Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 48 (20.11.1848)
- Date
- 1848-11-20
- Page
- Seite 695 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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605 in der Religion, Ln der Jurisprudenz und der Arznei-, Erd- und Himmelskunde rc. ausgeübt, und dank werde ich d)dem Grund nachspüren, warum wol besonders dieser Zahl eine so allgemeine Ehrerbietung zu Theil wurde. Beginnen wir also mit der Benennung der Zahl sieben. Es sind hierüber schon einige gelehrte Abhandlungen geschrieben. So: Memaires äs I. H. Vincent, Prof, de Mathematiques; und Rapport de Gerson Levy. Seance du 26. avrii. Metz, 1840. Doch wie sehrauch daraus hervorleuchcet, daß Einige unserer neun Ziffern, als 2 und 6, in einigen Sprachen Übereinkommen, so besteht denn doch nur eine Zahl, die beinahe in allen bekannten Sprachen auf'dieselbe Weise ausgedrückt wurde und dies istdieZahl sieben. Das hochdeutsche Sieben, das niederdeutsche Leven, das englische Leven, das angelsächsische 8eofcm, das niedersächsische Leven und das mittelgothische Llben, sind ebenso lautähnlich, wie das hebräische oder welchen Ausdruck man auch im Chaldäischen Md Samaritanischen und im Assyrischen, Syrischen, Aethiopischen, Abysinischen, und der Himmel weiß, in wieviel anderen orientalischen Sprachen und Dialekten antreffen soll. Auch in das alte Sanskrit und in das neue Hindostanische, in der Sprache der Maratten und in die, welche in Bengalen gesprochen wird, in vielen chinesischen Dialekten und in der Sprache herumstreifender-Heiden soll man für diese Zahl einen Klang haben, welcher mit unserm sieben ähnlich ist. Das lateinische septem, das auch in das italienische, spanische, portugiesische und französische übergegangen ist, verleugnet den allgemeinen Ursprung ebenso wenig, als das Slavonische, wie die Kenner dieses Sprachstammes versichern. In Unter-Bretagne, wo man noch Ueberbleibsel der alten zeltischen Sprache findet und im Fürstenthum Wales, wird ein gleicher Klang gehört, und selbst die Tartaren in der Krim und die Samojeden an der Eissee und bei Archangel gebrauchen denselben Laut. Ueberall ist Siba, Seiba, Seva oder Leven. Diese Uebereinstimmung in den meisten bekannten Sprachen ist kein Zufall, es ist die Folge des Glaubens an die Helligkeit dieser Zahl, welcher sich von einem Volke zum andern fortpstanzte. Auch der Zahl 3, 4 und 9 wurden von verschiedenen Nationen besondere Eigenschaften zugetheilt, weit mehr geschah dies aber mit der Zahl sieben und selbst in der heiligen Schrift wurde ihr dek Stempel der Weihe aufgedrückt. Sie kommt nicht allein sprüchwörtlichvor, so daß sieben so viel als sehr viel und siebenmal so viel als oftmals gebraucht wird, sie wird noch außerdem bei vielen, ja den meisten gottesdienstlichen Vorschriften in Gebrauch genommen. So ward der siebente Tag besonders als Ruhetag gefeiert. Der Neumondstag als der viermal siebente Tag, wie der siebente Monat ward gleichfalls besonders ausgezeichnet. Von den drei vornehmsten Festen war das Pesach- und Laubhüttenfest sieben Tage lang gefeiert und beginnen mit dem zweitsiebenten, dem vierzehnten Tage. Zwischen dem Pesach- und dem Wochenfeste mußten sieben volle Wochen und die Anzahl aller Festtage gleichfalls sieben sein. Nach sieben Jahren war das Ruherrndnach siebenmal sieben Jahren das Jubeljahr. Sieben Tage blieb alles Männliche unbeschnitten und ebenso viele Tage blieb das erstgeborene Vieh bei seiner Mutter. Mit dem Blute des Sühnopfers, wurde siebenmal auf den Altar gesprengt. Die Zeit der Unreinheit fetzte das Gesetz auf sieben Tage, und die der Reinigung auf ebenso lang. Zu der Einweihung des Tempels wurden sieben Tage verwendet und ebenso lang zur Einweihung des. Hohenpriesters. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. L« demselben werden Annoncen aller Art gegen t V* Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Ein geprüfter Relkgionslehrer, der Schochet und Vorsänger ist und einen Chor zu leiten versteht, findet von Ostern k. I. ab, in unserer Gemeinde eine Anstellung mit einem jährlichen Gehalt von 250 Thlrn. Hierauf, Reflektirende belieben ihre Zeugnisse in frankirten Briefen an den Vorstand einzureichen. Sch weidnitz in Schlesien, im November 1848. Der Vorstand. ' Mn'mit authentischen Zeugnissen versehener, seit mehreren Jahren in einer nicht unbedeutenden israel. Gemeinde fungirender Lehrer nnd Kantor rüstigen Alters, der außer den gewöhnlichen Elementar- und Realfächern auch in den alten und neuen Sprachen unterrichten, ein Chor einstudiren und'leiten, mit kräftiger,, lieblicher Stimme vorbeteu und gottesdienstliche Vorträge halten kann, wünscht jetzt oder bis zum 1. April k. 3. eine seinenHähigkelten angemessene Stelle. Darauf reflektirende Gemeinden mogpt sich gefälligst portofrei unter Chiffre V. B. an die Erpeditio» dieses Blattes wenden.