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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-01-05 · Heft 2 (5.1.1846) · p. Seite 24

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 2 (5.1.1846)
Date
1846-01-05
Page
Seite 24 (sequence 8)
Language
German
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24 Scheiden aus unsrer Stadt auszusprechen, ist die erste und aufrichtigste Regung unserer von Achtung und Ehrfurcht gegen Ew. Hochwürden lebhaft bewegten Herzen. Geleite der Allmächtige Sie auf Ihrem Wege in Ihren von einer weisen Regierung rühmlichst anerkannten Wirkungskreis, in welchem die Erinnerungen an die in unsrer Mitte verlebten Stunden so heitere möchten genannt werden können, wie die unsrigen an die empfangenen Worte anhaltend und nachwirkend bleiben werden. Nun der Stunden Ihrer Anwesenheit bei uns immer wenigere werden und uns die der Trennung zeigen, wollen Ew. Hochwürden den Ausdruck unserer Empfindungen nachsichtsvoll annehmen, sowie unserer Gesinnung und unseres Wunsches sich versichert halten, Ew. Hochwürden in unserer Mitte recht bald auch wirken zu sehen. Die Verwaltungsbeamten der israelitischen Gemeinde: Heymann, Eohn, Boas, Levy, Storgardt. Die Repräsentanten der israelitischen Gemeinde: S. P. Cohn, Storgardt juo., H. L. Krakau, S. M. Cole, S. M. Cohn, L. Boas, L. Marcuse, S. Seüo, M. Friedlander, I. Herrmann, Bendix Kesiel, I. Wildemann, Js. Zaduk, B. Heymann, C. Reiche. Gemeindeglieder: Dr. Schneidemühl, A. Kessel, Mendel Boas,J. Boas, M. Boas, Lehrer Levysohn, Lehrer Loewenthal, Lehrer Hirschfeld, I. Krakau, B. M. Boas, Dr. Ioachimsthal rc. Deutschland. Aus Buden, 17. Dezember. (Privatmitth.) Der Kampf im badischen Judenthume wird immer lebhafter, wenn auch nicht reiner und offener. Von der einen Seite der karlsruh er Klubb mit einem hyperorthodoxen Eifer, der kein Mittel scheut; von der andern die Versammlung in Bühl mit dem fest konstituirten Landesverein (s. No. 50 vor. I.). Die neuesten Ereignisse dieses Kampfes ersehen die Leser zunächst aus folgendem Artikel der Mannheimer Abendzeitung, datirtaus Jhringen imBreisgau. Er lautet: „Heute feiert die hiesige israelitische Gemeinde den Sieg, welchen sich dieselbe über den fanatischen Klubb in Karlsruhe errungen. Dieser bekannte Klubb entblödete sich abermals nicht, eine Petition an seine Agenten im Oberland, des Inhalts zum unterzeichnen, auszusenden: 1) hohe Statsregierung wolle die von den Män nern des Fortschrittes zu Oberraths-Mitgliedern in Vorschlag gebrachte Herren, weil diese Kandidaten die jüdischen Speisegcsetze rc. nicht beobachten, und somit außer dem Judenthum stünden, nicht genehmigen. 2) hohe Staatsregierung wolle keinen von jenen Rabbinern, welche der Versammlung in Braunschweig oder Frankfurt a. M. angewohnt, weil sie in ihren Verhandlungen die Argumente der Religion angegriffen, zum geistlichen Mitgliede beim israelitischen Oberrath ernennen. Auch hierher wurde ein Exemplar fraglicher Petition in Begleitung eines Zirkulars, von Flüchen und Schimpfreden gegen erwähnte Kandidaten zu Laienmirgliedern wimmelnd, im größten Inkognito eingeschmuggelt und alle untergeordnete Kräfte mit der gewöhnlichen Parole „die Religion stehe in Gefahr" in Bewegung gesetzt, recht viele Unterschriften zu kapern. Kein Mittel war zu niedrig, natürlich auf den Grundsatz gebaut: „der Zweck heiligt das Mittel", keine Täuschung war zu grell, einmal das vorgesteckte Ziel zu erreichen. So mußte denn auch das Streben des allgemeinen Landesvereins zur ächßern und inner» Verbesserung der Juden verdächtigt werden, und man nahm keinen Anstand, der Tendenz desselben die Verlegung des Sabbats auf den Sonntag und die Abschaffung des Viehhandels, wegen wucherlichen Unterstellungen, unterzuschieben. Leicht begreiflich sind diese Kunstgriffe für Einen und den Andern, namentlich letzterer, da die meisten Juden im Oberlande sich fast ausschließlich vom Viehhandel ernähren, eine treffliche Lockspeise und wirklich eine glückliche Inspiration des Klubbs, welche ihren Zweck nicht wohl verfehlen konnte, und um so mehr wirken mußte, da man Keinem die Petition vorlas, und nicht ein Einziger den Inhalt derselben kannte. Aber trotz aller Geheimnißkrämerei und allem lichtscheuen Treiben durfte dieses Treiben dem intelligcntern Theil der Gemeinde nicht verborgen bltiben und dieser verabsäumte nicht, sich hierüber mit dem Herrn Bez.-Rabbiner in Breisach in Kommunikation zu setzen; Letzterer ordnete alsbald auf heute früh 9 Uhr eine Gemeindeversammlung an, und nachdem

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