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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-11-06 · Heft 46 (6.11.1848) · p. Seite 665

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 46 (6.11.1848)
Date
1848-11-06
Page
Seite 665 (sequence 9)
Language
German
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665 M ii t i 0 f n «tv Wavasdirt (Kroatien), 29. August. In diesen Tagen war ich Augenzeuge von jener, hier zu Lande höchst seltenen' Erscheinung, die .in der'Bibel als die achte Plage bezeichnet ist. Am 28. August durchzog hier von 1 bis 4*/s Uhr Nachmittag ein ungeheurer, wolkenähnlicher Schwarm, von Zugheuschrecken. Sie drangen aus der Türkei in die Banalgrenze, und von da in Kroatien ein, und richteten da, wo sie sich niederließen, unsägliche Verwüstungen an. Hier jedoch ist's der hiesigen Einwohnerschaft, die ihrem Anfluge in Masse entgegenzog, gelungen, durch ein unendliches Lärmen, Tosen, Trommeln, Glockengeläuts, Flinten- und Kanonenschüsse., sie nicht nur. am Nicderlassm zu verhindern, sondern auch aus'dem Weichbilde der hiesigen Stadt gänzlich zu verscheuchen. Ich habe ihren An- und Durchzug genau beobachtet, Mehre gefangen, und nachdem ich sie der in Ihrem Bibelwerke gegebenen Abbildung und Schilderung derselben (I. Bd. S. 347 und 348) genau entgegengehalten, gefunden, daß Schilderung, und Abbildung' vollkoürmen naturgemäß sind. Literarische Nachrichten. ,, Berlin, im Oktober. pDb. He-' braisches Lehr- und Uebungsbuch für Schulen. . .Mit. besonderer Beziehung auf Becker's grammatische Grundsätze von H. Leesrr. Erster Kursus. Koesfeld> 1848. In Kommission.bei B. Wittneven, Vater.. 128 S. 8. . Es ist: dem hebräischen Sprachunterricht in den jüdischen Schulen ergangen wie so mancher guten Sache: mannigfach angegriffen, wurde er ebenso mannigfach vertheidigt, doch, meist schlecht. Das Beste,, was in dieser Angelegenheit gefchehen konnteist von Herrn L.: gethan. Es kommt nämlich ganz besonders.darauf an, diejenigen zum Schweigen zu bringen, welche, behaupten, der Unterricht in. 'der. hebräischen Sprache raube dem Knaben Kraft und Zeit, die er weit besser, auf andere theils. anwendbare, theils die allgemeine Bildung fördernde Gegenstände verwenden könne. Herr L. hält nun diesen Leuten, sein Buch vor.. Es ist in der That vollkommen geeignet, um daraus nicht nur bequem und ohne .vielen Zeitaufwand hebräisch zu lernen, sondern auch um. den Sprachunterricht überhaupt zu fördern, und., genügtfolglich ebenso sehr den Anforderungen gemeiner Nützlichkeit als ^der allgemeinen.'Bildung. . Es ist jetzt nicht mehrder Rechenfondern der Sprachunterricht, der. vorzüglich dazu benutzt wird, die Denkkraft des Kindes anzucegen und zu starken. Um.aber das Bewußtsein über die Sprache zu weckenist Nichts passender, als .das Erlernen einer ursprünglichen, in ihrer Form von unseren europäischen Sprachen stark abweichenden, Sprache, wie der der hebräischen. Sehen wir, wie die Leistung des Herrn L. in dieser Beziehung-ihren Zweck zu erfüllen sucht. . ,, Herr L. steht auf dem Standpunkte der Grammatik, auf welchem es als ihre Ausgabe erkannt wird, die. Sprache zu verstehen , : nicht Regeln, sondern: Gesetze der. Sprache aufzustellen. Daß hebräische Sprachgefühl soll, in dem Schüler künstlich geweckt und.entwickelt werden, die todte Sprache wird belebt. In Herrn /L.'s.Lehrbuche' tritt uns in der Thatdurchgehends das-wirkliche, lebendige.hebräische, Sprechen. entgegen. Die. Anordnung , in demselhen ist darum syntaktisch. Der Satz äst Ausgangs- und Zielpunkt. . Die Formenlehre, wird zwischen.den syntaktischen Gesetzen jedesmal am fassenden Orte gegeben... Durch d ie fe. Bersch melz u ng de r. bei den Th eil e,, de r G ra m m a ti k hat Herr L. es erreicht, daß die einzelnen Formen immer im Zusammenhänge mit der ganzen Spcachform,:mach ihrer Bedeutung in der lebendigen Rede dargelegt werden. So gelangt die Wissenschaftlichkeit zu ihrem Rechte, ohne daß die Forderungen der Praxis, übersehen wären;, oder richtiger, das Buch ist gerade - darum, vorzüglich, praktisch, weil .es thepretisch so gründlich ist.: Jedem vocgetragenen Sprachge.fetze .folgen darauf bezügliche Uebungen zum Uebersetzen aus dem Hebräischenjn's.Deutsche und aus dem Deutschen in's Hebräische. .Nur durch die erwähnte gegenseitige Durchdringung, der. Syntax und Formende war es. möglich, dem Schüler Sätze zu bieten, deyen Uebectragung nie Kenntnisse voraussetzen, die er noch nicht .hat. Dabei ist zu rühmen, daß jene Sätzchen: von Anfang an niemals fade und immerklassisch, hebräisch oder geeignet sind, in echtes Hebräisch üb^rsetzbzu werden. Wäre es uns gestattet, auf den Inhalt des-Buches ausführlicher einzugehen, so würden, wir zeigen, wie dasselbe mit. dem. wahrhaft wissenschaftlichen .Maßstabe gemessen zu werden erlaubt und also verlangt, wenn' auch der Praxis, manche Rücksicht geschenkt worden ist, die theoretisch keine Begründung sinder.. So laßt sich wol aus der/Theorie kein Grund dafür, entnehmen, daß die, Beugung des Verbums erst .beim objektiven Satzverhalts nisse. d'argelegt/,wird, da -ja durch"dieselbe. das prädikative Verhältniß. am Kräftigsten ausgedxückt wird. Nur un- 46*

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