Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 4 (19.1.1846)
- Date
- 1846-01-19
- Page
- Seite 54 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3225443-3225448--07476-3238235- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
54 des Iudenthums (wie er sich nennt), sich das Monopol über die Wissenschaft den an:?: von der nabn zu unterscheiden anmaßt? Ist er etwa der Meinung?np n?: nrn nt Nbn?*ion n?: -cpiw Mein lieber Herr Rabbiner zu Sohrau, David Deutsch LComp.! Sie mögen schimpfen und sich gebärden so viel als Sie wollen, Sie mögen mit den Epitheten „Ehrlosigkeit" und „Lüge" noch so verschwenderisch umgehen, Sie werden die Zeit nicht aus ihren Fugen heben, werden ihr das Bewußtsein ihrer Mündigkeit nicht streitig machen und wenn Sie und Ihre Waffenbrüder noch hundert Adressen an den ür. Frankel schreiben und sich von demselben über Ihre große Mission in der Gegenwart bekomplimentiren lassen. aip?::i urptva bman Nbs* ,ami»'n'1 na*>n Nb mm zitirt treffend Ihr Kollege aus Lublinitz in seiner oben angeführten Erwiederung; und ich fühle mich versucht zu sagen: Iw: m> shv tpni Nam Es liegt eine traurige Wahrheit in diesen Worten, die vielleicht zu keiner Zeit so viel Beherzigung verdient, zu keiner Zeit die Starrheit der Vertreter des rabbinischen Judenthums so prägnant bezeichnet hat, als in der unsrigen. Um das alte politische Jerusalem haben uns die falschen Propheten der Vergangenheit gebracht; was thun die dünkelhaften Modernen? Sie zerstören die letzten Trümmer des geistigen Jerusalems in unserm Herzen. anN am*,: habe ich Euch zugerufen, und ich wiederhole es nochmals und zu Tausenden die Gleichgesinnten mit mir: am*,: 3-n! Was frommen Eure deutschen Predigten, was frommen Eure wissenschaftlichen Bestrebungen, mit denen Ihr Euch brüstet, wenn Ihr sie blos zum Werkzeug macht, die mahnenden Stimmen der Zeit zu übertönen und ihre wahren und thätigen Wortführer zu verketzern? Eure ganze Weisheit, Euren Gemeinden gegenüber, besteht darin, die Mitglieder der Rab. Vers, mit Schmähungen zu überhäufen, ihr Wissen und ihre Bestrebungen zu verdächtigen. O, über diese Dünkelhaftigkeit' Seit wie lange wagt Ihr es denn, den Schauplatz der Oeffentlichkeit zu betreten? Wie Viele von Euch sind der deutschen Sprache in ihren Predigten mächtig, und wie Viele bedienen sich derselben? Was sind die sogenannten jüdisch-deutschen n°na*n der meisten Rabbiner Oberschlesiens anders als ein wirres Konglomerat von geistlosen oder geisttödtenden Subtilitäten und witzelnden Spielereien, geschmacklos an Form wie an Inhalt und unerquicklich für die Zuhörer? Und diejenigen unter Euch, die Ihr einer reinen Sprache, einer vernünftigen Exegese fähig seid, wem anders verdankt Ihr dies, als jenen wackeren und rüstigen Männern, jenem Salomon, Manheimer, Geiger, Philippson rc. rc., die Euch den Weg gebahnt, die das Feld der jüdischen Wissenschaft und Exegese so vielseitig angebaut, und schon lange mit ihren Predigten so erhebend und begeisternd gewirkt haben, als Ihr noch in Nacht und Finsterniß gehüllt auf der Bärenhaut läget, und mit einer konfusen inan, von der man mit Recht sagen konnte: Nsrpa ■'bm ,'bT'3W Nünm, zweimal im Jahre, vor dem i2nvpr> pm hin und her zappelnd, Eurer Seelsorgerpflicht genügt zu haben glaubet? Den Dünkel aus den Augen, Ihr Herren, und ehrlich die Hand auf's Herz gelegt, was habt Ihr bis jetzt für die Hebung des jüdischen Sinnes, für die Veredlung und religiöse Bildung in Eueren Gemeinden gethan? Was die jüdischen Schulen leisten, leisten sie durch die wissenschaftliche Bildung ihrer Lehrer, und wo diese fehlt, liegt nicht nur der wissenschaftliche, sondern auch der Religionsunterricht darnieder. Was die Heranwachsende Jugend von der Religion ihrer Väter weiß, das hat sie Euch nicht zu verdanken, wo Ordnung und Andacht in den jüdischen Gotteshäusern herrschen, da habt nicht Ihr das Verdienst sie angeregt zu haben, sondern die Erleuchteten und Bessergesinnten in Eueren Gemeinden, ja nicht selten trotz Eures bald unmittelbaren, bald mirteldaren Widerstandes und Widcrstrcbens; und Ihr wagt es noch, Euch als die Stimmführer der oberschlesischen Gemeinden, als die Lenker ihrer religiösen Interessen aufzuwerfen, und schmäht, wenn man Euch das übelnimmt? Wohlan denn! Wir wollen zusehen was Eure so vielgepriesene Rührigkeit in der nächsten Zukunft für Früchte tragen wird. Sagen aber wollen wir's Euch, daß die Zeit jener anmaßenden Bevormundung von Seiten der rabbinischen Würdenträger, diese auch dem Judenthume zu allen Zeiten so arg mitgespielte Hierarchie, in dem ganzen Umfange des Wortes, ihre Rolle ausgespielt hat, und Ihr auf das blinde Vertrauen Eurer Gemeinden nicht allzusehr pochen sollt; es könnte gar bald kommen, daß Ihr, wie über Euern Dünkel, so auch über diese unbedingte Zuversicht sehr empfindlich enttäuscht werden dürftet. Ein oberschlesischer Laie.