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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-06-22 · Heft 26 (22.6.1846) · p. Seite 380

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 26 (22.6.1846)
Date
1846-06-22
Page
Seite 380 (sequence 8)
Language
German
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380 bereits auf 16—18,000 gestiegen; 1826 hatte Warschau 136,433 Bewohner, darunter 28,644 Juden. 1828 zählte man der Letzteren 30.459 bei einer Gesammtbevölkerung von 136,724 Seelen. 1830 hatte Warschau 139,654 Einwohner, worunter nahe 31,000 Juden; im Oktober 1831 ergab die Bolkszählung in der Hauptstadt 113.953 Seelen — eine Folge der Insurrektion, an der besonders die christliche Bevölkerung Theil nahm, während die jüdische Bevölkerung weniger davon betroffen wurde — man zählte demnach noch 29,214 Juden. Endlich im Jahre 1838, wo die Bevölkerung Warschaus nach den Berichten Köppens auf 139,671 Bewohner angewachsen war, zählte die jüdische Bevölkerug bereits 36.390 Seelen, also beinahe das Vierfache gegen das Jahr 1800, wahrend die christliche Population sich nur etwa verdoppelt hatte. Asien. Aden. Bon Aden (Arabien) ist die traurige Nachricht eingetroffen, daß die Cholera dort auSgebrocken und insbesondere im Judenviertel große Verheerungen anrichrete. Der Zivil- und Militär-Wundarzt Dr. Malcolrnson traf mit den anderen Behörden von Aden alle erforderlichen Maßregeln, um die Cholerakranken nach den Zivilhospitälern für die Eingeborenen bringen zulasten, was die Araber bereitwillig thaten, die Juden indessen sich meist weigerten, so daß mehrere Sterbesälle unter Letzteren startfanden. Italien. Parma, im Juni. Endlich ist auch Italien in die Reihe der Länder eingetreten, wo die Israeliten eine, ihren religiösen Interessen gewidmete Journalistik besitzen. Seit dem Mai vorigen Jahres erscheint hier von tcm 1)r. Cäsar R ovighi aus Modena eine Monatsschrift, von der uns jevoch nur das Mai- und Junihefl vorliegen, unter dem Titel: Rivista israelitica giornale di morale, culto, lelteralura e varieta. Das erste Heft enthält außer der Einleitung des Herausgebers, in welcher er Erziehung, Literatur, Kultus, Predigt als Hauplgegenstände der Rivisla bezeichnet, über eine Hochzeilsfeier in Görz, die Lebensbeschreibung von Salomon Heine, eine Rezension der neuen Nico. itt., eine Ode, zwei Briefe von Lilienthal und Luzzato aus dem Jahre 1841 und Notizen aus verschiedenen jüdischen Zeitschriften. Das zweite Heft bringt eine Predigt des Prof. Della Torre, einen Artikel über religiösen Unterricht, über Uebersetzungen biblischer Schriften, den Anfang einer Erzählung „Smeralda" und Notizen. — Wir bitten um Zusendung der folgenden Hefte. Frankreich. Paris, 1. Juni. (l’Univ. isr.) In der Sitzung vom 22. Mai war in der Deputirtenkammer das Budget des israelitischen Kultus für 1847 an der Tagesordnung. Cremieux erhob sich, und sprach zuerst die Befriedigung aus, in welcher der israelitische Kultus bezüglich des Schutzes, den er von der Regierung erhält, sich befindet. Durch die Ordonnanz vom Mai 1844 sei aber den israelitischen Kultusbeamten, insbesondere den Rabbinen, jede Betreibung eines Gewerbes neben ihrem Amte untersagt, was auch Jeder billigen werde. Dadurch sind aber Viele unter ihnen auf einen Gehalt von 300 Kr. (80 Thlr.) jährlich beschränkt, wovon Niemand leben könne. In Erwartung, daß das Ministerium ein Gesetz einreichen würde, schlage er das Amendement vor, die Gehalter derer, die unter 500 Fr. (133*/3 Thlr.) haben, bis zu dieser Summe zu erhöhen, wozu für 1847 eine Summe von 8200 Fr. (21862/3 Thlr.) nothrvendig sein würde. Der Großsiegelbewahrer nahm das Wort, und sagte: Die Reklamation des ehrenwerthen Herrn Cremieux ist völlig gerecht: die Gehaltsvermehrung der Rabbinen ist eine Forderung der Gerechtigkeit, und ich hätte selbst sie vorgeschlagen, wenn ich mich nicht in einer Stellung befunden hatte, welche ich der Kammer anzeigen muß. Die Ordonnanz, welche Herr Cremieux erwähnt hat, fordert die Bildung eines Zentralkonsistoriums, an dessen Spitze ein zu ernennender Rabbiner treten soll. Ich habe ernstlich die definitive Konstituirung dieses Konsistoriums betrieben, weil ich mich mit ihm vernehmen will, um nicht Vorschläge zu wagen, die den Bedürfnissen des Kultus nicht entsprechen. Dies ist der Grund, weshalb die Regierung dieses Jahr unthätig geblieben. Da nun aber der Rabbine bald gewählt sein wird, bei dem ich allen nöthigen Nachweis erhalten werde, so übernehme ich die Verpflichtung, beim nächsten Budget genügende Gehalter für die Rabbiner zu for-

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