionen an die Kammer, gewahrt worden und hat die Regierung die im Landtagsabschicde von 1843 gegebene Verheißung, die israelitischen Angelegenheiten in Erwägung zu ziehen, immer noch zu erfüllen. Bei dem Budget für das Kultusministerium wurde übrigens die Bewilligung von jährlich 400 Thalern zu dem israelitischen Kultus und Schulwesen in beiden Kammern auch diesmal wieder einstimmig ausgesprochen. In der II. Kammer bemerkte hierbei der Herr Kultusminister v. Wietersheim, „daß er keine christliche Gemeinde von 7—800 Seelen in ganz Sachsen kenne, welche so viel für den Kultus und die Verbesserung des Unterrichts leiste als die israelitische Gemeinde zu Dresden!" Preußen. Breslau, 18. Juni. (Privatmitth.) Es haben sich bis jetzt noch angemeldet: 23) Pred. Dr. Auerbach in Frankfurt a. M.; 24) Landesrabbiner Dr. Herzfeld in Braunschweig; 25) Rabb. Sobernh eim in Bingen. Jndeß haben noch Viele vorläufig ihr Hinkommen zugesagt. Berlin, 19. Juni. (Privatmitth.) Wie ich eben höre, steht die hiesige Gemeinde schon in Unterhandlung wegen eines Platzes für die neu zu errichtende Synagoge und soll deren Bau wo möglich noch diesen Sommer in Angriff genommen werden. Wir

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