Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 26 (22.6.1846)
- Date
- 1846-06-22
- Page
- Seite 381 (sequence 9)
- Language
- German
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881 dem. In Erwartung dieser Vermehrung, die größer sein wird, als die, welche Herr Cremieur fordert, wenn die Kammer die 8200 Fr. bewilligen will, so stimme ich dem gänzlich bei. — Bei der Abstimmung wurde das Amendement angenommen. —. Die Wahl des Großrabbinen des Zentralkonsistoriums wird nun den 14. Juni stattfinden. —. In der Sitzung der Deputirtenkammer vom 23. Mai interpellirte Herr v. Beaumont (von der Somme) den Minister der auswärtigen Angelegenheiten über die Stellung der in der Schweiz wohnhaften französischen Israeliten, und protestirte kräftig gegen die Ausnahmsgesetze, welchen die Unduldsamkeit der Kantone dieselben unterwirft. Der Minister antwortete, daß die Frage eine delikate ist, daß sie schon mehre Male die Aufmerksamkeit der Regierung beschäftigt habe, und daß diese wünscht, in dem Augenblicke, wo die Traktate von 1803 und 1827 erneuert werden sollen, man eine gute Stellung bezüglich der Israeliten in der Schweiz einnehmen, und für sie vollständige Rechte, denen der übrigen französischen Bürger gleich, erlangen könne. Deutschland. Meiningen, 5. Juni. (Privatmitth.) Das herzoglich sachsen-meining'sche Regierungs- und Jntelligenzblatt brachte in diesen Lagen im Betreff der Wiederbesetzung des Landrabbinats folgendes Ausschreiben herzogl. Konsistoriums: „Im Namen Sr. Hoheit des Herzogs Bernhard „zu Sachsen-Meiningen und Hildburghausen, souve- „ränen Fürsten zu Saalfeld rc. Da die Stelle eines „Landrabbiners für die israelitischen Gemeinden des „Herzogthums, verbunden mit der eines Ortsrabbiners „zu Walldorf, nach abgelaufener Gnadenzeit derWittwe „des verstorbenen Landrabbiners Hofmann wieder be- „setzt werden soll; so werden dazu hinreichend befähigte Rabbinats-Kandidaten hierdurch aufgefordert, „nicht allein die erforderlichen Zeugnisse im Original „oder in gehörig beglaubigter Abschrift einzureichen, „sondern sich auch persönlich bei der Unterzeichneten „Behörde anzumelden. „Hildburghausen, den 13. Mai 1846. „Herzoglich sächs. Konsistorium. P. v. Bibra." So gering einestheils gedachte Stelle dotirt ist — auf 500 Fl. rhein. — so bietet sie anderntheils Alles dar, was einem Rabbiner, der seine Stellung zur Jetztzeit erfaßt hat, erwünscht sein kann. Er steht unter einem erleuchteten Monarchen, dem das Wohl seiner Unterthanen ohne Unterschied des Glaubens nahe am Herzen liegt; unter einem humanen Konsistorium, das schon vor 2'/r Dezennien jüdische Lehrer bildete und jüdische Schulen zweckmäßig organisirte, in allen Gemeinden des Herzogthums (Walldorf, Hildburghausen, Gleicherwiesen, Simmershausen, Berkach, Bibra, Bauerbach, Dreißigacker, Marisfeld) findet er mächtiges Streben nach wahrer Aufklärung, einen geordneten Gottesdienst, der den besseren der israelitischen Gemeinden Deutschlands zur Seite stehen kann rc. Der mit vielem Danke anzuerkennende gerechte Wille des herzoglichen Konsistoriums, wie der sehnliche Wunsch sämmtlicher israelitischen Gemeinden begegnen sich darin: „möchte unser Rabbinat auch den geeigneten Mann finden!" Einsender dieses ist fest überzeugt, daß es viele Rabbinats-Kandidaten giebt, denen es weit weniger um eine „melkende Kuh", als um zeitgemäße Wirksamkeit zu thun ist. Möchten daher solche Männer von sittlichem Ernste und edler Thatkraft, die wissenschaftliche Bildung mit talmudischer Gelehrsamkeit verbinden, obiger Stelle ihre Aufmerksamkeit nicht versagen! H. Karlsruhe, 1. Juni. Die verschiedenen Eingaben der Israeliten um Gleichstellung mit ihren christlichen Mitbürgern haben diesmal in der Kommission ein besseres Schicksal gehabt als früher; die große Mehrheit (6 gegen 3) hat sich für die Emanzipation erklärt, der Abg. Brentano wird in diesem Sinne berichten. Preußen. Breslau, 12. Juni. (Privatmitth.) Die Vorbereitungen für die am 13. Juli zu eröffnende dritte Versammlung deutscher Rabbinen gehen erfreulich vorwärts. Bis gestern waren bereits zwei und zwanzig Meldungen eingelaufen, und weiteren zahlreichen Meldungen sieht man entgegen. Die bereits Angemeldeten sind: 1) A. Adler, Prediger in Worms, 2) vr. S. Adler, Rabbiner in Alzey, 3) Ben-Israel, Pr. in Koblenz, 4) 0r. Einhorn, R. in Birkenfeld, 5) vr. Formstecher, Ob.-R. in 26*