Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 25 (15.6.1846)
- Date
- 1846-06-15
- Page
- Seite 371 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3225443-3225469--07814-3238594- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
371 wort der judenfeindlichrn Skribenten ist einmal: calumniare audacter, semper haeret aliquid. Nur eine Bemerkung erlauben wir uns noch zu machen. Sie fragen, Herr Redakteur, „ob dieses Separationssystem geeignet sei, das von der Vernunft und Aufklärung geforderte Verschmelzen aller Religionsparteien zu beschleunigen?" Gesetzt auch, daß Ihre Behauptung eine wahre sei, und die Israeliten ein eignes Fach für das Mehl zu ihrem Brode hätten, um es ja nicht mit dem Nichtjuden gemeinschaftlich zu genießen, wie Sie, „die Wahrheit höher als die Privatmeinung achtender" Herr Redakteur, zu verbreiten suchen, wäre dann das Verschmelzen der Religionsparteien durch diesen Umstand mehr verhindert als dadurch — wenn gewisse Redakteure in ihrem Blatte ein separates Brodfach für die Juden cinrichten, um diese stets mit Verunglimpfungen und Verdächtigungen zu überschütten? wenn man die heilige Aufgabe der Presse, das Sittlichgute zu befördern, also inhumane, „der Vernunft und Aufklärung" widerstrebende, in Unverstand und Vorurtheil begründete Antipathien durch die Zauberkraft des Wsrtes zu beschwichtigen, und durch des Geistes Wundermacht die Dissonanzen in den Wechselverhältnissen des materiellen Lebens auszusöhnen, diese heilige Aufgabe der Presse, sage ich, entweihet, indem man sie zum Ausstreuen des Samens der Gehässigkeit und Zwietracht mißbraucht? Ja, wenn man die Trümmer der gesunkenen und sinkenden Scheidewände zwischen friedlichen Stadtbewohnern mit schadenfroher Hand wieder aufzupflanzen sich bemühet, fragen wir: „ob dieses Separationssystem geeignet sei, das von der Vernunft und Aufklärung geforderte Verschmelzen aller Religionsparteien zu beschleunigen?" Personal- und Lokalnachrichten. Klagdeburg» 7. Juni. (Privatmitth.) Gestern wurde hier auf sehr feierliche Weise bei höchst überfülltem Hause die seit 14 Jahren ununterbrochen abgehaltene Konstrmation mit 18 Konfirmanden und Konfirmandinnen gefeiert. Uachod, 24. Mai. (Privatmitth.) Zur Verherrlichung des Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers von Oesterreich übergab Herr Jsak Pick, Vorsteher in Nachod, <50 Fl. zum Ankäufen eines Zentners guten Flachses, welcher unter arme Spinnschüler daselbst vertheilt wurde Am selben Tage übergab dessen Bruder, Herr Daniel Pick, 50 Fl. zum Ankauf von Spinnrädern, ebenfalls an arme Schüler zu vertheilen. Beides wurde vom Empfänger, dem hochwürdigen Herrn Dechant Josef Aegner, dankend zur öffentlichen Kenntniß gebracht. — Der zu Hronow praktizirende Arzt Teller, in mehreren Fächern als Schriftsteller rühmlichst bekannt, hat jüngst eine schöne Schrift über „Leinbau, Flachsbereitung und Feinspinnen" verfaßt, welche sofort in's Böhmische übertragen wurde. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1V* Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Gesuche. CV" Ein unverheirateter, von einer preußischen Regierung geprüfter (Staatsbürger), mit homiletischen Kenntnissen begabter Lehrer, der in den gewöhnlichen Lehrgegenständen, namentlich aber im Hebräischen gründlichen Unterricht ertheilen kann, Schächter und Vorbeter, der auch genügende musikalische Kenntnisse besitzt, um nöthigenfalls den Gottesdienst unter Mitwirkung eines Chors zu leiten, wird zu ■ptan win raan bei unsrer Gemeinde gesucht. Darauf Reflektirende müssen nebst einem anerkannt moralisch-religiösen Charakter, eine regelmäßige Gymnasialbildung genossen, und in gedachten Eigenschaften bereits eine Reihe von Jahren sungirt haben. Das jährliche Einkommen ist bei freier Wohnung, Kost und Heizung, exklusive des Einbringens der 100 Thlr. preuß. Krt. Nur qualifizirte Bewerber wollen ihre Meldungen sammt ihren Zeugnissen dem Unterzeichneten Vorstande einsenden, und sich einer persönlichen Presentarion nach Aufforderung gefallen lassen. Wünschenswecth ist's, und sollen namentlich diejenigen bevorzugt werden, welche auch in fremden Sprachen und in Musik Unterricht ertheilen können. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde zu Wittstock. P. Mendel. Ein israelitisches Mädchen von guter Familie sucht eine passende Unterkunft entweder als Gouvernante oder Gesellschafterin u. dgl. in einem anständigen Hause derselben Konfession. Sie vermag nicht nur in allen Elementargegenständen gründlichen Unterricht zu ertheilen, sondern auch die französische und englische Sprache zu