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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-04-27 · Heft 18 (27.4.1846) · p. Seite 265

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 18 (27.4.1846)
Date
1846-04-27
Page
Seite 265 (sequence 9)
Language
German
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265 „Doch auch diese Unannehmlichkeiten würden nicht genügen, um eine bedeutende Veränderung in den einmaligen Gebräuchen wünschen zu lassen, wenn nicht noch ein wichtigerer Grund als alles dies, ein viel entscheidenderer, in dem was das Heiligste und Theucrste dem pflichtgetrcuen Familienvater ist, mit einem Worte, im moralischen und religiösen Interesse unserer Frauen und Kinder, uns nicht untersagte, sie länger der Gelegenheit beraubt zu lassen, sich mit uns zu vereinen, um, wenigstens einmal in der Woche, das Wort Gottes zu hören und ihr Herz in Gebeten und glühenden Hymnen zum Schöpfer zu erheben, und dies in einer Sprache, die uns vertraut ist; endlich, wenn es geschehen kann, zugleich durch moralische und religiöse Vorschriften, gegeben von einem verehrungswürdigen Seelenhirten, erbaut zu werden." „Wenig Worte werden nach diesem genügen, um unfern Plan zu entwickeln/' „Wir bitten Sie, geehrte Herren, zu erlauben, ja selbst Ihre Hülfe zu leihen, daß der Tempel zu unsrer Disposition sei einmal in der Woche, wahrend einer oder zweier Stunden, und dies regelmäßig am Sonntage von 12—2 Uhr, um hier einen Gottesdienst in französischer Sprache, begleitet, wenn cs sein könnte, von Musik, sowol Instrumentalals Vokalmusik, und an welchem besonders die Damen, Mädchen und jungen Leute unsres Glaubens, die ebenso wie wir selbst durch andere Pflichten verhindert sind, den Tempel an den Tagen und Stunden des gewöhnlichen hebräischen Gottesdienstes zu besuchen, Theil nehmen werden, zu halten." „Die Unterzeichneten, Urheber dieses Planes, sind so weit entfernt die Idee zu nähren, hierdurch dem alten Gottesdienste das geringste Unrecht zu thun, oder ihn durch einen andern ersetzen zu wollen, nach irgend einem neuern Ritus, daß sie nicht allein wünschten, daß der Gottesdienst, den sie Vorschlägen, mit dem Minchahgebet beginne, nach dem gewöhnlichen Ritus der Wochentage, sondern daß sie auch zu entfernen gedenken von dem projcktirten Sonntagsgottesdienste jedes Gebet, jeden Psalm oder irgend anoere religiöse Stücke, welche ihrer Vereinigung einen Charakter geben würden, fähig den Sabbatgottesdienst entbehrlich zu machen." „Gerade im Gegentheil, sind wir der Meinung, zum Text einen Theil der Vorlesungen zu machen, welche den nächsten-Sabbat hebräisch gehalten werden, um das Verständniß denen unter uns und den Unsrigen zu erleichtern, welche sich ohne Zweifel befleißigen werden, den gewöhnlichen Gottesvienst des religiösen Ruhetages zu besuchen." „In der innigsten Ueberzeugung, daß in diesem ganzen Projekt nicht die geringste Sacke ist, welche dem Furchtsamsten und Gewissenhaftesten unter unseren Glaubensgenossen Bedenken machen könnte, verbindet sich natürlich bei den Unterzeichneten die gegründete Hoffnung, daß der Herr Grvßrabbine sich nicht mit einer ganz passiven Rolle begnügen werde, indem er diesem Plane seine Billigung giebt, sondern daß er sich willig zum Beistände mir dem Eifer hingeben werde, den wir bei ihm für das Interesse der heiligen Religion und zu Gunsten der Moral des aufwachsenden Geschlechts kennen, indem er in jeder Vereinigung, ober wenigstens von Zeit zu Zeit eine Rede oder eine religiöse oder moralische Abhandlung halten wird, nach den Umständen, sei es auch nur eine Viertelstunde jedes Mal, oder im Falle der Verhinderung seiner Seits, indem er wenigstens diese Einrichtung in seinen Schutz nimmt, und einem andern Beamten erlaubt ihn zu ersetzen." „In der Erwartung, geehrte Herren, daß Alles was hier gesagt worden, Ihnen würdig scheint möglichst bald in Betracht gezogen zu werden, und daß wir mit einer befriedigenden Antwort beehrt werden, haben wir die Ehre u. k. (Ircli. isr. de Fr.) Deutschlau d. Aus Baiern, im April. (Privatmitth.) Die Hoffnung, daß unsere Angelegenheit aus dem diesmaligen Landtage zur Sprache komme, ist sicher eine vergebliche. Die Hoffnung aber, daß, wenn dies der Fall gewesen wäre, dieselbe wesentlich gefördert worden wäre, ist noch eine vergeblichere. Nach dem Geiste, der in allen unseren Staalsinstanzen herrscht, ist die Gegenwart in Baiern nicht diejenige, welche die bürgerlichen und gemeindlichen Verhältnisse zu einem günstigen Abschluß bringen könnte. Ein neues Gesetz würde am Ende die Ausnahme nur fester machen und auf lange Zeit sinren. Ich sage, in allen unseren Staalsinstanzen; und da ich uns, die Juden, nicht von diesen ausschließe, so glaube ich auch, daß wir nicht minder unser» Theil daran haben. Die Juden in Baiern hegen gegenwärtig selbst einen gewissen 18*

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