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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-02-16 · Heft 8 (16.2.1846) · p. Seite 120

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 8 (16.2.1846)
Date
1846-02-16
Page
Seite 120 (sequence 8)
Language
German
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120 wie einen Gefangenen ein, raubt ihm alle Zweige des bürgerlichen Lebens, durch die er in Ordnung, Thatigkeit und Ehren leben kann, und was man ihm gestattet, das macht man ihm hinterdrein zum größten Verbrechen. Und dabei auf ganz falscher Unterlage! Man sagt dem Bauern, es ist Noth im Lande — und Gott sei Dank! nichts ist unwahrer! Man nennt den Juden Kornwuchrer, und es ist mehr als bekannt, daß viele Bauern um Prag mehr als Tausende Striche Getreide am Lager haben, aber nichts verkaufen, um selbst zu spekuliren, d. h. zu wuchern. Man beschränkt den Juden aus das Bischen Baumwollen- und Manufakturhandel, und sagt hinterdrein, der Jude schwatze dem Bauern unnütze Maaren auf! Gerechter Gott! so geht man mit dem Juden um, und will den tief Gedrückten noch immer tiefer, bodenlos tief Niederdrücken! Prag, 27. Januar. Am 17. Januar hielt der neugewählte Prediger am israelitischen Tempel Or. I. Kämpf seine Antrittsrede mit vielem Beifall seiner Zuhörer. Derselbe ist nur auf ein Jahr angestellt worden, doch dürfte es ihm gelingen, sich in dauernde Gunst des Publikums zu setzen, und dies um so mehr, als der alternde Rabbiner Rappaport wegen seiner streng polnisch-orthodoren Richtung immer mehr an Bedeutung verliert. — Das siebenbürger magyarische Blatt Mult es Jelen berichtet, daß der römischkatholische Bischof die Wahl des temeswarer Oberrabbiners Di-. M. Oppenheim zum Landrabbiner von Siebenbürgen bestätigt hat. Dieser Bischof ist nämlich der gesetzliche Protektor der siebenbürgischen Juden beim Gubernium, und ihm steht auch namentlich das Bestätigungsrecht der Landrabbinerwahlen zu. Die siebenbürgischen Juden sollen übrigens noch auf einer sehr niedrigen Stufe der Bildung stehen. Der Sitz des siebenbürgischen Landrabbinats ist Karlsburg. (D. A. Z.) Rußland. Petersburg, 20. Januar. Nach dem Petersburger Journal lebten 1843 in Rußland 1,763,738 Juden mit 3032 Synagogen, also etwas mehr als Lutheraner, und nicht ganz 1 Million weniger als Katholiken. Riga, 1. Januar. (Privatmitth.) sSchluß.s Die Hülfe Gottes ist aber auch nicht ausgeblieben, und im vorigen Monat ist folgender, alle Anfragen entscheidender Ukas aus einem dirigirenden Senate hierher erfolgt: Trans lat. „1845 am 24. Oktober. Auf Befehl Sr. kaiserlichen Majestät hat ein dirigirender Senat sich die Akte in Betreff der in der in Riga errichteten Kommission zur Ausmittelung derjenigen zum Flecken Schlock angeschriebenen Ebräer, welche in Riga immerwährenden Verbleib gehabt haben, bei der Erfüllung des Ukases eines dirigirenden Senats, dd. 19. Juni 1844, belangend der Berichtigung der schlock'schen Ebräer, welche der Zuschreibung zur Stadt Riga unterliegen, entstandenen Anfragen,— vortragen lassen und befohlen: Nach Durchsicht dieser Sache hat ein dirigirendcr Senat ersehen: Erstens, daß nach der geführten Beschwerde der riga'schen Stadtgemeinde gegen den liefländischen Kameralhof wegen Zuschreibung 517 schlock'scher Ebräer-Seeelen zur Stadt Riga, ein dirigirender Senat gefunden hat, daß nach dem allerhöchst bestätigten Reichsraths- Gutachten dd. 17. Dezember 1841, auf dessen Grundlage besagte Zuschreibung ausgeführt worden ist, sei erlaubt worben, nur diejenigen Ebräer sich zur Stadt Riga anschreiben zu lassen, welche bis zu jener Zeit wirklich in dieser Stadt beständigen Aufenthalt gehabt haben; mit dem Ukase vom 19. Juni 1844, worin vorgeschrieben worden ist, eine besondere Kommission in Riga zu errichten, damit dieselbe in Verlauf von sechs Monaten über die in Riga wohnhaften Ebräer eine strenge Untersuchung veranstalten solle, hat auch ein dirigirender Senat zugleich für diejenigen Ebräer, welche das Recht zur Anschreibung zu dieser Stadt erworben haben, nur diejenigen von den bereits zur 8ten Revision Verzeichneten erkannt, welche in Riga einen bleibenden Aufenthalt gehabt haben. Zweitens, daß die zufolge dieser Vorschrift zusammengesetzte Kommission, welche unter Vorsitz des Kameralhofs-Raths von Dahl, aus dem riga'schen Polizeimeister Jasikow, dem Mitglicde des Stadtmagistrats, Westberg, dem Deputirten der großen Gilde, Aeltermann Lemke, und dem Deputirten der kleinen Gilde, Kreusch, so wie dem Mitgliede des Kahalsamtes der Ebräer, Tietzner, bestanden, anstatt daß

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