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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-01-26 · Heft 5 (26.1.1846) · p. Seite 68

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 5 (26.1.1846)
Date
1846-01-26
Page
Seite 68 (sequence 8)
Language
German
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68 per Vorbehalten, auch dieses Stück Mittelalter abzuschaffen und so dem schönen Ziele eines humanen Freistaats, dessen Ereichung allerdings noch viele Arbeit erfordern und manchen Strauß kosten wird, um einen nicht so ganz unerheblichen Schritt naher zu rücken, indem derselbe in seiner Sitzung am Abend des 1V. Dezember den Beschluß faßte (Nr. 348), beim Senate die Aufhebung des besagten Artikels, somit jeder aus dem Religionsbekenntniß der Juden hergeleiteten Ehcbeschränkung zu beantragen, ein Antrag, der, gegen eine Minorität von Einer Stimme beschlossen, bei der gegenwärtig bestehenden glücklichen Harmonie zwischen unseren Staatsgewalten ohne Zweifel volle Berücksichtigung finden wird. Karlsruhe, 10. Januar. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer übergab der Abg. B ekk eine Petition sämmtlicher israelitischen Gemeinden des Landes um Gleichstellung der bürgerlichen Rechte. Hochberg, (Württemberg), 1. Januar. (Privatmitth.) Herr Abraham Herz dahier wurde von sämmtlichen politischen Gemeinden zum Gemeinde- und Heiligenpflcger mit Sitz- und Stimmrecht gewählt, und obschon der Orlsvorstand die bei derartigen Wahlen stattfindende Formalität, drei Tage vor der Wahl die vorzunehmende Wiederbesetzung der Stelle öffentlich zu publiziren, unterließ, so hat dennoch die königl. Regierung des Neckarkreises die Wahl bestätigt. Nach abgelegtem Eide vor dem königl. Oberamte ist Herz in sein Amt angewiesen. Buchau, 23. November. (Eingesandt ferst jetzt bei uns angekommenj.) Ich ersuche Sie hiemit, meinem Votum über die in den Gebeten zu berücksichtigende Messiasidee, wie ich solches bei der letzten Rabbinerversammlung abgegeben, in Ihrer Zeitschrift gefälligst ein Plätzchen zu gönnen, da in den so eben erschienen frankfurter Protokollen, Seite 79, meine Worte, vermuthlich durch Druckfehler, gänzlich entstellt sind. „Da der Glaube an einen persönlichen Messias, welcher einen selbstständigen, politischen Staat und den Opserkultus wieder herstellt, aus dem religiösen Bewußtsein eines größern Theils der Juden geschwunden und dem Glauben an ein Messiasreich, ein Reich der Gottesfurcht, des Friedens, der Liebe, der Wahrheit und Gerechtigkeit Platz gemacht: so enthalten unsere Gebete Manches, das für Viele keine Wahrheit ist. Wir haben aber die Ausgabe, jede Lüge aus dem Gotteshause zu verbannen und müssen daher jede Bitte um die Wiederherstellung eines politisch-nationalen eignen Reiches aus den Gebeten entfernen. Es sollen aber diejenigen, welche einen persönlichen Messias erwarten, keineswegs dadurch verdächtigt werden, als ob sie keine trefflichen Staatsbürger sein könnten, wie dieses vom Herrn Vize- Präsidenten in seinen einleitenden Worten, und Herrn Dr. Holdheim klar und richtig berührt wurde. Ich möchte eine solche Fassung Vorschlägen, daß Jeder den Ausdruck seines Glaubens im Gebete wiedersindet rc." Gelegentlich mache ich Ihnen die Mittheilung, daß das hiesige Kirchenvorsteheramt, auf die Aeußerungen der Rabbinerversammlung, folgende zwei Beschlüsse der königl. Oberkirchenbehörde zur Genehmigung vorlegte: 1) Soll künftig beim Aufrufen zur Thora eine freiwillige Spende zur Erbauung einer Orgel in hiesiger Synagoge (ts ■’be y^sb), 2) der dreijährige Zyklus für die Thora-Lektionen eingeführt werden. Der erste Beschluß ward von königl. Oberkirchenbehörde unbedingt genehmigt, der zweite wird erst dann seine Genehmigung erhalten, nachdem das Kirchenvorsteherantt mit den selbstständigen Mitgliedern der Gemeinde einen Durchgang gehalten, um ihre Meinung in Betreff dieser Veränderung zu vernehmen, und sich die bei weitem überwiegende Mehrheit dafür ausgesprochen haben wird. Der Artikel von Württemberg in No. 46 dieses Blattes, in welchem mein Bruder Albert als Schüler des Herrn Professors Schwanthaler in München auf, geführt wird, ist dahin zu berichtigen, daß derselbe allerdings eine Zeit lang im Atelier des Prof. S. arbeitete, eigentlich aber Zögling der königl. Kunstschule zu Stuttgart ist, von welcher aus er zur Fertigung der Preisarbeit nach Berlin abging und hiezu eine namhafte Unterstützung vom königl. Ministerium erhielt. Mit nächstem Frühjahr gedenkt derselbe seine Reise nach Rom anzutreten. Rabbiner Güldenstein. Aus dem Württernbergischen, 15. Januar. (Privatmirth.) Die israelitische Kirchengemeinde

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