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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-05-25 · Heft 22 (25.5.1846) · p. Seite 324

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 22 (25.5.1846)
Date
1846-05-25
Page
Seite 324 (sequence 8)
Language
German
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324 bisher gebildeten Genossenschaften zu einer einigen Organisation zu führen, durch welche eS der kleinsten Gemeinde wie der größten, ja selbst Einzelnen zustehen soll, ihre Wünsche und Bedürfnisse geltend zu machen. Und diese unsre Ansprache an Euch sie ist die erste Frucht dieser Vereinbarung. Denn nicht einzelne Männer, nicht die Glieder einer einzelnen Gemeinde, sondern die Gesammtheit aller derer, die sich im ganzen deutschen Vaterlande bisher dieser Bewegung angeschlossen haben, fielst es, die in diesen Worten zu Euch spricht und Euch aufruft, mit Muth und Zuversicht dem Bunde beizutretcn, der sich ein hohes und erhabenes Ziel, der sich die wahrhafte Wiederbelebung unsrer heiligen Religion zu seiner Aufgabe gestellt hat. Aber noch einmal sei es hier wiederholt, was schon im ersten Aufruf ausgesprochen ist: Nur an Gleichgesinnte ergeht unser Wort; daß sie sich zu uns gesellen. Wir wollen nicht unsre lleberzeugung denen aufdringen, die sich in einer andern glücklich stichle», wir wollen nur diejenigen zur.Thal, zur offnen und gemeinsamen Thal auffordern, die diese Ueberzeugung mit uns theilen und die ein gleiches Bedürfniß mit uns empfinden. Es ist für das Zudenthum die Zeit gekommen, in der eS ein festes Wollen, in der es eine offene Rede und eine entschiedene Thal gilt. Darum wähle ein Zeder den Platz, wo er stehen und wirken will; denn furchtsames Schweigen, unentschlossenes Schwanken oder gar gleichgiltiges Zuschaurn cs würde sich an uns, cs würde sich an unseren Kindern strafen. Und so ergeht zum zweiten Male-an Euch Ihr Gleichgesinnten unter unseren deutschen Glaubensbrüdern der Aufruf, daß Ihr Euch einzeln oder in Gesammlheiten zu uns gesellt, um als gleichberechtigte Glieder der einige» Genossenschaft für Reform im Zudenthum die Schritte bcrathen und ausführen zu helfen, durch welche wir unsre heilige Religion in derjenigen Gestalt wieder Herstellen wollen, in welcher wir sie zu unserm wahrhaften und vollen Eigenthum machen und freudig unseren Kindern vererben mögen. Berlin, im Mai 1846. Das provisorische Zentral-Komite der Genossenschaft für Reform im Zudenthum im Aufträge der ersten Deputirtenversammlung. Krefeld, im Mai. (Privatmitth.) Die in No. 6 dieser Zeitung angekündigte Lehrerversammlung fand am 4. und 5. d. M> hier statt. Erschienen waren diesmal 14 Lehrer. Der Herr Oberrabbiner Bodenheimer eröffnete die Sitzung, indem er die Anwesenden mit den Worten 221:282 'n aiaa san 'n rran feierlich begrüßte und hieran einen eindringlichen Vortrag knüpfte, worin er mit überzeugender Klarheit über den Nutzen und Zweck der Versammlung sprach, und als solchen besonders hervorhob: Beseitigung der im jüdischen Schulwesen noch vielfach vorhandenen Mängel, Hebung des Religionsunterrichts, besonders bei den gegenwärtig aus dem religiösen Gebiete des Judenthums obschwebenden Wirren, allgemeine Einführung der geeignetsten Schulbücher und Lehrmethoden und Erzielung einer geregeltem Stellung der jüdischen.Lehrer. Nach dieser kräftigen Rede, die bei der Versammlung den vollsten Anklang fand, konstituirte sich diese unter dem Vorsitze des Herrn Oberrabiners zu einer „Konferenz der jüdischen Lehrer des Könsistorialsprengels Krefeld." Es wurden ein Präses und Sekretär gewählt, ersterer in der Person des Herrn Oberrabbiners Bodenheimer und demnach Statuten für die Versammlung berathen und entworfen. Aus diesen, deren Genehmigung von einer hochlöblicheu. königlichen Regierung einzuholen Herr Oberrabbiner Bodenheimer zuvorkommend übernommen, mögen folgende Punkte hier angeführt werden: „Die Konferenz findet jährlich zweimal und zwar die erste im Monat Mai, die andere während des N2i:n-Festes in Krefeld statt und dauert jedesmal zwei Tage. Mitglied der Konferenz kann jeder Lehrer von unbescholtenem Rufe werden, und hat er sich wegen der Aufnahme sofort nach dem Ausschrei' den der Konferenz, welches immer6 Wochen vordem Zusammentritte von dem Präses durch die Allgem. Zeitung des Judenth. geschieht, bei diesem zu melden. — Die Lehrer-Konferenz bildet zugleich einen Leseverein, und wird es jedem Mitgliede zur Pflicht gemacht, dahin zu wirken, in seiner Gemeinde einen Filialleseverein, zur Verbreitung einer allgemeinen Bildung durch das Lesen guter Volks- und Erbauungsschriften, zu bilden. Zur Deckung der durch die Skripturen in Konferenz-Angelegenheiten und die Anschaffung von Büchern für den Leseverein entstehenden Kosten wird eine „Konferenz-Kasse"

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