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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-01-05 · Heft 2 (5.1.1846) · p. Seite 19

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 2 (5.1.1846)
Date
1846-01-05
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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19 der Gesellschaft, Herr Kaiser, der Vizepräsident, Herr Walther. Bänder mit den drei Farben der Union — nach Art der großen Ritterbänder in Deutschland — zeichneten die Ehrenmänner dieses Festes aus. Die Vorstände aller Synagogen und Vereine waren als Vizepräsidenten geladen, und trugen eine dreifarbige Bandrose im Knopfloche. Der feinste Anstand herrschte; Christ wie Jude ließ sich ehrerbietigst, nach amerikanischer Sitte, dem Präsidenten vorstellen, der am Amtstische, zur Seite seine Sekretäre, stand. Endlich ertönte die Musik, die in den reich mit Gas erleuchteten Saal rief, in dem das Festessen stattfand. Auf einem erhöhten Platze war der Tisch für den Präsidenten, die Vizepräsidenten, die geistlichen und weltlichen Redner des Festes; parallel der Länge des Saales liefen vier andere Tafeln mit 250 Gedecken für die geladenen Gäste. Nach dem Benschen eröffnete der Präsident die Reihe der Redner mit folgender Ansprache: „Meine Herren! Es wird mir die Ehre zu Theil, Ihnen den Bericht vom verflossenen Jahre über den deutsch-israelitischen Wohlthätigkeitsverein respektvoll vorzulegen. „Dieser Verein zählt bis heute 148 Mitglieder. Di« Einnahmen vom verflossenen Jahre belaufen sich auf 1453 Dollars; hiervon wurden 983 an Arme vertheilt, und 315 für Expensa verausgabt. Folglich verbleibt in der Kasse des Vereins eine Summe von 200 Dollars, welche in einer Savings-Bank deponirt und zu höheren Zwecken bestimmt ist. „Es wurden im Laufe dieses Jahres von diesem Vereine 154 Personen unterstützt und zwar in folgender Weise: 9 Wittwen mit Waisen empfingen wöchentliche Unterstützungen; 2 Frauen, die durch das Verlassen ihrer Männer in hülslosen Zustand geriethen, erhielten gleichfalls wöchentliche Gaben; 4 Männern wurden größere Unterstützungen zu Theil, damit sie in den Stand gesetzt waren, ein Gewerbe ergreifen zu könpen (Beifall); 2 Familien wurden gleichfalls größere Unterstützungen zu Theil, damit sie in ihre alte Heimat zurückkehren konnten; 74 Arme erhielten Unterstützungen nach vorhergegangener Untersuchung des Komitvs, und 45 durch den Präsidenten. „M. H.! Es ist die zweite Erinnerungsfeier dieses Vereins, die uns heute hier versammelt. Ein Ueberblick über den Ihnen vorgelegten Bericht wird Ihnen die Ueberzeugung geben, daß dieser Verein, so jugendlich er auch noch ist, dennoch schon manche gut« That bewirkt hat, und es ist wol keinem Zweifel unterworfen, daß wenn derselbe von seinen Mitgliedern und Freunden bestens berücksichtigt, und von den Beamten gehörig verwaltet wird, uns zu den schönsten Erwartungen berechtigt. „M. H.! Die Anzahl von Armen, und namentlich unter den Eingewanderten von diesem Jahre ist zufolge der vielen eingelaufenen Bittschriften leider! ausfallend groß. Und dennoch ist es eine erfreuliche Thatsache, daß unter den vielen Bürden in den öffentlichen Wohlthätigkeitanstalten kein Israelit und überhaupt wenig oder gar keine Deutsche zu finden sind. (Lauter Beifall). Die Ursache dieses angenehmen Resultats entspringt aus nichts Anderem, als aus der Arbeitsamkeit, Sparsamkeit und Ausdauer des Deutschen (Beifall), so wie auch aus dem Wirken der deutschen Wohlthätigkeitsvereine. Die guten Eigenschaften des Deutschen allein können ihn >edoch vor Armuth nicht schützen, wenn ihm die Mittel fehlen, ein Gewerbe zu beginnen; darum wäre es sehr zweckmäßig und äußerst wünschenswert!), wenn diese Vereine dahin wirken möchten, in solchen Fällen kräftiger einzuschreiten und solchen Leuten die hinlänglichen Mittel verabfolgen lassen wollten, damit ihnen der Anfang zu einem Nahrungszweig in die Hand gegeben würde, und sie dadurch in den Stand gesetzt würden, sich mit den Ihrigen ernähren zu können. „Dieser Gegenstand, so wie die Errichtung eines israelitischen Krankenhauses, welches eine äußerst dringende und nothwendige Sache ist, deren Ausführung nicht genug empfohlen werden kann, sind diejenigen Zwecke, die ich in meinem Berichte als höhere Zwecke bezeichnete. (Lauter Beifall.) „M. H.! Ich will Ihre Aufmerksamkeit nicht länger in Anspruch nehmen, indem talentvollere Redner hier gegenwärtig sind. „Ich schließe meine Bemerkungen mit folgendem Toaste: Die mit Wohlthätigkeitssinn beseelten Herzen! Möge der edle Keim in ihnen aussprossen und zu Früchten heranwachsen, damit sich alle Nolhleidenden daran laben können!" Nach dem Präsidenten sprachen die Herren Rev. Jsaacs in englischer, und Rev. Dr. Märzbacher in deutscher Sprache über Wohlthätigkeit; Rev. 0r. Lilienthal stellte einen Vergleich zwischen der Lage der

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