Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 49 (27.11.1848)
- Date
- 1848-11-27
- Page
- Seite 706 (sequence 10)
- Language
- German
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noch auf einer so niedrigen Stuft stehen, ünd ein so geringes Maaß Wissen geben, daß es sehr natürlich ist, wenn die jüdischen Gemeinden für einen gesonderten, bessern Unterricht, der dem Unterricht in den Bürger- und Handlungsfchulen nahe kommt, fotzen. Andererseits ist in vielen Gegenden der Geist der Bevölkerung noch so abstoßend gegen unsere Glaubensgenossen, daß die Jugend der Juden mit vielem Widerwillen oder im Geiste der Proselytenmacherei behandelt wird. Endlich vergessen wir nicht, daß die jüdische Masse in ihrer Gesammtheit noch dieselben Stufen enthalt, welche die Judenheit im großen Ganzenseit 50 Jahren durchlief, und daß es daher noch eine große Klasse giebt, für die als Durchgangsstufe die gesonderte jüdische Schule gerade noch so nolhwendig ist, wie sie-es vor 30 Jahren noch für fast Alle war. Diese praktischen Bedenken scheinen uns kräftig genug, um für die nächsten Zeiten die jüdische Elementarschule noch an vielen Orten für unentbehrlich zu halten, so daß vielmehr dahin zu streben sei, die jüdische Elementarschule wo sie noch vorhanden, zu heben und zu kräftigen. Literarisches. Ueber die Zahl Sieben. SSon Emanuel Hecht. (Fortsetzung.) Zum Wochenfeste wurden si e b e n Lämmer geschlachtet und so trifft man Überhaupt das siebenfache - Opfer bei den-Meisten Mrpflkchtungen an. Die Freunde von Hiob opferten sieben Farcen und sieben Widder, wie er selbst für feine sieben Söhne stets sieben Opfer gebracht hatte. Ebenso viele Altäre baute Balak vor Bileam. David schlachtete sieben Opfer beim Üeberbringen der heiligen Labe und seinem Beispiel folgte der König Hiskia, der noch sieben Lämmer und sieben Ziegenböcke beifügte. Auch viele geschichtliche Ereignisse liefern dieselben Resultate. Äm Jericho einzunehmen mußten sieben Priester sieben Tage lang auf sieben Posaunen blasen und die Mauern der Stadt fielen am siebenten Tage nachdem siebenten Umgänge. Skmfons Kraft wurde mit sieben neuen Sau-Nn geprüft und feine Stärke verschwand beim AbschNeideN der fteben Haarlocken. Nebuchadnezer, der zum Verbrennen der Gläubigen den Kalkofen siebenfältig heizen ließ, verlor nach sieben Jahren seine menschliche Gestalt. Doch wozu von so später Zeit? Steigen wir zur Kindheit des menschlichen Geschlechts hinab, so finden wir überall dieselbe Erscheinung. Vor der Sünvfiuth ward dem verderbten Menschengeschlechte noch eine Zeit von sieben Tagen nachgesehen, mit Noach wurden noch sieben Menschen vom Untergange befreit, und von allen reinen Thieren sieben Paar in die Arche gebracht. Nach sieben Tagen waren die Fluchen auf der Erde und am siebenten Monat ruhete die Arche auf dem Ararat. Noach sandte von sieben zu sieben Tagen Vögel aus, um zu sehen, ob die Erde trocken wäre, und bei seinem Austritte aus der Arche gab ihm der Ewige, nach der Uebeclieferung, sieben Gebote, bekannt unter dem Namen der noächidischen. Der Erzvater Jakob diente um Rachel und Lea zweimal sieben Jahre und das Hochzeitssest dauerte sieben Tage. Die sieben fetten und die sieben mageren Kühe und die sieben vollen und die sieb en mageren Aehren, wovon der egyptifche König träumte und die nach Josephs Auslegung sieben Jahre der Fruchtbarkeit und sieben Jahre der Hungersnoth bedeuten, verdienen ebenfalls Erwähnung. So auch, daß Salomons Tempel der Weisheit auf sieben Pfeilern ruht und daß man, um sich Ezechiels Heiligthume zu nahen, sieben Stufen ersteigen mußte. Die Beispiele könnten noch sehr vermehrt werden, besonders wenn ich die Zahl siebzig und siebenundsiebzig beachten wollte und auf Talmud unb Kühbala Rücksicht nehmen könnte. Auch das Neue Testament liebt*die Zahl sieben. Besonders ist die Apokalypse des Johannes voll von dieser Mystischen Zahl. So trifft man die sieben Engel und sieben Geister, sieben Könige und sieben Lichter, sieben Segel, sieben Schalest, sieben Posaunen und sieben Donnerschlage. Ferner: das Lamm mit sieben Hörnern und sieben Augen, den Drachen mit sieben Häuptern Und sieben Kronen. Noch mehr Ausbeute liefert jedoch öetGottesdienst der alten Völker. Die Geschichte lehrt zur Genüge, daß die meisten alten Völker sich bemühten, Alles, was sie als heilig und verbindend aNsahen, Mit diese rZ ah lin Uebereittstimmung zu bringen. Ich bedauere, daß mir mein Gedächtniß nicht treu genug ist, um hier die vielen bekannten Nachweise liefern zu können und mich lei-; der in einer Gegend befinde, die zwar kein Böotken, in der aber doch" Bibliothek und Buchhanölüng so selten