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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-04-20 · Heft 17 (20.4.1846) · p. Seite 247

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 17 (20.4.1846)
Date
1846-04-20
Page
Seite 247 (sequence 3)
Language
German
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247 Soll unser Reich zu Ende gehen, Wir wollen es nicht müssig sehen. Je mächtiger der Feind sich hebt, Sei mächt'ger unser Kampf belebt. Auf, flieget durch die Menschenwelt, Und seid gerüstet und bewehrt, Zween steigen auf, wo Einer fällt. Und wachsam sei das Heer gemehrt! Die Geister. O ja, es soll an uns nicht fehlen. Wir wollen unsre Sehnen stahlen! Der Gott des Wahns. Doch mit der Kraft muß List sich paaren: Drum wollet diesen Plan bewahren. Dieselben, die das Licht gebracht In zarter Sorgfalt zu der Masse, Die müssen beben vor der Macht, Vor dem Erheben dieser Race; Die müssen ihrer Herrschaft Ende Jetzt fürchten in der Menge Klügeln, Und daß es also sich nicht wende, Müßt ihr sie spornen und aufwiegeln. Von Neuem wird der Kampf dann glühen, Was für sie, wird dagegen sein, Mit dem Belecken und Erziehen Wird's dann vorerst zu Ende sein! Der frischen Kraft wird alte Macht Gewaltiglich zuwiderstoßen, Es wühlet dann ein neu Erboßen Dumpf in der Menschheit tiefstem Schacht; Und aus dem furchtbaren Erbeben Wird unser Reich sich neu erheben. Denn wenn im eignen Widerstreite Wir finden die willkommne Wahrung, So werden schnell fie unsre Beute, Wird ihrem Kampfe neue Nahrung. Im Kampfe werden leicht die Schranken Von jeder Seite überschritten, Wenn Alle durcheinander schwanken. Wird die Versöhnung nicht gelitten! Die Geister. So soll's geschehen, so soll es werden! Die Hirten schlagen ihre Heerden, Die Heebden wüthen gen die Hirten: So wird man uns noch lang bewirthen! Der Gott des Wahns. So zittert, Lügengeister, Vor eurem Meister! Die Wahrheit hattet ihr gesehen, Doch ich, ich wandte sie zum Wahn. Daß wir bestehen, muß sie bestehen Doch stets gekreuzt durch unsre Bahn! Ja, jene alte Lehre, Sie bleibe ewig Mahre, Sie bleibe ewig Hoffen, Das niemals eingetroffen, Sie sterbe niemals aus, Genährt durch unfern Graus, Doch werde niemals wahr Durch Thaten unsrer Schaar! Und also seid entlassen Zu Zwietracht, Streit und Hassen! (Die Pforte des Tempels schließt sich; die Geister stürmen auseinander.) Der Dichter (in einer lachenden Ebene am Ufer eines Helten, breiten Stromes, unter blühenden Gesträuchen). Was hier erschien im grausen Spiel der Nacht, Ist nur vom Wahn gedacht: Drum was er Wahres auch geredet, Ist doch von dumpfem Wahn verblödet. Was er erblickt als seines Reiches Wahrung, Es dienet der Entwicklung nur zur Nahrung, Und aus dem Kampf, und wenn er mördrisch kreist, Erhöhet sich der Menschheit Geist. Das haben sie, die Geister, wohl erkannt, Daß rasch sich hebe des Geschlechts Verstand, Doch wähnen sie, sie könnten ihn vernichten, So sie das Herz zu neuen Kämpfen richten — Im hellen Glühen Wird schneller nur das Herrlichste erblühen, Wird kräftiger zum Lichte treiben, Was endlich für die Ewigkeit wird bleiben!

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