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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-01-26 · Heft 5 (26.1.1846) · p. Seite 66

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 5 (26.1.1846)
Date
1846-01-26
Page
Seite 66 (sequence 6)
Language
German
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66 der vorgeschrittenen Intelligenz widersprechend, nicht länger dulden mag, wenn die gesetzlichen öffentlichen Organe von beinahe zwanzig Millionen Deutscher sich vereinigen, um bei ihren betreffenden Regierungen die völlige Gleichstellung der Juden zu bevorworten?" — Die Petition geht dann auf einige besonj ders in die Augen fallende Uebelstände über, namentlich auf die Borenthaltung der sogenannten „bürgerlichen Ehrenrechte," deren Gewährung die zweite Kammer beim vorigen Landtage schon beschlossen hatte, und auf die Beschränkung hinsichtlich der Zahl der jüdischen Handwerksmeister, und schließt mit folgenden Worten: „Wir vertrauen zu Ihnen, hochverehrte Männer, die Sie sich als edles Ziel vorgesteckt haben, die verfassungsmäßige Freiheit für alle Staatsangehörige zu wahren und zu befestigen, daß Sie auch unsre Sache, die von der Sache des Rechts, des Fortschritts in der Zivilisation und der allgemeinen politischen und bürgerlichen Freiheit unzertrennlich ist, zur Ihrigen machen und in beredten Worten vor dem Throne eines gerechten und gütigen Königs nochmals bevorworten werden!" Bei der Arbeitensülle, womit die ständischen Kammern jetzt überhäuft sind, läßt sich noch nicht bestimmen, ob der Gegenstand bald zur öffentlichen Berathung kommen werde; jedenfalls ist die Abwesenheit des Dr. v. Maier, welchen Unpäßlichkeit noch am Erscheinen in den Sitzungen verhindert, sehr hierbei zu bedauern. Aus Sachsen, 15. Januar. (Eingesandt. Wir geben diesen Artikel, gegen den sich nicht Weniges erwidern läßt, vom Standpunkt der Unparteilichkeit unverkürzt. Die Redaktion.) Die auch in der A. Z. d. I. immer noch fortgesetzte Polemik gegen den Oberrabbiner Frankel und seinen Austritt aus der Rabbinerversammlung, gegen die ihm hierauf zu Theil gewordenen Adressen und deren Beantwortungen u. s. w. erregt bei den Unbefangenen und Unparteiischen, wie sie auch sonst über Reformen gesinnt sein mögen, gerechte Mißstimmung und ist um so unkluger, als jene in gereiztem Tone abgefaßten Angriffe gegen F. die Schwäche der ihm entgegengesetzten Partei bekunden müssen. Wäre Letzteres nicht der Fall, wozu jene nicht aufhörenden Schmähungen und Persönlichkeiten? — Die Anhänger des Fortschritts im Judenthume und ihre Repräsentanten in der Rabbinerversammlung sehen nicht ein, welchen Mißgriff sie begangen, mit Frankel, der ihnen die immense Majorität der gemäßigt-konservativen Israeliten zugeführt hätte, gebrochen zu haben. Auf i wen wollen sie sich stützen? „Auf die Regierungen?"; Man weiß, wie wenig Letztere geneigt sind Reformen zu begünstigen; geschieht es irgendwo ausnahmsweise, so giebt dies keine Gewahr aus die Dauer. — „Auf die christlichen liberalen Schriftsteller?" — Nun so sehet doch, wie ihr mit diesen zurechte kommt!? Kaum ist Bruno Bauer vergessen, so tritt schon wieder Gervinus auf und giebt die Hoffnung, daß selbst wenn der Deutschkatholizismus zur alleinigen Herrschaft gelangte, Reformen im Judenthume nicht als berechtigt anerkannt werden würden, so lange Letztere nicht die ewige Liebe und deren Offenbarung von Christus ableiten! — Reformen, wie sie von einer „Rabbinerversammlung" angestrebt werden müssen, können nur dann heilsame Früchte bringen und zum Gedeihen des Ganzen wirken,wenn möglichst Biele, die an der väterlichen Religion fest und innig halten und ihreZcremonieen ehren, dafür gewonnen werden können. Dies war die ausgesprochene Absicht F's und der ihm Gleichgesinnten in und außerhalb der Rabbinerversammlung. Reformen auf dieser Basis unternommen, würden selbst die verständigeren Anhänger der starren Orthodoxie nach und nach ralliiren und ist einmal der Boden gesichert, so würde der neue Schößling um so blühender und umfangreicher sich gestalten, als er nun nicht äußerer — sehr zweifelhafter Stützen — bedürfte. Man hätte sodann einen Fortschritt on wu8se durchgeführt, der alle Bekenner des Judenthums umfaßte, daher auch vom kosmopolitischen Standpunkte aus weit segensreicher wäre, während jetzt Schismen und Spaltungen drohen, deren nachthcilige Folgen sich noch gar nicht übersehen lassen. — So weit die Ueberzeugung eines Mannes, der diese Zeilen weder dem Einen zu Liebe, noch dem Andern zu Leide niederschreibt und nur die traurige Verblendung beklagt, womit man sich gegenseitig anfeindet, ohne den wahren Zweck vor Augen zu haben. Aus Sachsen, 15. Januar. (Privatmitth.) In einer der letzten Nummern der in Baumgärtners Berlage zu Leipzig erscheinenden Modezeitung war

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