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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-03-02 · Heft 10 (2.3.1846) · p. Seite 147

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 10 (2.3.1846)
Date
1846-03-02
Page
Seite 147 (sequence 7)
Language
German
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147 Harmonie mit der innern Würde des Gottesdienstes stehen werde. Eine eigentümliche und charakteristische Erscheinung ist es, daß die Zahl der Genossen in raschem Zunehmen begriffen ist, seitdem die Miethung dieses Lokals bekannt geworden ist. Das zuversichtliche Vertrauen, das die Bevollmächtigten zur Sache der Reform dadurch an den Tag gelegt haben, scheint dasselbe auch in den bedenklichen und zaghaften Gemüthern derer hervorgcrufen zu haben, die sich zeitgemäßen, ihren eigenen Wünschen entsprechenden Bestrebungen nicht eher anschließen, bis sie eine Sicherheit für den Erfolg derselben erkennen, und so sind es jetzt vornehmlich Mitglieder der reichen und sogenannten vornehmen Familien die sich der Genossenschaft anschließen. Besondere Aufmerksamkeit aber verdient das den zweiten Bericht begleitende Umlaufschreiben, in welchem die auswärtigen Mitglieder der Genossenschaft aufgefordert werden, Deputirte aus ihrer Mitte hierher zu schicken, um eine gemeinsame Berathung über die weitere Fortführung der gemeinsamen Angelegenheit zu veranlassen. Es hatte sich nicht mit Unrecht schon hier und da die Besorgniß geltend gemacht, daß die Wirksamkeit der Genossenschaft, welche längere Zeit ausschließlich den Vorbereitungen für den hiesigen Gottesdienst zugewendet schien, eben nur eine lokale bleiben möchte, daß deren ganzes Resultat die Bildung eines neuen und abgeschlossenen Tempelvereins sein würde; und selbst diejenigen, welche die ganze Wichtigkeit eines solchen, aus dem wohlverstandenen Bedürfniß unserer Zeit hervorgegangenen Gottesdienstes erkannten, mußten doch befürchten, daß die Verfolgung der höheren und allgemeineren Zwecke, für welche sich die Genossenschaft vereinigt hat, darunter leiden könnten, und die auswärtigen Mitglieder derselben nun ganz isolirt bleiben würden. Das gegenwärtige Rundschreiben giebt davon Zeugniß, daß die berliner Genossenschaft diese allgemeinen Zwecke niemals aus den Augen verloren, und ihre Thätigkeit bisher nur darum vornehmlich der Befriedigung des lokalen Bedürfnisses zugewendct hat, um dadurch einen festen Stützpunkt für die gemeinsame Wirksamkeit aller Reformbedürftigen zu gewinnen. Wenn die auswärtigen Unterzeichner des Ausrufs vom 2. April nicht nur mit ihrem Namen, sondern mit ihrer Thal der Reformgenossenschaft angehören, so werden sie ohne Zweifel diese sich ihnen darbietende Gelegenheit freudig ergreifen, um in die praktische Mitwirkung für den gemeinsamen Zweck einzutreten, und die kleineren Genossenschaften werden durch ihre Vertreter nicht nur ihre Ansichten über die weitere Fortführung des Reformstrebens geltend zu machen suchen, sondern sie werden vor Allem auf eine Organisirung der gesammten Genossenschaft zu einem zusammenhängenden Ganzen zu dringen haben, in welchem ihnen eine bestimmte Berechtigung zusteht, und auch ihre durch eigenthümliche Verhältnisse bedingten Bedürfnisse eine angemessene Berücksichtigung finden. Es wird ohne Zweifel eine Hauptaufgabe dieser Konferenz sein, vor Allem eine organische Konstituirung der gesammten Genossenschaft zu begründen, durch welche die Pflichten und Rechte jedes Einzelnen und der kleinen Genossenschaften der Gesammtheit und dem Zentralvorstande gegenüber festgestcllt, und im Allgemeinen der Weg für die fernere Entwickelung der gemeinsamen Bestrebungen bezeichnet werde. Eben so wichtig aber würde es sein, daß die kleineren Genossenschaften noch in sich eine bestimmtere Organisirung gewönnen und dadurch oder durch Vereinigung mehrerer Nachbargemeindcn in den Stand gesetzt würden, auch gegenwärtig für die Befriedigung ihres religiösen Bedürfnisses im Geiste der Reform Sorge zu tragen. Denn dadurch würden nicht nur diese vereinzelten Mitglieder eine lebendige und bewußte Theilnahme an den Fortschritten der gemeinsamen Bestrebungen gewinnen und freudig an denselben mit ihren Kräften Mitwirken, sondern sie würden auch ohne Zweifel in ihren eigenen Gemeinden eben so rasch an Zahl und Einfluß erstarken, wie dies in Berlin der Fall ist, und sicher werden sich in vielen Gemeinden, die jetzt der Genossenschaft ganz fremd geblieben sind, Einzelne derselben anschließen, wenn sie dieUcberzcugung gewonnen haben, daß sie durch ihre Erklärung auch ein Anrecht gewinnen, für ihr religiöses Bedürfniß durch die Gesammtheit gesorgt zu sehen. Einsender dieses verspricht sich viel von dieser ersten gemeinsamen That der gesammten Genossenschaft, durch welche sich ein einigendes Band um alle Mitglieder derselben schlingen soll; und wenn auch diese erste Konferenz auch nicht die Verwirklichung aller dieser Hoffnungen herbeiführt, so wird eine regelmäßige Wiederholung derselben vielleicht von 6 zu 6 Monaten gewiß diese und noch bedeutendere Resultate

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