Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 49 (27.11.1848)
- Date
- 1848-11-27
- Page
- Seite 707 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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wie das Manna ist. Einiges mag aber seinen Platz hier finden*).. Es ist bekannt, daß man sieben Pforten durchgehen mußte, bevor man zu den Geheimnissen von MithraS dringen konnte, daß bei dem egyptischen Gottesdienste, bei Opfern, Reinigung und Weihe, alles siebenfach verrichtet wurde, daß selbst das große Molochsbild, diese abscheuliche phönizische Gottheit, sieben hohle Kammern. Hütte, in welchen ebenso viele Menschliche Schlachtopfer dem Tode geweiht wurden. Die Indier fabeln in ihrer Religionskehte von siebeN Heiligen (Kichis), sieben Meeren und sieben Kontinenten (vvipas) und sieben Welten (Locas); die Perser von den sieben Erzengeln (^mZoKsspauäas) und sieben Teufeln. Selbst die ursprüngliche Zahl derKardinäle war sieben, nne die Zahl der guten Engel und der bösen Geister. Auch in Sachen des Rechts finden sich einige Spuren von besonderer Berücksichtigung der in Behandlung schwebenden Zahl. Das Wort Eid hat im Hebräischen dieselbe Wurzel wie die Zahl sieben, so daß (der Eid) so viel heißt, als Siebenung (und Woche), ----- er hat gesiebent oder Jemand beschworen, Vtzuid *= er wurde beschworen, oder er ist gesiebent worden **). Und kein Wunder. Es war schon in der alten Zeit gebräuchlich, den Cid durch sieben Gegenstände (sieben Opfer von Schafen und Ziegenvieh oder von sonstiger Art) zu bekräftigen. Die Hebräer gebrauchten sieben Opferthkere, die Araber (lleroä. B. 3, Kap. 8.) sieben mit dem Blute der kontrah wenden Parteien bezeichnete Steine, und Agamemnon sandte an Achilles beim Ablegen feines Eides sieben Tribute. Das römische Recht förderte zur Bekräftigung des letzten Willens die Unterzeichnung von sieben Zeugen. In Deutschland - war, wahrend. des Mittelalters, bei allen Kriminalfällen das besiebnen oder übersiebnen, d. i. das Ueberzeugen durch sieben beeidigte Personen eine unerläßliche Forderung. Die Grenzen einiger Landschaften wurden im Reiche durch Siebner festgestellt. (Schluß folgt.) *) Mehr findet man in Hammers: Enzyklopädische Uebersicht der orientalischen Wissenschaft und in der Symbolik Löws. **) Siehe Michaeli's Mosaisches Recht, 6. Th. §. 323. Korrespondenze«. Debatte» über das jüdische Schulwesen. (Fortsetzungaus No. 31. 32. 35. 36. 37. 38. 40. 41. 42. 43.46.) XIV. . Beikommend übersende ich Ihnen eine, im Aufträge; des hierlandischen christlichen Lehrervereins abgefaßte und veröffentlichte „Denkschrift an die Ständekammev zu Oli denburg", mit der freundlichen Bitte, dem Punkt I. bis j II. eine Stelle in der Ä. Z. d. I. zu gewahren. Ist! .dieser Gegenstand hier auch in ausschließlicher Berücksich-! tigung der christlichen Lehrerverhältnisse besprochen, so hat! er doch auch sehr viele Berührungspunkte mit denen der! jüdischen Lehrer, trifft auch diese in den meisten Forde- : rungen und deutet das Ziel an, dessen Ecstrebung auch i des jüdischen Lehrers vollste Sorgfalt und Bemühung sein muß. Den Lehrer zum Zwitter erklären^ der beliebig diesem oder jenem Kreise zugezählt werden kann, die ’ Schule zur siedermausartigen Anstalt machen, die zwischen Kirche, Staat und Gemeinde herumflattert, ein Hin-; und Herschwanken, ein Herumtappen im zwiellchten Halbdunkel, ist vom Uebel. Ich bekenne offen/ daß mich in dieser Hinsicht mehrere BemerkünM einiger Lehrer in der A. Z. d. I. mit tiefem Schmerze erfüllten. Da kommen die Herren PreußeN/ umgeben Sie mit dicken Wolken abgöttischen Weihrauchs, um schicklich die Bitte an fügen zu können, daß Sie, der Rabbiner und Redakteur der A. S. d. I., die Sache dev Leh re r in die Hand nehmen, daß Sie Petitionen für sie abfassen, Sie die Schulfache fördern mögen rc.; da kömmt mein Freund Löwisohn mit einer Supplik an das churfürstliche Ministerium, worin er die Aufsicht der Schule den Rabbmen unterstellt wissen will, wobei zu bedenken, daß der Rabbiner zu F—a — (doch die Zensur der Redaktionen ist noch nicht abgeschafft) Und bemerkt dabei, daß die hessischen Kollegen die Unterzeichnung dieser Petition für einen ihren Muth übersteigenden Heroismus betrachteten. DaS ist der Fluch einer sklavischen Stellung! Das die Schmach'einer naturwidrigen Unterwürfigkeit! Gleich deN asten Juden, die steif und fest behaupten, der Jude müsse in mV* sein, können so viele Kollegen den Gedanken nicht fassen, daß sie je auf und mit eigenen . Füßen stehen und gehen, daß sie je ohne die Krücke gichtkranker und gliederschwacher Herren und Herrchen weiter kommen können; es schwindelt ihnen bei dem Gedanken,, daß sie ohne die . Erfragung des Orakels ihres Vorgesetz-