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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-03-02 · Heft 10 (2.3.1846) · p. Seite 149

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 10 (2.3.1846)
Date
1846-03-02
Page
Seite 149 (sequence 9)
Language
German
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149 ungarischer Jude: „Wenn ich nochmals zur Welt kommen sollte, und mir der liebe Gott die Wahl meines künftigen Schicksals anheim geben möchte, so würde ich mir erbitten: zum Vater einen — Ungar, zum Lehrer einen tüchtigen — Gallizianer, zum Freunde einen — Böhmen, zum Reisegefährten einen — Wiener, und zum Schwiegersohn einen — Mährischen." Literarische Nachrichten. Leipnrck, 5. Februar. Die Beschneidung der Israeliten, von der historischen, praktisch-operativen und ritualen Seite, zunächst für den Selbstunterricht dargestellt von M. Gideon Brecher, praktischem Spitalarzte zu Proßnitz. Mit einem Approbationschreiben von Herrn Rabb. H. B. Fasset, und einem Anhänge überBeschneidung der Muhammedaner von M. Steinschneider. Wien 1845. Schmidt und Busch. S. 78 und 30. Einer seltnen Vereinigung von dreien höchst anerkannten Kräften und Talenten verdankt obige Schrift ihr Erscheinen und wir können dem geehrten Leser versichern, daß diese Vereinigung ein harmonisches/ wohlklingendes Trio bildet, daß es, um uns des biblischen Ausdruckes zu bedienen, ein vortreffliches vibwu'n 2in ist. Ein Jeder hat nach Kräften zum allgemeinen Bau und gemeinsamen Werke seine besten Materialien herbeigeholt, wodurch es auch ein vollendetes abgerundetes Ganze werden konnte und ihm auch einen ehrenvollen Platz in der neuesten Literatur verschaffen wird. Es kündigt sich uns diese Schrift als ein Resultat an, die die Forschung sowol in dogmatischer und chirurgischer als in ethnographischer Hinsicht, in der letzten so sehr bewegten Zeit, machte und welche die gelehrten HH. Verf., eben weil jetzt eine stagnirende Ruhe eingetreten, mit kälterem Blute und reiferem Verstände prüfen konnten. Die Beschneidung hat in der jüngsten Zeit in der jüdischen Literatur eine dec, lebhaftesten Diskussionen durchgemacht; die Hitze des ^'Kampfes ließ kaum eine ruhige, parteilose Besprechung zu, da man mit Sturmschritten auf den trotzigen Feind losgehen zu müssen glaubte. Wir können daher die ruhige Haltung, den besonnenen Ton, die gründliche Forschung, die klare Verständigung, die sich durch die ganze Schrift durchzieht, nicht genug anerkennen und hervorheben. Die Wichtigkeit des Gegenstandes und die treffliche Behandlung desselben stellen um so dringender an die Kritik die unabweisliche Forderung, die zu erzielenden Resultate einer klaren Prüfung zu unterwerfen. Wir gestehen es selbst, daß uns die hohe Achtung, die wir den geehrten Namen der Herren Autoren stets zollen, Anfangs sehr befangen machte, allein der so schöne und vortreffliche Spruch: üönpö mnN irm ■pabsa dessen sich auch, m ähnlichen Fällen, die Rabbinen bedienten, ermuthigte uns, da wir Alle nach einem Zielpunkte, die Wahrheit, hinstreben, getrost in unsrer Benrtheilung fortzufahren. — In der Vorrede motivirt der Verf. die nähere Veranlassung zur Herausgabe dieser Abhandlung, die zunächst für den Mohel allein, zum Selbstunterrichte bestimmt sein mochte, durch die beiden beträchtlichen Zugaben des Herrn F. und St. aber auch auf ein größeres Publikum abgesehen zu haben scheint. Es ist nun zunächst das gelehrte Approbationsschreiben des Herrn Rabb. Fasset, welches die dogmatische Frage behandelt, die noch lange nicht genügend gelöst ist, das uns vorzüglich interessirt und das wir zugleich, S. 2, redend einführen: „Die Beschneidung hat vor allen Zeremonialgesetzen das voraus, daß nur bei diesem einen Gesetze sich Gott der Ausdrücke bedient: „sie sei ein Bundeszeichen zwischen mir und euch"; „es sei mein Bund an eurem Fleische zum ewigen Bunde" u. s. w. Diese Auszeichnung wird in der heiligen Schrift keinem Gebote zu Theil, selbst vom Sabbat, der doch das Wichtigste aller Zeremonialgesetze ist, den die Propheten vor Allem gewürdigt haben, für dessen Aufrechthaltung mit Eifer zu sprechen, selbst von diesem heißt es blos: „Ein Zeichen sei er zwischen mir und euch, ein Zeichen sei er ewiglich". Ein Zeichen, nicht Bundeszeichen, nicht daß wer ihn verletzte, den Bund Gottes zerstört hätte." Wir glauben aber diese scharfe Distinktion nicht durchaus gutheißen zu können; da es auch beim Sabbatgesetze heißt (2. B. M. 31, 16): „Die Kinder Israels sollen also den Sabbat beobachten, daß sie nämlich den Sabbat . bei allen ihren Nachkommen halten als einen ewigen Bund." Iben Esra bemerkt noch dazu: rp-n '■dt natn N221 m» rp-o mrü i-ib^m, der Talmud spricht auch nur von den besonderen Merkmalen der Beschneidung, die in der 13maligen Wiederholung des Bündnisses besteht (s. Maimuui Ende Milah). In praktischer Hinsicht aber wird nur der rDU5 bbnb '■»omsD dem nb"D rmnn bsb gleichgestellt, der mVi^b -Mn hingegen steht jedem pn^b gleich. — Ganz neu ist zum Theil, in exegetischer Beziehung, die Erklärung der Strafe der Ausrottung, die den freventlichen Unterlaffer der Beschneidung trifft, und als 10*

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