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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-03-16 · Heft 12 (16.3.1846) · p. Seite 166

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 12 (16.3.1846)
Date
1846-03-16
Page
Seite 166 (sequence 2)
Language
German
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166 Magistrate gelegt, wodurch den Juden jede KonzentraLLon mangelt, e) Durch Verordnung vom 7. Mai 1845 wurde den Juden ihre bisherige Tracht untersagt. Dies Alles steht bereits gesetzlich und veröffentlicht fest, und wir entheben uns heute jeder Folgerung, die wir in den früheren Artikeln sattsam gegeben haben. Wir wollten nur den Zweiflern jede Ausrede aus den Händen winden. .Hinsichtlich der Auswanderung erinnern wir an das Gesetz vom 24. Januar 1844, daß jeder Jude, der ohne gerichtliche Erlaubniß die Grenze überschreitet, auS der russischen Unterthanschaft ausgeschlossen ist, falls er vom Nachbarstaat zurückgeschickt wird, unter die Arrestantenrotten gesteckt oder nach Sibirien geschickt wird. Allerdings wurde am 26. Juli 1822 mit Oesterreich ein Vertrag geschlossen, daß kein Jude zurückgesendet werde. Ob dieser Vertrag noch Ln Kraft, und auch mit Preußen und der Türkei geschloffen sei, ist uns unbekannt. Innerhalb Rußlands könnte den Juden nur geholfen sein, wenn а) die Schulanstalten wirklich in's Leben treten; б) der Kreis der Gouvernements, in denen sie wohnen dürfen, bedeutend erweitert würde; c) ihnen alle bürgerliche Rechte, (wenn auch nicht der Staatsdienst,) gewahrt würden; d) in Soldatendienst sie regelmäßig, wie vor dem Februar 1844, und mit Avancement eintreten, und alle Aufhebung jüdischer Kinder und Einstellung dieser in die Soldatenschulen unterbleiben würde. Rur dies könnte die Juden retten, erheben, und sie zu tüchtigen, glücklichen Menschen und Bürgern macken. Alles Andere wäre verfehlt. Wer hat aber hierzu irgend eine Hoffnung? Von der Lehre des Judenthums, in. Von Gott. In Nichts geht man einseitiger zu Werke, als in der Auffassung und Feststellung des Charakteristischen im Judenthume, die Lehre von Gott betreffend. Man pflegt sich damit zufrieden zu geben, die Einheit oder Einigkeit Gottes als die prägnante Lehre des JudenthumS hervorzuheben. So wie dies aber nur der alte Gegensatz unsrer Religion zum Heidenthume, altem und neuem, ist: so kann schon von vorn herein in einem Gegensätze nicht der ganze Inhalt bestehen. Noch weniger aber ist die positive Lehre damit abgethan, da die Einheit selbst nur ein abgeleitetes, gewissermaßen äußerliches Attribut ist. Die Erkenntniß Gottes muß eine umfassendere sein. Sie wird 1) das göttliche Wesen an sich, und 2) in seinem Verhaltniß zur Welt begreifen. Sie wird dann im Letzter» Gott 3) in seinem Verhaltniß zum Menschen herverhoben, woran für die Religion Israels sich 4) das Verhaltniß zu Israel anknüpft. In allem diesem muß das Judenthum sein Charakteristikum finden, und es wird immer nothwendiger, dieses scharf und bestimmt auszuprägen. I. Das Wesen Gottes an sich stellt das Judenthum fest mit den Worten: mina mN8 (2. Mos. 3, 14), wo srs-iö* das absolute Sein, der Zusatz min« iwrr die Unveränderlichkeit, die ewige Dieselbigkeit dieses Seins ausdrückt. Dieses ist der Hauptbegriff von Gott im Judenthume, welcher seinen strikten Ausdruck in mm erhielt, weshalb schon im folgenden V. für das mütt sofort in derselben Phrase Grnöw) Nim gestellt wird. Aeußerlich gefaßt, erscheint dieses ewige, unveränderliche Pein als ■mö, b. i. als Summe aller natürlichen Kräfte, als welche aber Gott nothwendig das Prädikat nnsr einig annehmen muß, um diesen Komplex aller zur Erscheinung kommenden Kräfte als eine vollkommene Einheit erkennen zu lassen. So wiedaher die Schrift selbst *htz2 nur als einen niedriger» Begriff von Gott bezeichnet (2. Mos. 6, 3), so wird das NN8 von Gott in dem Theile des Pentateuchs hervorgehoben, in welchem die Lehre von Gott und das Gesetz in populärer Fassung vorgetragen wird, im fünften Buche. II. Indem aber Gott als das unveränderliche Sein begriffen ist, so kann die Welt nur außerhalb Gottes sein. Die Welt begreift das Judenthum weder als eine Inkarnation, noch als eine Emanation Gottes, sondern sie ist Lediglich das Werk Gottes. „Gott schuf im Anfang die Welt", d. h. es war nur Gott, außer ihm noch nichts, da sollte der Anfang des außerhalb Gottes Seienden, des Materiellen, vor sich gehen, und Gott machte die Welt. Deshalb könnte auch Gott die Welt zu aller Zeit zerstören, waS Ln hundert Bildern die Schrift oft genug ausspricht. Darum ist es eben der Wille Gottes, der die Welt und alle Geschöpfe in ihr geschaffen

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