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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-01-01 · Heft 1 (1.1.1846) · p. Seite 14

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 1 (1.1.1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 Froh klapperst Du mit Deiner Münze, Dich reizt das brüffler Spitzenband, Der Ring, das Bild der alte Degen, Die Pendeluhr, das Pelzgewand. Du greifst in Bangen und Verlangen Nach jenem blanken Kruzifix, Verbirgst es vor den frommen Brüdern, Und siehst es an versiohlnen Blicks. Die Straßen auf, die Straßen nieder! Die Knochen matt, die Stirne beiß! Die Woche flieht, die Woche bietet Nur fünf der Tage Deinem Fleiß. D, spute Dich, Du Athemloser, Wirb, wirb um Deinen Tagelohn. Am Samstag will es nicht der Vater, Am Sonntag will cs nicht der Schn. Des Abends kehrst Du still nach Hause, Es sieht Tein Weib Dich fragend an. Du schweigst, sie steht Dich an und weinet, Und liebt Dich um so wärmer dann. Sie reicht Dir lächelnd Salz und Brote, Sie bringt ihr schönstes Kind herein, Es fällt Dich an mit hundert Küssen, Und forscht in allen Taschen Dein. Du suchst den weichsten Pfühl dem Knaben, Ein kurz Gebet, da schläft er schon. Du aber sprichst: „Ich will dich wahren, So lang ich bin, geliebter Sohn. Doch, wenn ich ging zu meinen Vätern, Wenn du verarmt und schwer gebeugt, Ach, wirst du nicht den Eltern fluchen, Die dich geboren und gezeugt?" „Ein jüdisch Kind — auf deutscher Erde — Ich trug es kaum, du trägst es nie. Du willst des Christen Herz gewinnen, Und sinnst und strebst und weißt nicht wie. Er grollet, nicht um Jesu willen, Er grollet, bis dein Athem stirbt, — Weil deine Hand um Gold und Güter Geschwinder und beglückter wirbt." Sie gönnen dir kein Handgewerke, Sie gönnen dir kein Ackerfeld. Du darfst ja nicht zur Jugend sprechen Von eines Lehrers hohem Pfühl; Kein Sternchen scheint dem wackern Busen, Der sich bewährt im Kampfgewühl." „Tu bist kein Mann Lu Amt und Würden, Dein Erd ist matt, dein Herz ist lau; Doch Geld, o Kind, das darfst du geben Für einen frommen Kirchenbau. Du darfst Lm Land die Kranken heilen, Den Bettlern reichen Brot und Wein, Und darfst, wie ich und deine Brüder, Ein schlechter Trödeljude sein." „Tu bist zu schwach, um Holz zu spalten, Doch ehrlich bleibst du fort und fort; Ach, willst du nach der Ferne schweifen? Ein Laut verrärh dich hier und dort. Wirst du die Heimat lassen können? Dein hochbetagtes Mütterlein? Wer wird nach Jahren einst begraben Zu mir ihr heiliges Gebein?" Er sucht erschöpft das traute Lager, Ein kur; Gebet, da schläft er schon. Er spricht im Traum: „Ich will dich wahren, So lang ich bin, geliebter Sohn; Doch, wenn ich ging zu meinen Vätern, Wenn du verarmt und schwer gebeugt, Ach, wirst du nicht den Eltern fluchen, Die dich geboren und erzeugt?" Der Tag beginnt! den alten Kummer Entbietet ihm das junge Licht. Inbrünstig dreht er gegen Morgen Sein abgewelktes Angesicht. Er schlichtet kaum die krausen Lecken, Er gönnt sich kaum den kargen Schmaus. Es feilscht sein Freund an dieser Thüre, Er wandelt in das nächste Haus. „Du mußt ja schaffen, mußt erraffen, In sieter Gier nach Gut und Geld;

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