Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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5 Bar-Bagschah, Asmourah, Kser-el-Ther und vielfach anderswo." Die in diesen Stämmen seßhaften jüdischen Familien bewohnen das Zelt oder die Gourbi nach dem besondern Gebrauche der Gegenden, wo sie sitzen. Bald bebauen sie das Land auf halben Nutzen mit den Arabern, bald auf eigene Rechnung, und werden von den Muselmännern auf völlig gleichem Fuße behandelt. Außer den ländlichen Arbeiten üben diese Juden gleicherweise einige besondere Industriezweige: sie färben ihre Wollen, arbeiten goldene und silberne Sachen, fabriziren Putzsachen und andere Zierrathen, welche die arabischen Frauen tragen. Nichts unterscheidet sie von der Beduinenbevölkerung, weder Sprache, noch Tracht, nur daß die Frauen sich nicht tätowiren, nach einem biblischen Gesetze." „In der Provinz Algier, bei den Kabylen des Djerdjera, in der Provinz Dran bei den Beni-Soouff wohnen ebenfalls Juden, wenn auch weniger zahlreich als in der Provinz Konstantine. Doch zählt man wenigstens 150 bei den Beni-Soouff." „Im Innern Mittelafrika's, unter den Schwarzen, welche den Handel mit Tebber oder Goldsand betreiben, zählt man eine große Anzahl Juden, und ihre algicrschen Korrespondenten, zu Metlili und Timimour etablirt, gehören derselben Religion an. Herr Alb. Cohn hofft im nächsten Jahre auf einer zweiten Reise israelitische Neger nach Frankreich zu bringen, und durch sie Verbindungen mit dem Bled-Soudan anzuknüpfen." „Dieser kurze Blick auf die israelitische Nationalität in Algerien genügt, um ihre Wichtigkeit bemerklich zu machen und die Anstrengungen zu rechtfertigen, welche die Regierung und einige israelitische Notabeln Frankreichs machen, um die algierschen Juden aus dem Zustande physischer und moralischer Erniedrigung, in welche sie versunken waren, herauszubringen." „Ueberall haben die Israeliten Algeriens dem Aufruf des Herrn Albert Cohn Folge geleistet; in den hauptsächlichsten Städten haben sie sich verbunden, Schulen für die Kinder beiderlei Geschlechts zu gründen, und da, wo sie nicht zahlreich genug wären, um die Last, die Lehrer zu erhalten, zu tragen, haben sie sich entschlossen, ihre Kinder in die französischen Schulen, obschon von Christen dirigirt, zu schicken." „Schon eine große Anzahl algier'scher Juden sprechen und schreiben die französische Sprache, und 36 unter ihnen sind der Armee oder der Administration als Dolmetscher oder Agenten attachirt, und im Allgemeinen ist man mit ihren Diensten zufrieden. Einige unter ihnen haben selbst Proben einer Hingebung und einer Treue, welche alle Prüfungen besteht, gegeben; an ihrer Spitze steht L«on Ayas, der während zweier Jahre dem Konsulate von Maskara attachirt war, und seitdem den Krieg mit der größten Auszeichnung mitgcmacht hat. Im Jahre 1842 empfing er im Dahra eine sehr schwere Wunde, und jüngst, am 18. Oktober hat er unter den Mauern von Mostaganem mit eigner Hand 5 Reiter vom Goum des Bou-Maza getödtet." Deutschland. Vom Bodenfee, Ende Nov. (Privatmitth. Verspätet.) Das „Jntelligenzblatt für Schwaben und Neuburg" enthält (abermals) eine: — der seit neuerer Zeit nicht seltenen Verordnungen, welche eigens darauf berechnet scheinen, die Bekenner des mosaischen Glaubens in den Augen des Volkes anzuschwärzen, indem ihnen die zeitweilige Theuerung der Lebensbedürfnisse zur Last gelegt wird — Verordnung die befiehlt, „mit größter Strenge darüber zu wachen, daß alle Juden, welche nicht ausnahmsweise eine Berechtigung zum Handel mit Hopfen, Getreide und sonstiger zur Nahrung dienender Rohprodukte besitzen, von solchem Handel, so weit er sich nicht auf den Verkauf ihrer eigenen Erzeugnisse oder auf den Verkauf ihres Haus- und Oekonomie-Bedarfs beschränkt, namentlich aber auch von allem Schmues- und Unterhandel hierbei gänzlich entfernt gehalten, und im Falle des Betretens zur Untersuchung und Strafe gezogen werden." — weil, wie diese Verordnung Eingangs motivirt wird, zufolge höchster Entschließung des Ministeriums des Innern vom 25. Sept., unter Anführung beweisender Belege zur Anzeige gekommen ist, daß auf den Hopfenmarkten und in den Gegenden, wo die Hopfenkultur am Erfolgreichsten betrieben wird, die anfänglich niedrig gestandenen Preise des heurigen vorzüglich gerathenen Hopfens durch das Dazwischentreten jüdischer Händler und ihrer Aufkäufe schnell um fl. 16 bis fl. 20 pr. Zentner gesteigert worden seien." Wir sind nicht gemeint, diese Anzeigen zu widerlegen, sonst dürfte es, unseres Bedünkens, nicht