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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-11-06 · Heft 46 (6.11.1848) · p. Seite 664

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 46 (6.11.1848)
Date
1848-11-06
Page
Seite 664 (sequence 8)
Language
German
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664 anders zu erwarten) bei der neuen Gestaltung des Staatswesens sich auflösen, so befürchte ich, daß alle die schönen Errungenschaften auf religiösem Boden wieder in Nichts zerfallen, wenn nicht schon frühzeitig Männer, denen das Wohl des Judenthums und das Heil ihrer zukünftigen - Geschlechter am Herzen liegt, sich versammeln und über die künftige Gestaltung des jüdischen religiösen Lebens berathen. Eine Versammlung zu diesem Behufe anzuberaumen wäre sehr rathsam und ich ersuche daher alle treugesinnte Juden Mecklenburgs, vorzüglich aber diejenigen, die die Kraft besitzen öffentlich ein Wort zu sprechen, in den mecklenburgischen Blättern, oder in der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" über den ausgesprochenen Gegenstand, so wie über den gemachten Vorschlag ihre Meinung und Ansicht kund zu geben. PH. Neustadt, Religionslehrer. —. Auch wir können nur dazu auffordern, daß die Juden Mecklenburgs rüstig Hand an's Werk legen, und durch Presse und Versammlungen aus dem Volke heraus den Fortbau fördern. Es ist jetzt ein großer, ernster Wendepunkt gekommen, der nicht verabsäumt werden darf. Vergangenheit und Zukunft schauen und drängen auf uns. Jene ruft uns zu, da ich erhalten habe für Euch, wollt Ihr nicht erhallen für die Zukunft? Diese:' wen werd' ich anklagen müssen? Euch, als ein müssiges Geschlecht! Erhalten durch Fort- und Umbau! Die Redaktion. Bamberg, 25. Oktober. (Privatmitth.) Sie sagten neulichst: jetzt gilt es den Kampf des Neuen mit dem Alten siegreich zu Ende kämpfen, und' auf der Wacht stehen, daß man uns Jenes nicht wieder unter der Hand wegeskamotirt. Wir in Baiern empfinden diese Worte am Tiefsten, weil bei uns das Alte noch am Festesten gewurzelt, und das Volk4ioch zu wenig empfindet, daß die Ausnahmegesetze gegen die Juden auch gegen das Grundprinzip der Neuzeit: „Gleichheit vor dem Gesetze" am Ehesten verstoßen) und, so lange jene bestehen, dieses noch in der Lust schwebt. Denken Sie sich, in diesen Tagen hat der Landrath von Oberfranken in feiner Majorität dieJuden für nicht fähig erklärt, als Geschworene zu fungiren, und sie aus der Geschworenenliste gestrichen. Veranlaßt soll dieser Beschluß sein durch die Eingaben mehrer protestantischen Geistlichen, die behaupten, der Talcküd verpflichte die Juden, den Christen zu schaden!! Daß Vieles der Geist, der in dem letzten Jahrzehend unter der Begünstigung der Regierung bei den baier'fchen Juden im Allgemeinen vorherrschend war, und dem die Aufgeklärteren, Geistliche wie Laien, sich allzusehr beugten, verschuldete, ist nicht abzuleugnen. Neustadt ad. Hardt, 20. September. Zu der allgemeinen Lehrerkonferenz zu Frankfurt a. M. hat der Bezirk Frankenthal einen Israeliten zum Deputirten und bei der Bezirkskonferenz zum Vorsitzen-, den gewählt. Aus solchen Verfällen und aus den in Ihrem Blatte geführten Schuldebatten ersieht man wol immer mehr, daß das Vorurtheil, welches gegen die jüdischen Lehrer noch so allgemein ist, bereits zu den mißbräuchlichem und unverdienten gehört. Um so mehr muß man darauf dringen, daß es aufgegeben werde. Ungarn. Pesth, 11. Oktober. (Privatmitth.) Die neuesten Ereignisse werden für die Juden Ungarns nicht ohne bedeutende Wirkung und Folge vorübergehen. Ungarn mußte erst durch eine Feuerprobe gehen, und die Juden mit ihm. Beide haben sich bewahrt mit einander. Man erinnert sich, wie beschimpfend sich die pesther Nationalgarde gegen die Juden noch vor -wenigen Wochen benommen, und wie jene diese zwang, aus ihr herauszuscheiden.' I e tzt steht es anders. Das Ossizierkorps der pesther Nationalgarde hielt gestern eine Sitzung ab, in der es beschloß, auch die Juden in die Nationalgarde aufzünehmen. Wohl uns, wenn wir stets auf diese Weise unsere Gegner zwingen, ihr Vorurtheil aufzugeben, ihre' Ungerechtigkeit wieder gut zu machen! Großbritauieu. London» 21. Oktober. Die Köln. Zeit, berichtet: Die lwerpooler Gesellschaft zur Förderung des Christmthums unter dm Juden hielt neulich ihre 29. Jahresversammlung; die Einnahme im Jahre 1847 hatte 679 Pf. St. betragen. Ob in demselben Juden bekehrt würden, geht aus der Rede, welche der Geistliche Neill hielt, nicht hervor

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