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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-02-16 · Heft 8 (16.2.1846) · p. Seite 119

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 8 (16.2.1846)
Date
1846-02-16
Page
Seite 119 (sequence 7)
Language
German
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119 Demnach finden sich in Preußen unter 100,000 Einwohnern 1335 Israeliten, genauer unter 1 Million 13,348,8 Israeliten, so daß sie l'/s Prozent der Bevölkerung ausmachen, nämlich der 75ste Mensch in Preußen ein Israelit ist. Die bevölkertste Provinz ist aber von den Israeliten Posen, wo sie 6 Prozent der Bevölkerung ausmachen (also der löte Mensch). Sie wohnen meist in den Städten, und in manchen derselben wohnen mehr Juden als Christen. Focdon 1378 Juden, 688 Christen, Wittkowo 1128 I., 1026 Chr., Rogewo 314 I., 157 Chr., Kempen 3528 I., 2712 Chr. Ein eigenthümliches Verhältniß geben die Synagogen. Während 1 Kirche auf 1162 Evangelische und 1 aus 1123 Katholische kommen, ist schon 1 Synagoge auf 239 Israeliten zu rechnen. Allein dies kann darum nicht auffallen, weil eben die Juden in kleineren Zahlen zusammenwohnen; und dann auch weil die Juden nur kleine Gebäude zu ihren Gotteshäusern haben, so daß sie selbst da, wo Viele in einer Stadt wohnen, mehre Synagogen errichten müssen. So kommt im Regierungsbezirk Arnsberg schon auf 85 Juden eine Synagoge. Jndeß sind hier die Zahlen der obigen Tabelle auch nicht richtig. Für die Stadt Berlin wird nur 1 Synagoge genannt, während noch mehre Bethäuser daneben bestehen. Im Regierungsbezirk Magdeburg werden 5 Synagogen weniger gezählt, als 1834, während unsrem Wissen nach nur 1 weniger existirt, in Neustadt-Magdeburg, indem die dortige kleine Gemeinde durch Wegzug sich auflöste. Breslau, 6. Februar. Auf die Eingabe der hiesigen phhilosophischen Fakultät an das Ministerium der Unterrichtsangelegenheiten wegen Aufhebung des Statuts der hiesigen Universität, welches die jüdischen Studirenden der Philosophie von dem Doktorexamen ausschließt, ist eine ablehnende Antwort erfolgt. Doch sagt das betreffende Ministerialreskript, daß das Ministerium nicht abgeneigt sein würde, dieses Statut aufzuheben, wenn nicht die Verhältnisse der Juden überhaupt der Berathung vorlägen und dieser dadurch vorgegriffen werden würde. Stettin, 28. Januar. Gestern beging auf sehr feierliche Weise erst durch Gottesdienst, dann durch ein Festessen die 'ur-ip 'nan ihr 25jähriges Stiftungsfest. Von Herrn Obervorsteher Lewy ging der Vorschlag aus, die Feier des Tages durch einen wohlthätigen Akt zu verewigen, und zwar durch Gründung eines Fonds, Behufs Errichtung eines israelitischen Krankenhauses in hiesiger Gemeinde. Dieser wohlthätige und nützliche Gedanke, welcher schon früher von dem würdigen Arzte des Vereins, Herrn vr. Schlesinger, im Stillen angeregt worden, wurde rasch von der Gesellschaft aufgefaßt, und binnen kurzer Zeit war eine namhafte Summe zu diesem Zwecke gezeichnet. Oesterreich. Altofen, 30. Januar. (Privatmitth.) Es ist gewiß erfreulich, auch in unsrer Gemeinde endlich Verbesserungen eintreten zu sehen, die, wenn auch an sich nicht von Bedeutung, dennoch zeigen, daß Anstand und Geschmack auch hier ihre unabweislichcn Forderungen geltend machen. Die Trauungen werden von jetzt ab in der Synagoge abgehalten, da das sin dem Verlangen der Vorsteher keine Gründe entgegenzusetzen vermochte; das Ausrufen der das Schulenklopfen, das Zusammenrufen bei einem Todesfälle, ist abgeschafft worden! Mögen die Vorsteher auf diesem Wege fortfahren! A. H. Prag, im Februar. (Privatmitth.) Traurig ist es, wie hier zu Lande eine gewisse Partei immer von Neuem den Judenhaß im Volke heraufzubeschwören und ihm den Schein des Rechts zu geben, ja den Deckmantel der Religion und Liebe darüber zu breiten sucht. Das Jahr 1844 ist noch in üblem Angedenken, und schon beginnen die Konspirationen gegen die Juden wieder auf andre Weise. Es erscheint eine kleine Broschüre „guter Rath zur Zeit der Noth, ein treues Wort an meine Landsleute." Sie wird in den Schulen durch die Lehrer vertheilt; sie wird auf dem Lande durch angesehene Männer ausgcstreut. Sie ist gut geschrieben, sie ist eindringlich gehalten, aber das Ziel ist: die Juden verhaßt zu machen, die Juden als verabscheuungswerthe Geschöpfe darzustellen, alles Schlechte, alles Volksverderbliche benennt man mit dem Namen Jude. Man soll den Juden nicht über die Schwelle lassen, man soll ihm nicht gestatten, sich in der Stube des Landmanns niederzusetzen! Zuerst schnürt man den Juden

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