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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-11-13 · Heft 47 (13.11.1848) · p. Seite 672

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 47 (13.11.1848)
Date
1848-11-13
Page
Seite 672 (sequence 4)
Language
German
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narchie gemacht hat,- nachdem eswederganz'/ noch Lheilweise mehrüber Sklaven herrschen, sondern: seins mhmbekränzte; Fahne über freie Männer allein entfalten will, nachdem auch den Juden ihreMenschenrechte voll und gern bewilligt sind-- was könnte sie wol. veranlassen,. dieser konstitutionellen Monarchie in Zukunft; minder treu zu sein-, alsjenen früheren. Fürsten;: was könnten sie wol sehnlicher, wünschen, als daß ein fol?r cher gesetzlicher Zustand sich ordne und festige? Mag es auch unter Juden. Einige geben, , die die Republik für eine' gute Staatsverfaffung halten; sie: glauben dies nicht eben als Juden — denn das alte jüdische Reich war. gleichfalls wesentlich eine patriarchalischkonstitutionelle Mona rchi e — sondern es ist eine Meinung, die sie,- bisher jedenfalls nur theoretisch und ohne den bekannten, gesetzwidrigen Vorgängen Vorschub zuleisten, Mt einer überwiegend großem Anzahl von Christen theilen. Aber die Masse der Juden ist eifrig gegen die Republik, weil eine Republik,/ die sich übrigens in keinem größ.ern europäischen! Staate lange erhalten wird, jedes wahre Volkswohl und. jede persönliche Freiheit in Frage stellt und meist gefährdet^ wie dies in einem frühem Aufsatze in No. 97 d. Z. ausgeführt worden ist, Bei jedem Kampfe zwischen Freiheit und Tyrannei werden die Juden entschieden a-uf Seiten der Erstem sein. Aber sollte es jo, wovor Gott das- Vaterland bewahre, zu einem Kampfe gegen Gesetzlosigkeit kommen, dann kann Deutschland, dann kann das konstitutionell-monarchische Preußen sicher und fest auf die Hingebung und Begeisterung Jener rechnen, die im gemeinsamen Vaterlande und in po l.i tisch er. Be zi eh u ng eben nicht Juden> sondern nur gute Deutsche und konstitutionelle Preußen sein wollen. - Saalschutz. Gnesen, 26. Oktober. (Privatmitth.) Wenn ich die Zustände der hiesigen Gemeinde, in meinem Berichte (No. 51, 52 Jahrg. 47 und No. 1 Jahrg.48) im Allgemeinen als in einem erfreulichen Fortgang begriffen in Wahrheit darzuftellen vermochte; wenn theils mannigfachegeistig anregende Antezedenzlen, theils hinzugetretene, neuere Institutionen zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft berechtigten : so kann ich gegenwärtig, wiewol seitdem nur ein Zeitraum von einem Jahre (freilich inhaltsschwerer Ereignisse) verflossen,, leider nur ein ganz trübes Bild von unseren Gemeindezuständen entwerfen. Doch dürste es einen , chaMkter.istiWen BeitMg zuvKitgefchichte.der jüdischen j Gemeinden in der Provinz abgeben^da^mit geringen! Modifikationen derselbe Zustand hier-vielfach in die Erscheinung getreten. Wir gingen nicht nur, weil i wir. nicht vorwärts, schritten^ rückwärts.-- sondern wir! machten sogar einen guten- Fortschrittim- Rückschritt! und dies, sowol in politischer als kirchlicher Beziehung. — In erstgenannter Rücksicht sind. es mancherlei Umstände , welche eine' unselige Zerrüttung und in deren! Gefolge einen, ganz - unerguicklichtzn Zustandinnerhalb.! der. Gemeinde nach und nach hevvorgerufen - haben-.! Im Nachstehenden will ich versuchen-. den ursächlichen Zusammenhang derselben darzulegeni In meiMM . Referate (No, 7 d. Bl.), welches zu meinem Bedäuern, - denAsem,Raumverhäl1niffe wegen, nur auszüglich;mit? | getheilt worden, habe ich bereits erwähnt,. wie in, Folge! der polnischen Ereignisse des Jahres 46. und der Lheuerung von 46 und 47 in vielen diesseitigen. GeWin? - den die Nahrungsquellen großentheits versiegten, was auch die Krupkesteuer unserer Gemeinde durchein | jährliches Defizit von mehreren- Hunderten , im Ver-! gleiche zu deren Betrage in früheren Jahren evident! bekundete. Als einer, fernern, wenngleich damals? weniger erheblichen Ursache dieses DesiziA gedachte ich! auch der geringen Partei des verabschiedeten Rabbiney,; zu der vielleicht noch einige Malkontents und kühne Kontrebandiers zählten, welche sich/ mit Erfolg dieser Steuer zu entziehen suchten, Diese Minorität ist abex seit jener Zeit,- begünstigt durch die-diesjährigen M;ä.rz-! ereignisse (die für unsere Reformbestrebungen viel zu früh eingetreten)' unddie gleichzeitig stattgehabte Insurrektion der Polen, welche bekanntlichin ' unserer Provinz und hier wiederum imöstlichen Theile mehr als irgendwo Alles in Frage stellend, viele Gemeinden sogar ganz aus Rand und Band brachte, zur Ungeheuern Majorität angewachsen. Denn nicht die schlesischen Bauern allein haben die Freiheit von ihrer materiellen Seite aufgefaßt,, d. h. von der Seite, daßsie alle und jede Steuerperemptorisch, abzuschühtelnvermeinen. Den desfallsigen Bestrebungen in hiesiger Gemeinde leistete unser Errabbi. fördersame Hand. Der große Moment soll keinen klemmüthigen Schwachkopf in mir gefunden habenl rief er von seinen rachebrütenden Reflexionen auffahrend. Rüste dich., mein guter Chaleph! — Steh mir bei, treuer Freund meiner Jugend,, der du allein mich iy's Asyl begleitets Deine Kuyst soll blußig mich rächen an denen, die mich ge-

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