Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 8 (16.2.1846)
- Date
- 1846-02-16
- Page
- Seite 116 (sequence 4)
- Language
- German
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116 Hingegen bleibt ausdrücklich Vorbehalten, wenn die Mittel der Kaffe es zulassen, eventuell auch weitere Vergütungen anderweitiger Kosten der Rabbiner- Versammlungen eintreten laffen zu können. Es kann dies jedoch nur stattsinden, wenn sich die Verwaltungsbehörde der Gemeinde, in welcher die Rabbiner-Versammlung des laufenden Jahres statlfindet, oder auch der permanente Ausschuß dieser Letztem, hierüber im Voraus mit dem Konnte benommen, und dessen Beschluß spätestens einen Monat vor der Eröffnung der Rabbiner-Versammlung eingeholt hat." Endlich hat das Konnte folgendes Rundschreiben erlassen: „An die verehrlichen Kontribuenten der Kasse für die Rabbiner-Versammlungen. Unser Aufruf vom 24. April zur Bildung einer Kaffe für die Rabbiner-Versammlungen hat den erhofften Anklang gefunden. Es sind uns von nahe und fern zum Theil sehr ansehnliche Beiträge zugeflossen. Viele achtbare Gemeinden und Privaten haben durch ihren Beitritt zugleich ihre Gesinnung bethätigt und beurkundet, daß die Rabbiner-Versammlungen vielseitiger Anerkennung sich erfreut und in ihrem Wirken kräftigen Beistand zu erwarten haben. Seitdem hat die zweite Rabbiner-Versammlung ihre Sitzungen Hierselbst abgehalten. Die Protokolle derselben sind nunmehr erschienen, und liefern authentischen Bericht über ihre diesjährigen Berathungen, Beschlüsse und noch vorliegende Arbeiten. Der Eindruck, welchen die Verhandlungen an hiesigem Orte auf die zahlreiche Menge der Zuhörer jedes Bekenntnisses gemacht hat, konnte uns nur in der Ueberzeugung bestärken, daß das Institut der Rabbiner-Versammlung schon im ersten Stadium seiner Entwickelung sich als zweckmäßig bewährt, und daß es im Interesse des Fortschrittes eine wahre Pflicht geworden ist, dieses Institut aufrecht zu erhalten. Aus dem unten folgenden Rechenschafts-Bericht ersehen Sie, daß die Kasse bereits in diesem Jahre dem Zwecke, innerhalb der Grenzen, die wir für jetzt ziehen mußten, genügt hat, und es ist erfreulich, daß die erste Anregung einen so wirksamen Erfolg hatte. Allein verhehlen dürfen wir Ihnen nicht, daß es diesmal günstigen Nebenumständen zu verdanken ist, wenn die Kasse minder in Anspruch genommen worden, namentlich dem Umstande, daß sehr viele Mitglieder der Rabbiner-Versammlung in der Nähe von Frankfurt wohnen; daß aber die künftigen Versammlungen höchst wahrscheinlich weit bedeutendere Ausgaben erheischen werden. Denn erstlich ist mit Grund vorauszusetzen, daß die Anzahl derer, welche sich denselben anschließen, zunehmcn wird, und schon dadurch werden ansehnlichere Mittel zur Deckung der Unkosten nöthig. Zweitens aber halten wir es für höchst wichtig, daß den Versammlungen die Möglichkeit gegeben werde, die Orte ihrer Zusammenkünfte, so weit keine äußeren Hindernisse obwalten, frei zu wählen, und dadurch nach und nach im ganzen Vaterlande Theilnahme für ihre Wirksamkeit zu erwecken und auch richtig erkannt und gewürdigt zu werden. Bisherwar, aus leicht begreiflichen Gründen, diese Auswahl sehr beschränkt; sobald aber die Kasse in Stand gesetzt, die Bedürfnisse der Versammlungen in höherem Maße zu bestreiten, so ist eine Hauptschwierigkeit hinweggeräumt, und die Versammlungen können dann nach und nach in verschiedenen Gegenden Deutschlands abgehalten werden. Wir halten diese Punkte für so wesentlich, daß die Vorsorge zur Herbeischaffung des Bedarfs hinlänglich gerechtfertigt erscheint, und wir hegen das Vertrauen für die gute Sache, daß es nur einer Darlegung der obigen Verhältnisse bedarf, um unsere verehrten Kontribuenten zur weitern Förderung der Kasse zu bestimmen, und auch den Beitritt vieler anderen wackeren Männer, welche den Erfolg erst abwarten wollten, zu gewinnen. Wir haben bereits in einem früher» Zirkulare darauf hingewiesen, wie wichtig es sei, daß durch eine Zentralkaffe, wie sie jetzt hier besteht, das Ganze in Verbindung mit allen den Vereinen oder Privaten, welche ihre Beiträge zusenden, einheitlich besorgt werden könne. Nur durch eine solche Zentralisirung ist es möglich, alljährlich im Voraus den Bedarf zu bestimmen und die vorhandenen Mittel zu veranschlagen, um alle erforderlichen Verfügungen zeitig zu treffen. Eine Zersplitterung der Mittel würde die Wirksamkeit offenbar lähmen. Damit nun eine gewisse Ordnung und Regelmäßigkeit in der fernern Verwaltung der Zentralkaffe beobachtet werde, haben wir nach reiflicher Berathung einige Punkte festzusetzen für nöthig gehalten, das Uebrige einer weitern Erfahrung anheimstellend.