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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-05-11 · Heft 20 (11.5.1846) · p. Seite 293

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 20 (11.5.1846)
Date
1846-05-11
Page
Seite 293 (sequence 5)
Language
German
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293 aus 18,608, die hebräische aus 1020, die lamaitische aus 3655 und die heidnische aus 346 Personen. London, 27. April. Hier eingetroffene Briefe von Sir Moses Montefiore melden, daß der Czar ihn sehr freundlich empfangen und ihm versprochen, den Beschwerden der Juden im russischen Reiche abzuhelfen, und ihnen auch die Auswanderung zu gestatten. Der Kaiser hat den frommen Bittsteller ausgefordert, durch eigene Anschauung vermittelst einer Reisetour in den Provinzen des russischen Reiches die Lage seiner Glaubensgenossen genauer kennen zu lernen, damit er desto besser im Stande sei, wünschenswerthe Verbesserungen dem Kaiser anzudeuten. Oesterreich. Aus Mähren, 29. April. (Privatmitth.) Auf die vom Rabbiner Fasse! und einer Deputation Vorsteher Sr. kaiserl. Hoheit dem Erzherzoge überreichte Bittschrift für die mährischen Israeliten (s. No. 52 vor. I.) haben Se. Maj. der Kaiser zu bemerken geruht: „Zur Begutachtung und Berücksichtigung empfohlen;" hiermit ist sie an die Behörden zurückgegangen. — Daß der Landrabbiner Hirsch zu Emden die Landesrabbinerstelle in Nikolsburg erhalten werde, unterliegt wenigen Zweifeln noch. — Der Rabbiner Dassel bewirbt sich jetzt um die kasseler Stelle, und befindet sich gegenwärtig dort. Preußen. Breslau, 1. Mai. (Privatmitth.) Allerdings sollen nach höherer Bestimmung die Sitzungen der Rabbinerversammlung nicht öffentlich sein, jedoch ist der Besuch von Zuhörern gegen Karten gestattet. Hier geht man jetzt rüstig an's Werk, und vom Konnte werden bald Bekanntmachungen erfolgen. Möge der Besuch ein recht zahlreicher sein! Insbesondere werden die Theilnehmer der beiden früheren Rabbinerversammlungen durch kein Hinderniß sich abhalten lassen, zu erscheinen, um das begonnene Werk weiter zu fördern. Aachen, 27. April. (Eingesandt.) Es wird den Lesern noch erinnerlich sein, daß der Oberrabbiner, Herr Bodenheimer in Krefeld, zu dessen Sprengel auch wir gehören, die erste Rabbinerversammlung zu Braunschweig, als damaliger Landesrabbiner von Hildesheim besucht und an den Verhandlungen thätigen Antheil genommen. Wir behaupten nicht zu viel, wenn wir sagen, daß Herr B. lediglich diesem Besuche seinen nunmehrigen größer» und ehrenvollem Wirkungskreis und seine unabhängige Stellung zu verdanken hat. Es schloß nämlich der einsichtsvollere Thcil seiner Wähler aus diesem Erscheinen in Braunschweig, daß Herr B. ein Mann sei, der, wenn auch der konservativen Richtung angehörend, doch seine Zeit verstehe und die unabhängige Stellung dazu benutzen werde, um den größtentheils im Argen liegenden Sprengel, unter Hinweisung auf die Beschlüsse der Rabbinerversammlung vermittelnd und begütigend zur bessern Einsicht zu führen. Sämmtliche Wähler vereinigten sich daher zu einer Einstimmigkeit der Wahl, welcher, wie bekannt, einzig und allein die Genehmigung des Gouvernements für einen Ausländer zu verdanken war. Als daher Herr B. schon im ersten Jahre seiner Wirksamkeit die Rabbinerversammlung zu Frankfurt ganz ignorirte, erregte dieses bei allen Anhängern des Fortschritts Mißstimmung und Besorgniß, und gewiß würde sich bei uns schon damals die öffentliche Meinung ausgesprochen haben, wenn man B's Absicht frühzeitig genug gekannt hätte. — Da man ihn für zu ehrenwerth hielt, als daß man einen so plötzlichen Gesinnungswechsel bei ihm hätte voraussetzen können, so hat man sein Nichterscheinen in Frankfurt mit einer, obgleich unzeitigen, Rücksicht für die streng Konservativen seines Bezirks, deren namentlich Krefeld Biele enthält, zu entschuldigen gesucht. Um nun auch demjenigen Theile des Sprengels, welcher in der Rabbinerversammlung eine Wohlthat für unsere Zustände erblickt, Gelegenheit zu geben, seine Wünsche dem Herrn B. vorzutragen, hat man hier den Anfang damit gemacht, nachstehende Bittschrift dem Herrn B. einzureichen. Dieselbe ist heute, mit den Unterschriften fast sämmtlicher selbstständigen Juden an ihn abgegangen und hoffen wir mit Zuversicht, daß diese Bittschrift von gutem Erfolge sein werde. Dringend zu wünschen wäre es jedoch, daß alle zum Sprengel gehörigen Anhänger der Rabbinerversammlung unserm Beispiele folgten, damit der Herr Oberrabbiner eine richtigere Ansicht von der in seinem Bezirke herrschenden Stimmung gewinnen möge.

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