Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 48 (20.11.1848)
- Date
- 1848-11-20
- Page
- Seite 694 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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m daß sie dem unveränderten, traditionellen Judenthum abfällt, wenn Ihr diese Jugend der humanen Bildung zugefühct habt, diese aber sich wohl mit den Lehren unserer Religion verträgt, nimmermehr aber mit abgeschmackten Formen des Mittelalters? Leset doch die Propheten und Psalmen, höret doch, was Euch der Prophet Schemuel schon zuruft von den Opfern und Kultusgebräuchen, die doch durch das Wort Mosche's noch ganz anders autorisirt waren, als Gebet- und Kultusformen, welche Nichts als die Autorität längst verstäubter Rabbinen für sich haben? Sind Euch die Propheten und Psalmisten, ist Euch Schemuel auch nur so eine Rotte Rationalisten, welche der Religion die höchsten Gefahren bereiten? Nun gut, so wollen wir mit dieser Rotte lieber sein, als mit Euch und Eurer Heuchelei. Nachdem wir so die Grundsätze des Büchleins betrachtet haben, können wir das Andere auf sich beruhen lassen. Magdeburg, 13. November. (Predigten.) Das Bleibende im Vergänglichen. Predigt bei der Sinweihun'g der neuerbauten Synagoge in Schlawe; gehalten von vr. I. Klein, Rabbiner in Stolp. Stolp, 1848. Siehe einen Bericht hierüber in No. 46, .datirt „Ankkam". / vibiv mns. Das letzte Wort des scheidenden israelitischen Lehrers an die theure Gemeinde. Abschkedspredigt über- 1 Sam. 20, 42. am Sabbat inT'tt) 5608 im eperiesev Jsraelitentempel gehalten vom Rabbiner S. M. Schilfer, vr. xd., außerordentlicher, öffentlicher Professor rc. rc. Leipzig und Eperies. Dieses letzte Wort 1) wie soll es lauten? A. Ser vereinigt, ö. durch Gott, d. auf ewig; 2) wie soll es wirken? A. Segnend, V. tröstend^ 6. mahnend. Man sieht, das Ganze ist sehr künstlich zufammengebaut, da der Redner dieselbe Anlage noch mehrfach wieder zum Vorschein kommen laßt.. Die Bekleidung dieses Gerüstes ist in sehr warmer, schwungreicher. Sprache gegeben. Was wir dem Berf. vorzuwerfen hätten, das wäre die Weitläufigkeit des- Ganzen (29 S.), und daß allerdingsdie Sprache oft schwülstig wird. Literarisches. Ueber die Zahl Siebe»*). Von Emannel Hecht. Die Wissenschaft, die sich Alles, was unter das menschliche Denkvermögen gehört, zu Nutze macht, hat, sowol im Alterthume, als in späteren Jahrhunderten auch die Zahl in das abstrakte Gebiet gezogen und zu übernatürlichen Anschauungen benutzt, für welche man sie keineswegs geschickt halten sollte. Die Wissenschaft hat versucht, und selbst, mit größtem Ernste und größtem Kraftaufwands versucht, erhabene metaphysische Wahrheiten aus der Art und Zusammenstellung der Zahlen abzuleiten, oder durch dieselben aufzuhellen und ihr bessern Eingang in das Gemüth der Hörer zu verschaffen. Wenn das Unsichtbare für den menschlichen Verstand mühsam zu fassen war, suchten die alten Philosophen alle möglichen Hilfsmittel auf, um dasselbe zu verstofflichen und begreiflicher zu machen. So müßte nun auch die Zahlenlehre als eine künstliche Leiter dienen, durch welche man vom Sinnlichen zum Uebersinnlichen, von der körperlichen zur Geisterwelt, vom Erschaffenen zum Unerschaffenen aufklimmen zu können dachte. Es ist unnöthig, die Ungereimtheit solcher Bestrebungen zu beleuchten und.ist es zu bewundern, wie nicht nur gewöhnliche, sondern selbst tiefgelehrte Männer, die sich durch ihre Wissenschaftlichkeit unverwelklichen Ruhm erworben, sich in vollem Ernste mit der Kenntniß und Ausbreitung der mit der Zahl 7 getriebenen Superstitionen befassen und ganze Werke darüber schreiben konnten. Obgleich nun diese Zahl öfterer der Gegenstand theologischer Besprechungen wurde, so Dürfte nachstehende kurze Abhandlung doch das Interesse der Leser „dieses Blattes", theils wegen ihrer Vollständigkeit, theils wegen der für die Göttlichkeit der Bibel ebenso, wie für die einzelnen mit dieser Zahl in Verbindung stehenden Vorschriften und Begebnisse daraus abzuleitenden Folgerungen in Anspruch zu nehmen berechtigt sein. Nachdem ich von der allgemeinen Lautähnlichkeit dieser Zahl in fast allen Sprachen Einiges nachgewiesen haben werde, werde ich es versuchen, deutlich*;» machen: a) D e n E i n f l u ß,, den b i e s e Z a h l i m A l te r t h u ra e *) Zum Theil nach: Meter verspreide Letterfruchten, Leyden) bei Mvtther: