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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-01-12 · Heft 3 (12.1.1846) · p. Seite 37

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 3 (12.1.1846)
Date
1846-01-12
Page
Seite 37 (sequence 5)
Language
German
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37 selbst) zu Aemtern, die ihnen eine obrigkeitliche Gewalt über Christen gäben, z. 33. Bürgermeisterei (vgl. Art. Stuttgart in dieser No.). 7) was wäre also das, was nach diesen Erklärungen noch übrig bliebe? a) daß die Schlagbäume zwischen den Provinzen für die Juden fallen, t>) daß die Juden auch in den Theilcn des Königreichs wohnen dürfen, in denen ihnen dieses noch nicht gestattet ist (z. B. Neusachsen), c) Qualifikation zu Lehrämtern, Advokatur, Apothekenbesitz, <l) Wahlrecht und Wählbarkeit Betreffs der Kreis- und Provinzialstände, was aber nach 5) sehr fraglich ist; e) Zulassung zu solchen Staatsämtern, die nicht in die Kategorie der obrigkeitlichen gehören, z. B. Kreisphysikat, Rechnerei, Bau- und Meßkondukteur :c. rc., was ebenfalls nach .7) sehr zweifelhaft ist. Berlin, 2. Januar. (Eingesandt. Sechs „Rabbinats-Kandidatcn und 8tuä. phil.", die aber um Verschweigung ihres Namens ersuchen, sandten uns folgenden Artikel, den wir hier unverändert wiedergeben, indem wir den betreffenden Korrespondenten zugleich auffordern, sich über die THatsache zu äußern. Redakt.) Mit gerechter Entrüstung muß jeder Redliche — er mag sich zur Sternschen Partei oder zum Sächsischen Prinzipe bekennen — den gehässigen, modcrnfrömmelnden Artikel in No. 1 der Allgem. Zeitung des Judenthums d. I., von Berlin aus, lesen, dessen Verfasser nicht nur wo es sich um eine Ansicht sondern um Fakta handelt, die Wahrheit auf eine unglaubliche Weise entstellt. Sprüche jüdischer Weisen, Satze aus dem Evangelium werden zur Heiligung und Weihe der Schmähungen mit einer dem giftigen Verfasser nicht zur Ehre gereichenden Gewandtheit ^reffen geführt — um durch die elendsten Kniffe sx den Orrhodorismus und Dr. Sachs, als seinen treter, einen Streich zu führen, wie durch die hlerische Ausrufung: „Also für Geld und immer für Geld ist die Waare feil?" Wir finden uns her zu der Erklärung veranlaßt, daß es eine um schmählichere Lüge (wir wissen kein anderes Wort -ierfür) ist, Dr. Sachs habe von den Ltullivsis theolog. Honorar für seine Vorlesungen gefordert, als er den Ertrag — wie schon die öffentlichen Anzeigen jener Vorlesungen meldeten — zu einem wohlthatigen Zwecke bestimmt hat. Allerdings hat er nur einigen Studios. Eintrittskarten ertheilt, mehreren aber verweigert; doch nur aus dem einfachen Grunde, weil überhaupt der Mangel an Karten sich so weit erstreckte, daß in einer der hiesigen Buchhandlungen, die sie nur verkaufen, keine zu finden waren. Wir würden geschwiegen haben, da sich die vorgebrachte Lüge bei allen mit den hiesigen Sachverhältnissen im Geringsten Vetrauten von selbst in ihrer nackten Abgeschmacktheit darstellt, würde nicht von andrer Seite kein Mittel unversucht gelassen, um die edelen Bestrebungen des Dr. Sachs zu verdächtigen. Einige Rabbinals-Kandidaten, Freunde der Wahrheit. Deutschlau d. Vom Rheine, 1. Januar. In Wiesbaden wurden die israelitischen Gemeindeglieder, welche einer erhaltenen Einladung zufolge zur vorhabenden Gemeindevorstandswahl eingeladen worden waren, bei ihrem Erscheinen an Ort und Stelle unter dem Bemerken wieder fortgcwicscn, sie seien irrthümlich eingeladen worden und nicht zur Wahl zulässig. Die Juden hatten die Einladung um so mehr in Ordnung gefunden, als die auserlegte Steuerbeitragspflicht zu den Gemeindelasten ihnen auch gleiche Rechte zu sichern schien. Sondershausen, 30. Dezember. (Privatmitth.) Am 12. v. M. fand die feierliche Vereidigung und förmliche Installation des Rabbiners hiesiger Stadt, PH. Heiden heim, vor dem in pleno versammelten Regierungskollegio, dem löblichen Vorstande hiesiger israelitischer Gemeinde, einigen anderweitigen Mitgliedern derselben und den Synagogenbeamten auf eine wahrhaft erhebende Weise statt. Der Herr Regierungspräsident hielt vor der Vereidigung eine ergreifende Rede, worin er namentlich hervorhob, wie in unserer Zeit allerdings ein ruhiger, besonnener Fortschritt gar sehr Noth thue, daß man aber keinesweges vorschnell das bewährte Alte aus Hang zur Neuerungssucht stürzen solle. Hierauf wurde die Dienstinstruktion von einem Regierungsbeamten vorgelesen und der Rabbiner darauf vereidigt, wobei kein weiteres Zeremonie! vorkam. Die Synagogenbeamten mußten ihm alsdann den Handschlag geben, seinen Anordnungen pünktlich Folge leisten zu

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