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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-01-19 · Heft 4 (19.1.1846) · p. Seite 53

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 4 (19.1.1846)
Date
1846-01-19
Page
Seite 53 (sequence 5)
Language
German
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53 frühem Ausspruch, erklärte sich für immer zu jedem Freundschafksbunde mit Andersglaubenden bereit. Aus Oberschlefien, im Dezember. (Eingesandte Erwiederung.)*) Mein Artikel in No. 45 der A. Z. d. I. hat drei rabbinische Magnaten Oberschlesiens unsanft aufgescheucht. Entrüstet über einen solchen Frevel stürzten sie sich aus ihren Zellen, in welchen sie, bis auf das letzte große National-Ereigniß — ihre Adresse an den Herrn l>r. Frankel — am Krankenbette der Zeit saßen und ihre Pulsschläge zählten — um die Arena der Oeffentlickkeit zu besteigen und der Welt zu zeigen, daß sie, die Herren der jüdischen Wissenschaft, die letzten Stützen und Pfeiler des gesunkenen Glaubens, die ii32bft ■'78 8 und fttvinn 'ins des 19. Jahrhunderts, jenen verwegenen Korrespondenten gegenüber auch eine Lanze zu führenverstehen, und — vortrefflich schimpfen können. Wir wollen sie dir, lieber Leser, Einen nach dem Andern in ihrer ganzen Herrlichkeit vorführen, und ihnen, so weit cs in unserm Interesse liegt, Bescheid geben. ,, Der Eine von ihnen, „Germanus“ genannt, ein romanisirter Rabbi, hält es (Orient No. 47) zwar für unter seiner Würde, mit mir wegen meiner Korrespondenz in die Schranken zu treten, aber er benutzt sie gelegentlich zum Anknüpfungspunkt, um mit einem Seitenhiebe gegen die Rabbiner-Versammlung auszuholen, indem er sie einer projektirten Ausmerzung des vierten Gebots (!!!) bezüchtigt. Der Streich ist geführt, die Rabb. Vers, mit ihren Tendenzen steht vernichtet da, und der römisch-jüdische Priester, dessen Sympathien mit dem Dr. Frankel, trotz meiner aufrichtigen Zweifel, als iufaillible erscheinen, verlaßt den Kampfplatz, nachdem er visionsähnlich Allen, die an ihn und an die Rechtmäßigkeit seiner Adresse glauben, einen baldigen neuen Morgen des religiösen Heils aufgehcn läßt. Der zweite dieser Herren, aus Lublinitz datirt, offenbart sich in halbgeschlossenem Visir, deklamirt über die Paradoxien der Zeit, legt Beschlag auf die *) Wir waren es unserm Korresp. schuldig, ihm noch einmal das Wort zu gönnen, müssen aber bemerken, daß der so geführte Streit hiermit sein Ende in diesen Blättern hat. Die Redaktion. mir angemaßte Berechtigung die Wahrheit zu sagen, und läßt sich die Zeit nicht reuen, meinem Artikel eine Beleuchtung zu widmen. (Siehe Z. d. Juv. No. 48.) Du wunderst Dich, lieber Leser, über die Natur dieser Beleuchtung und suchst mit mir vergeblich nach dem Lichte in derselben. Statt dessen aber findest Du meine Behauptungen, bis auf eine, nämlich die gerügten Anordnungen in ihren Synagogen, die in frommer Demuth cingeräumt wird, von demselben als Unwahrheiten zurückgcwiesen, meine Anklagen werden Impertinenzen und Verleumdungen genannt, und ich werde herausgcsordert, meine Angaben durch Beweise zu bethätigcn. Wozu das, mein werthester Herr Rabbiner? Was ich von der seelsorgerlichen Wirksamkeit dieser Herren gesagt habe sind Thatsachen, jedem unbefangenen Beobachter in die Augen fallend, und das Axiom .117321127377 7V81 "-w wird Ihnen hoffentlich nicht unbekannt sein. Der dritte dieser kühnen Streiter ist der Rabbiner David Deutsch aus Sohrau (Orient No. 48). Dieser große Mann, der literarischen Welt der rechten Oderseite Oberschlesiens bereits rühmlichst bekannt, durch seine polemischen Meister-Broschüren gegen den Rabbiner vr. Geiger und in jüngster Zeit gegen die Rabb. Vers., herausgegcben von ihm & Comp., dessen Motto zu sein scheint: n 77310 ■'bVs ib'ser «sinn 50:7773, verschmäht es ausdrücklich, auf eine Erwiederung meines Artikels einzugehcn, er will mir die Ehre einer Zurechtweisung zu Theil werden lassen. Was erwartest Du, lieber Leser, von dieser Verheißung? Gewiß, wie sich's von einem solchen Wunder des Deutschthums erwarten läßt, nichts anderes als eine konsequente Durchführung des Begriffes „zurechlweisen"; also eine schlagende Ueberführung von meinen Jrrthümern. Doch weit gefehlt! Der gelehrte Rabbiner macht sich's leichter, er — schimpft. Muthe mir Niemand zu, meinem Alles zermalmenden Zurcchtweiser mit gleichen Waffen zu begegnen; im Schimpfen ist er groß, unerreichbar, und man sieht bald, daß er seinen vieljährigen Aufenthalt an der polnischen Grenze zu gründlichen Studien in diesem Genre benutzt hat. Und was ließe sich erst gar gegen die Lächerlichkeit sagen, mit welcher dieser Lewjathan des Wissens ,tvm 'in ipv ibso m 17 73711731, dieser gigantische Kämpfer gegen die lockeren Wurst- und Schinken-Reformer

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