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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-05-25 · Heft 22 (25.5.1846) · p. Seite 318

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 22 (25.5.1846)
Date
1846-05-25
Page
Seite 318 (sequence 2)
Language
German
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318 uro ndstag (rn) an den Monaten, in denen bisher zwei Tage gefeiert worden sind. (Veranlaßt durch die Anfrage -er Gemeinde zu Teplitz.) 6) Die Versammlung wolle erklären, daß daS Verbot des Gesäuerte» am Rüsttage des Peßach (nvv als mit dem Darbringen des Peßachlawmes zusammenhängend, nunmehr erloschen sei. 7) Die Versammlung wolle erklären, daß die Sitte, die Tage zwischen Peßach und Wochenfest zu zählen n^pso), noch dazu mit einem vorhergehenden Lobspruche (msbtti vw mr>T!n), als auf einer zweifelhaften, ja unwahrscheinlichen Erklärung einer Schriftstelle beruhend, mit dem Darbringen des Fruchtopfers iw Zusammenhangs flehend, von nun an anfzu hören habe. 8) Die Versammlung wolle erklären, daß das Schofarblasen am NeujahrStage, nach Angabe der Mischnah (Rosch ha-Schanah 4, 5), auf die im Mußafgebere üblichen Stöße (imyn m^pn) zu beschränken sei, dasBlasen vor demBeginne des Mußaf (2^1^^ niV^pn) weg zu fallen habe, daß ferner, gleichfalls nach Angabe der Mischnah (das. 3, 3), das Schofar von anderen Blasinstrumenten begleitet werde. Im Namen des Ausschusses, Geiger. Zeitungsnachrichten. Rußland. St. Petersburg, 9. Mai. Aus Schitomir in Wolhynien schreibt man: „Die Verordnung, durch welche den Juden zur Pflicht gemacht wird, im Laufe eines Zeitraums von 5 Jahren ihre Nationaltracht gegen die landesübliche Kleidung zu vertauschen, hat im Gouvernement Wolhynien bereits günstige Folgen gehabt und wesentlich dazu beigetragen, eine Annäherung zwischen den Juden und der christlichen Bevölkerung herbeizuführen. Gleich nach dem Erscheinen der obenerwähnten kaiserlichen Verordnung beeilten sich die jüdischen Kaufleute in Schitomir, ohne von der ihnen gestellten Frist Gebrauch zu machen, ihre Tracht gegen die Tracht der russischen Kaufmannschaft zu vertauschen, ja Einige von ihnen singen sogar an, Iraks zu tragen, und im August des vorigen Jahrs sah man in Schitomir schon kein jüdisches Kostüm mehr. Diesem Beispiele folgten alsbald auch die jüdischen Gemeinden im Gouvernement, und gegenwärtig haben bereits alle Juden in Volhynien ihre Nationaltracht abgelegt. In Folge eines Vorschlags der Gouverments-Obrigkeit haben die angesehensten Mitglieder der jüdischen Kaufmannschaft jener Stadt sich zur Gründung eines Kaufmanns- Klubbs vereinigt und zur Theilnahme an demselben außer ihren Glaubensgenossen auch Kaufleute und Beamte der christlichen Konfessionen aufgefordert. Dieser Klubb ward am 25. Februar mit einem Ball eröffnet, welchem der stellvertretende Militär-Gouverneur, der Vize-Gouverneur und viele andere Militär- und Zivilbeamte beiwohnten, und von welchem sich selbst die Damen der höheren Stände nicht ausschlossen. Zu Anfang des Balls bemerkte man an den anwesenden Juden jene ihre Nation charakterisirende Schüchternheit (!), die jedoch bald durch die Zuvorkommenheit und Herzlichkeit, mit der sich ihre Gäste gegen sie benahmen (!), einer ungezwungnen Fröhlichkeit Platz machte. Mehrere junge Juden und Jüdinnen nahmen mit Leichtigkeit und Anstand an den Tänzen Theil. Der Ball dauerte bis nach Mitternacht. Dies ist vielleicht das erste Beispiel eines jüdischen Kaufmanns-Klubbs in unserem Vaterlande." Wilna, 1. Mai. Sir Moses Montesiore erfreute auch unsere Stadt mit seiner mehrtägigen Anwesenheit, während welcher er in Versammlungen der Vornehmsten seiner Glaubensgenossen, zu deren Zusammenberufung ihm eine spezielle Erlaubniß vom Kaiser zu Theil geworden, über ihre Angelegenheiten deliberirte. Unsere Stadt wie der ganze Weg, den er macht, werden viele Erinnerungen seiner Mildthätigkeit behalten. Won hier ging er nach Warschau, um da wie bei uns die Angelegenheiten seiner Glaubensbrüder kennen zu lernen und mit dem Fürst- Statthalter Berathungen zu pflegen. Von dort aus wird er nach Petersburg zurückkehren. Palästina. Jerusalem. Vor uns liegt der so eben erschienene zweite Band der „Reise in den.Orient von Konstantin Tischcndorf," auf welches Werk wir in den „Literar. Nachrichten" noch einmal zurückkommen.

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