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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-06-01 · Heft 23 (1.6.1846) · p. Seite 339

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 23 (1.6.1846)
Date
1846-06-01
Page
Seite 339 (sequence 11)
Language
German
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339 salem nicht sowol im Osten als im Westen aussuchen zu wollen, wenigstens geht dieses aus der Auswanderungslust nach den vereinigten Staaten von Amerika hervor, die seit einiger Zeit unter der hierländischen israelitischen Bevölkerung rege geworden. Wie man übrigens von dort aus erfährt, sollen sich alle diejenigen, welche sich einem Handwerke oder dem Feldbaue widmen, in ihren Hoffnungen nicht getäuscht sehen. Ob es nun nicht von Vortheil wäre, solche Kräfte hier im Lande zu sixiren, damit so unternehmende Menschen dem Vaterlayde und den israelitischen Gemeinden erhalten werden? So etwas scheinen auch Einige zu bezwecken, die damit umgehen, nach dem Muster mehrerer Gemeinden der österreichischen Monarchie und des übrigen Deutschlands auch hier einen Verein für Bildung und Unterstützung israelitischer Handwerker zu begründen. Freilich n^ird Davon schon länger gesprochen als nöthig ist, um einen solchen zu Stande zu bringen; wenn man aber bedenkt, wie groß die Zahl der Meister ist, welche in unsrer Gemeinde allein unter den Beschränkungen, die auf den hierländischen Juden überhaupt lasten, verkümmern, dann ist ein Zaudern zu entschuldigen, da man bisher Anstand genommen die Zahl der Un- . glücklichen durch Heranbildung Neuer zu vermehren, und nur die Hoffnung auf eine dereinstige Verbesserung in unseren politischen Zuständen, wodurch es unter Anderen auch den israelitischen Handwerkern möglich sein wird, den der Uebung seines Geschäftes nothwendigen freien Spielraum zu gewinnen, ist im Stande jenen Herren den nöthigen Muth einzuflößen, um einen solchen Verein in's Leben zu rufen. Gewiß werden sie in ihren guten Absichten von allen jenen unterstützt werden, die durch pekuniäre Leistungen und anderweitigen Einfluß den Vereinszwecken förderlich sein können. 2. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 20. Mai. rw bsb Vip ia'W’ “OS. Kritisches Sendschreiben über das bisherige Verfahren mit dem Sterbenden bei dem Israeliten, nebst Vorschlägen zur zeitgemäßen Verbesserung desselben, um die wahren und untrüglichen Kennzeichen des Todes zu ermitteln, und den Scheintod bestmöglichst zu verhüten, (soll heißen die Begrabung des Scheintodten), sämmtlichen Sanilätsbeamten, Rabbinern, Religionslehrern. Vorstehern und sonstigen Gebildeten der Nation, zur unbefangenen Prüfung und dringenden Beherzigung vorgelegt von Neck. Dr. E. Altschuhl, der Präger Medizin. Falkultat ordentlichem, der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde zu Dresden corresp. Mitgliede, und prakt. Arzte zu Prag. Prag, 1846. — Der lange Titel darf die Leser nicht abschrkcken, nach einem Buche zu greifen, welches ein edles Ziel sich gesetzet, und diesem Ziele mit großer Hingebung und Ausdauer zusirebet. Es ist in diesen Blättern wiederholt angeregt worden, auf eine rationalere Behandlung der Sterbenden und Leichen bei unseren Glaubensgenossen hinzuarbeiten (schon Jahrg. 1. No. 57 und 60.) Die vorliegende Schrift hat endlich diesen Gegenstand weitläufig der Betrachtung unterzogen, und sowol aus Talmud als medizinischen Schriftstellern ein großes Material herangebracht. Nach einer genauen Beschreibung des bisherigen Verfahrens mit den Sterbenden bei den Juden, geht er alle Zeichen des Todes durch, die Pulslosigkeit und den fehlenden Athem, die Gefühls- und Empfindungslosigkeit, die Erstarrung, das Gebrochensein des Auges rc., und zeigt, daß diese sämmtlich, selbst der Leichengeruch, trügerisch, und daß das einzige, sichere Zeichen des Todes — die Fäulniß ist. §. 15 weiset der Verfasser nach, das; schon die ältesten Volker, wie auch die Lehrer des Talmuds den Scheintod ahnten, so wie, daß der Scheintod nicht zu den Seltenheiten gehört. (Wir verweisen noch auf einen Artikel in No. 10.) Die. zweite Abtheilung, oder der praktische Theil insbesondere die Nothwendigkeit, daß das Gesicht der Leiche durchaus unbedeckt bleiben muß, so wie die Gefahr, den kaum Erblaßten schnell aus dem Bette zu nehmen. Hierauf bespricht der Vers, das Verfahren, um den Scheintodten wieder m’S Leben zu bringen, wie Wärme, Lufteinblasen, Reibungen und medizinische Mittel. Die Hauptsätze des Vers, sind nun: daß jede anscheinende Leiche nur als eine sehr schwere kranke Person zu betrachten sei, welche aber auch mit aller möglichen Sorgfalt so lange zu beachten ist, bis deutliche Spuren der Verwesung eintreten; daß man jeden Verblichenen so lange im Bett ruhig liegen lasse, bis die ersten Zeichen der Fäulniß eintreten; endlich, daß das Gesicht durchaus unbedeckt bleibe, um die leisen Zeichen des neu erwachenden Lebens sofort beachten zu können. Wir können das Merkchen nicht dringend genug em-

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