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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-12-04 · Heft 50 (4.12.1848) · p. Seite 716

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 50 (4.12.1848)
Date
1848-12-04
Page
Seite 716 (sequence 8)
Language
German
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MgNz ihnen einen anderweitigen wohlthätigen Zweck eröffn et. Tille die Gelder von der obigen Summe, welche nicht .zurückgefordert werden, sollen, an jüdische Hospitäler Ln Deutschland, welche nicht genügend fundirt sind, namentlich in Badeorten, verhaltnißmäßig / pertheilt werden, w orüh er dann die Quittungen in dieser Aiei- ,tung veröffentlicht werden. ' -.:,j Wir glauben damit dem wohlthätigen Sinne der Heber am Besten und. unparteiischesten entsprochen zu haben. In der schwierigen Zeit,, in welcher wir leben, werden solche Zuschüsse derartigen Anstalten sehr gedeihlich sein. .. ■; . . •' Magdeburg, den 27. November 1848.? vr. Ludwig Philippson. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 26. November. (Privatmitth.) Unter welchen Verhattniffen wir jetzt leben, brauche ich Ihnen nicht erst zu schildern.. Wir erwarten täglich entscheidende Schritte für das Ganze,..deren /Unmittelbare .Konsequenzen .dann auch .für uns.bedeutend' waren. Mein, selbst dann, wenn.die bisher promulgirten .Gesetze, feien es Prinzipien, seien es bestimmt formulirte, wicht, derogirt werden, also bestehen bleiben sollten : so sann man doch nicht hoffen, daß, Falls das Regime so gestaltet bleiben sollte, viel Segen aus diesen Gesetzen,-für uns hervorstießen würde; denn was man mit dem Buchstaben des Gesetzes anfangen kann, wenn man will, das. hat uns Kurhessen bis dato gelehrt. Man wird uns stets alle Bahnen verschlossen halten, und das Gesetz wird dagegen Nichts vermögen. D ie Juden, welche dann die. ersten Schritte auf solchen 'Bahnen gethan, werden in die Alternative gesetzt sein, entweder ihren Lebensberuf aufzugeben, oder sich taüsen zu kaffen. Wir können jüdische Väter, denen es ernst ist um ihre Religion, die sich nicht mit dem falschen .■ Satz beschönigen: „laß er (der Sohn) dann machen, was ihm recht scheint,", indem sie. vielmehr .die .Verantwortung bedenken, die sie auf sich laden, indem M ihr Kiny. zu einem solchen Scheidewege führten, -wir können, sage .ich, jüdische Väter nicht genug hierauf aufmerksam machen. Wir müssen-erst abwarten, welche Strömung das Leben nimmt. Daß die Lage der.,Dinge für die Juden ernst genug ist,, das kann Jeder sehen,, der die „Kreuzzeitung" liest, und ihren Leserkreis, d en Kreis, auf den sie einen Ungeheuern Einfluß - übt, .erwägt. Man sagt gewöhnlich, daß sie die Revolution, indem sie diese den Juden allein in die Schuhe schiebt, in Verruf bringen will. Man glaube dies nicht. Sie weiß sehr wohl, haß bei denen, die ihr ergeben sind, die Revolution nicht erst in Verruf zu kommen braucht. Ihre- Absicht geht ganz wo anders hin. Sie will im Allge meinen die ganze Beamtenwelt mit unauslöschlichem Haß gegen die . Juden durchtränken. Aber auch das ist erst sekundär. Sie will in höheren Regionen darauf hiydrängen, dqßdie Religionsfreiheit, daß b t e; Nich t.b e r ü cks ich ti g u n g der B ete nn tnssse-s-n- HL rg e pl.i ch e r. u n d. p o li ti sch e r B e z i e h u n g mt d er. ansMho b e n- :w er d. e. Dies -ist-ihr Lebenszwecks / :;r.. r , . . Der Zusammenhang ist leicht erklärt. Die Kreuzzeitung ist das Organ, her,, durch' hie Märzereignisse gestürzten, vom Ruder entfernten Pietistenpartei. Nicht Absolutismus, nicht Monarchie, nicht einmal die Religion an sich, sondern ihre Herrschaft ist es, um dieses ihr5 zu thun ist.-. Me augenblicklichen Siege sonnen shr-Mnso lange nicht wieder .aufhelfen, so sänge die völlige Gleichheit aller Bekenntnisse, die -völlige Religionsfreiheit nicht wieder besiegt und beseitigt ist. Dann erst kann sie hoffen, ihre Herrschaft -völlig wieder zu begründen, und auf alte Weise den Glauben zu terrorisiren. Hier sind es nun. zunächst die Juden, die ihr im Wege stehen. Die Juden sind am Leichtesten bei, Seite zu schieben, weil man .weiß, daß das Volk nach einer Benachtheiligung dieser nicht allzu viel frägt. So wie aber die Gleichheit der Bekenntnisse in Bezug auf die Juden zerrissen ist, so ist auch keine Schranke mehr für das Weitere da, indem man die nicht.für Christen anerkennt, die nicht zu einer der drei Kirchen gehören. Letztere aber schnürt man wieder in die enge Bahn der Symbole «ein. Dies ist der Weg., den die „Kreuzzeitung" einhält, und daher ihr unermüdliches Loben gegen die Juden. Diese -allein meint sie nicht, aber sie sind der erste und leichtest zu entfernende Stein des Anstoßes auf ihrer Bahn. . Ich glaube nicht, haß nun noch Etwas un-

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