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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-02-02 · Heft 6 (2.2.1846) · p. Seite 81

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 6 (2.2.1846)
Date
1846-02-02
Page
Seite 81 (sequence 5)
Language
German
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81 Schreiben, worin er für seine Wirksamkeit mit boshaften Vorwürfen begeifert wird. Die Indignation hierüber ist allgemein. Es steht übrigens verlässig zu erwarten, daß dieser Ehrenmann sich nicht beirren lassen, sondern unsere heiligen Rechte auch fürder mit demselben Feuereifer und Muth vertheidigen werde. Im Lauf verflossnen Jahrs wurde Herr Marx aus Weikersheim zum Oberamtsgeometer für Mergentheim angestellt. Der erste württembergische Jude, der mit einem solchen Amt betraut worden. Es hat sich in Württemberg ein Schullehrer- Unterstützungsverein gebildet, welcher in seinen Grundzügen den lobcnswerthen Passus hat, Standesgenossen ohne Unterschied der Konfession, Hülfe angedeihen zu lassen. Was also den posener israelitischen Lehrern erst im Tode (Zeitg. d. I. 1846, S. 35), blüht unseren schon, wenn sie krank und elend sind. Jndcß sind diese außer dem Umstand, sich von der öffentlichen Wittwen- und Waisenkasse ausgeschlossen zu sehen, ihren christlichen Kollegen gleichgestellt. Ihre Majestäten der König und die Königin, deren huldvoller Theilnahme und jährlich wiederkehrenden Gaben das israelitische Waisenhaus „Wilhelmspflege" seine festere Begründung verdankt, haben diese Anstalt abermals mit reichen Geschenken bedacht. Preußen. Wevelinghoven im Januar. (Privatmitth.) Am 3V. Dezember v. I. hat die zweite Lehrerversammlung hier stattgefundcn. Auch bei dieser Versammlung war die Zahl der anwesenden Lehrer sehr gering, und wenn auch Einige das anhaltende schlechte Wetter als einen entschuldigenden Vorwand annehmen werden, so ist es doch ganz bestimmt, daß auch bei Vielen, neben einer unverzeihlichen Lauheit auch noch andere, weniger entschuldbare Motive an dem Nichterscheinen Schuld waren. Die Versammlung bestand daher im Ganzen nur aus 8 Mitgliedern, wovon einige sogar, durch eine ziemliche Entfernung des Wohnortes, ein nicht unbedeutendes Geldopfer darbrachten. Sehr erfreut wurde die Versammlung durch ein höchst aufmunterndes und belobendes Schreiben von Sr. Hochwürden dem Oberrabbinen Herrn Bodenheimer in Krefeld, worin er sein Wohlgefallen über das Streben der Versammlung ausdrückt, seine Theilnahme an der guten Sache fest versichert und jede Unterstützung seinerseits verspricht, welche das gute, mit Gott begonnene Werk seiner Vollendung immer näher führen könnte. In dieser Versammlung wurden einstimmig folgende Beschlüsse abzufassen für nölhig gefunden: Erstens. In der Ueberzeugung, daß ein erhebliches Resultat nur durch allgemeine rege Theilnahme erzielt werden kann, und ermuntert durch die von Sr. Hochwürdcn dem Oberrabbinen gegebenen Zusicherung, dieses Institut, dessen Streben dahin geht, bas Unterrichtswesen zu heben und dadurch Glauben, Sitte und Wissenschaft eine größere Verbreitung zu verschaffen, zu fördern, sah sich die Versammlung, wegen der geringen Anzahl der Theilnehmer an den bisherigen Versammlungen, folgenden Antrag zu stellen veranlaßt: Den Herrn Oberrabbinen zu bitten, durch die Herren Vorsteher die israelitischen Lehrer zu veranlassen, sich künftighin an den Versammlungen zu^ betheiligen, und wurde daher festgesetzt, daß die nächste Versammlung in Krefeld im Monat Mai abgehalten werde, damit Se. Hochwürdcn diese Versammlung mit seiner Gegenwart beehre und die Verhandlungen in derselben leite, und bleibt es dem Herrn Oberrabbinen überlassen, den Tag derselben naher zu bestimmen. Zweitens. Da der Zweck der gottesdienstlichen Versammlungen (man) Belehrung und Erbauung des Volkes zu erzielen, durch die hierfür vorhandenen uns bekannten hebräischen Werke nicht vollständig erreicht werden kann, und ein großer, mit der Zeit immer mehr zunehmender, Theil des Publikums an derartigen Vorträgen weder Geschmack findet, noch finden kann, sicht die Versammlung den Antrag zu stellen sich veranlaßt: Den Herrn Oberrabbinen zu ersuchen, durch ein Ausschreiben an die Herren Vorsteher zu verordnen, daß die Herren Lehrer in den man neben einem hebräischen Vortrage, oder wo es thunlich ist, statt desselben, einen rein deutschen, aus gedruckten Predigtsammlungen oder sonstigen Andachtsbüchern, vorlesen. Drittens. Den Herrn Oberrabbinen zu ersuchen, eine kor-

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