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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-01-05 · Heft 2 (5.1.1846) · p. Seite 23

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 2 (5.1.1846)
Date
1846-01-05
Page
Seite 23 (sequence 7)
Language
German
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23 religiösen Ueberzeugungen und die Wahrheiten, die besonders in der zweiten Rabbinerversammlung ausgesprochen, und die jetzt in den erschienenen Protokollen dem Publikum vorliegen, werden gewiß von dem größten und segensreichsten Einfluß sein; trotz dem, daß sie schon früher entstellt und verdammt worden. — Dieses Alles wird gewiß auch die Rabbiner, wenn sie auch als Theilnehmer an der Rabbinerversammlung mit manchen Niederträchtigkeiten zu kämpfen hatten, ermuthigen und stählen, aus der einmal mit Aufrichtigkeit und wahrer Religiosität, für Gott und seine Lehre, betretenen Bahn tapfer und unverdrossen fortzuwandeln; mögen sie hierdurch auch vorläufig in ihrem Wirken scheinbar gehemmt sein und nicht sogleich realisiren können, was sie beabsichtigen und für dringend nothwendig halten, so werden sie desto segensreicher in der Folge wirken, wenn ihr Streben und Ringen nach dem Guten mehr Anerkennung gefunden, was in unsrer Zeit nirgends lange ausbleiben kann. Denn wenn auch die Finsterniß noch manche Gegenden bedeckt und dunkler Nebel manche Gemeinden, so wird doch bald das göttliche Licht und die göttliche Herrlichkeit jene verscheuchen und Alles erleuchten. — Weg daher mit aller kleinlichen Angst, weg mit allen einschüchternden Befürchtungen, und weg mit allen selbstsüchtigen Ausreden: die Zeit drängt, der Arbeit' ist viel, die Wege müssen geebnet, die Straßen gebahnt werden. O, daß doch die Arbeiter nicht träge werden, wenn auch der Lohn noch nicht so groß und die Anerkennung nicht sogleich da ist! Für Gott, unsere Religion und die Wahrheit! Dies bleibe stets dieser Männer Losungswort und mit diesem werden sie gewiß siegen. Schwerin an der Warthe, 28. Dezember. (Privatmitth.) Sie wissen, daß endlich für unsre vakante Oberrabbinerstelle die Wahl getroffen werden sollte, eine Lehrstelle, die in der jetzigen Zeit eine um so größere Wichtigkeit hat, da der würdige Geistliche, welcher das Bewußtsein seiner Zeit und Stellung in sich trägt, weit über die Grenzen seiner Gemeinde zu wirken im Stande ist, unsere ganze Provinz kräftiger Einwirkung benöthigt ist, und wiederum unsre Gemeinde einen bedeutenden Ruf auch auswärts genießt. Daß also bei dieser Wahl alle Persönlichkeit, alle besondere Geneigtheit wegfallen, sondern nur die Befriedigung der allgemeinen Bedürfnisse berücksichtigt werden muß, sieht man leicht ein. Die aus 10 Männern bestehende Wahlkommission schritt zur Bestimmung der engem Wahl, und vereinigte sich auf drei Männer, welche hier Wahlpredigten gehalten: den Landesrabbiner vr. Einhorn aus Brrkenfeld mit 9 Stimmen, den Rabbiner vr. Klein aus Stolp mit 7 und Rabbinatskandidat Rothschild aus Hamm mit 7 Stimmen. Ein Rabbinatskandidat, vr. S., der durch sein« populäre Beredtsamkeit sehr gefallen hatte, mußte ausgeschlossen werden, weil ihm die nöthigen Hathora's fehlten, worin 9 unter 1V Wahlmännern einstimmig waren. —Am 24. d. sollte nun die Wahl, welche von der ganzen Gemeinde geschehen sollte, vor sich gehen. Aber durch die Jntriguen einiger reicheren Mitglieder aufgehetzt, erhob einTheil der Versammelten einen solchen Lärmen, an sich unerhebliche, aber so heftig vorgetragene Protestationen, — daß die Wahl aufgeschoben werden mußte. Die Betrübniß, welche sich der Beffergesinnten bemeisterte, da nirgends, nicht einmal ein Formfehler, geschehen, und sowol weil der Ruf der Gemeinde dadurch in Gefahr, als auch die so nöthige Wahl in Aufschub gebracht worden, ist groß, und wol drängt es, daß alle Vernünftigen, namentlich die sonst auf ihre Bildung und ihre Loyalität so viel pochen, von ihren ungerechten Bestrebungen zurückkommen! Bevor der vr. Einhorn nach gehaltenen Predigten von hier schied, empfing er folgende Adresse, welche von denen, die sie unterzeichnet haben, doch nicht schon gänzlich vergessen sein mag: Seiner Hochwürden des Herrn Landesrabbiner vr. Einhorn zu Birkenseld. Die Unterzeichneten haben Ew. Hochwürden an den beiden verflossenen Sabbattagen in Ihren Wahlpredigten begeisternde und erkräftigende Worte über den welthistorischen Werth des Judenthums, seine Bestimmung, seine Stellung zu den übrigen Völkern und speziell zur Gegenwart sprechen gehört, sprechen gehört über den göttlichen Geist, der von seinem Beginn durch alle Phasen seiner Entwicklung hindurchdrang, es erhielt, in derselben ungeschwächten Kraft es erhalt und seiner Bestimmung zuführt, Worte der Wahrheit, Worte des Glaubens und Worte des Friedens, die lange, lange in ihren Herzen nachhallen werden. Diese Ueberzeugung Ew. Hochwürden vor Ihrem

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